Mit der Berufung von insgesamt neun Schulen und Kindertageseinrichtung startete heute das Modellprojekt „jungbewegt – Dein Einsatz zählt“ in seine nächste Phase. Ziel der Initiative ist die Förderung des gesellschaftlichen Engagements von Kindern und Jugendlichen. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper überreichte im Alten Rathaus den Vertretern der beteiligten Einrichtungen die Berufungsurkunden.
„Es gibt bereits vielversprechende Ideen, um die Mitbestimmung und das Engagement von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil zu verbessern“, freut sich Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper über die bisherige Resonanz auf das Projekt. „Gemeinsam können wir diese Ideen jetzt zielgerichtet weiterentwickeln. Mein Dank gilt allen, die die Initiative fördern und unterstützen.““
Zu Übergabe der Berufungsurkunden hatte der Oberbürgermeister heute Vertreter der Kindertagesstätten „Am Salbker See“, „Fliederhof I“ und „Bussi Bär“, der Grundschulen „Am Westernplan“, „Am Elbdamm“ und „Am Pechauer Platz“, des Hortes „Am Umfassungsweg“ sowie der Sekundarschule „August Wilhelm Francke“
und der Berufsbildenden Schulen „Hermann Beims“ eingeladen.
Zu den geplanten Vorhaben gehört zum Beispiel das Projekt „Wir schaffen das schon allein!“ der Integrativen Kindertagesstätte „Fliederhof I“. Projektziele sind die Beteiligung, Selbstbestimmung und Übernahme von Verantwortung aller Kinder. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, ihren Kita-Alltag selber mitzubestimmen.
In der Grundschule „Am Elbdamm“ sollen ältere Schüler künftig ihre jüngeren Mitschüler bei Leseübungen unterstützen. Sie wollen den Kindern Bücher vorlesen und sie motivieren, selbst interessant und spannend vorzulesen.
Auch die Sekundarschule „August Wilhelm Francke“ hat bereits eine Idee. Unter dem Titel „Jung für Alt“ geht es um den Erwerb von sozialen Kompetenzen und Empathie durch den Kontakt zu älteren Menschen in einem Seniorenwohnheim.
„Von den Entwicklungen, die mit solchen Projektideen angestoßen werden, kann das Zusammenleben der Generationen in unserer Stadt auch langfristig profitieren“, so der Oberbürgermeister. „Damit ist das Projekt ‚jungbewegt’ auch ein positives Signal für das Jahr der Jugend, das die Landeshauptstadt Magdeburg für 2011 ausgerufen hat.“
Für das Projekt „jungbewegt“ ist Magdeburg eine von drei Modellstädten in ganz Deutschland. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung und dem Land Sachsen-Anhalt.
Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung des Projektes am 17. September 2010 im Gesellschaftshaus hatte die Stadtverwaltung Kindertageseinrichtungen, Schulen sowie Kinder- und Jugendhäuser aufgefordert, sich um die Teilnahme zu bewerben. Aus den eingereichten Bewerbungen wählte eine Jury mit Vertretern der Landeshauptstadt Magdeburg, der Bertelsmann-Stiftung, der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen, des Ministeriums für Gesundheit und Soziales und des Kultusministeriums aus.
Gesucht waren Wege und Möglichkeiten, soziales Engagement von Kindern und Jugendlichen auch auf lange Sicht zu entwickeln und zu unterstützen. Erste Ansätze können dabei schon in der frühen Kindheit gemacht werden und sollen die Kinder möglichst über weitere Lebensphasen bis ins Erwachsenenalter begleiten.
Alle heute berufenen Teilnehmer werden ab Februar von erfahrenen Trainern geschult und entsprechend ihrer Ideen und dem Konzept ihrer Einrichtung qualifiziert. Die Kosten für die Fortbildungen und Materialien trägt dabei die Bertelsmann-Stiftung. Kindertagesstätten und Schulen können damit zu Orten der Engagementförderung werden. Aber auch außerhalb der Einrichtungen sollen Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, sich sozial zu engagieren. Die Aufgabe der Kommunen ist es, dieses Engagement anzuerkennen und langfristig zu fördern. Weitere Kindertagesstätten, Schulen sowie Kinder- und Jugendhäuser haben bereits ihr Interesse am Modellprojekt signalisiert.