Ottostadt Magdeburg.
Magdeburgs Bürgermeister Dr. Rüdiger Koch empfing heute im Alten Rathaus den schweizerischen Botschafter S. E. Tim Guldimann. Bei seinem Besuch trug sich der Diplomat in das Goldene Buch der Stadt Magdeburg ein.
S. E. Tim Guldimann weilt zur Zeit für seinen Antrittsbesuch in Sachsen-Anhalt und Magdeburg. Mit ihm verewigte sich bereits zum dritten Mal ein Botschafter der Schweizerischen Eidgenossenschaft im Goldenen Buch der Landeshauptstadt. Am 31. März 2003 trug sich S. E. Dr. Werner Baumann in das Goldene Buch ein. Botschafter S. E. Dr. Christian Blickenstorfer unterzeichnete am 2. November 2007 aus Anlass der Eröffnung des 2. Internationalen Heinrich-Zschokke-Symposiums ebenfalls in dem Buch.
Urs Christian Timotheus Guldimann wurde 1950 in Zürich geboren. Bereits 1982 trat er in den diplomatischen Dienst seines Landes ein. Der studierte Politik- und Wirtschaftswissenschaftler arbeitete zunächst in Bern, Genf und Kairo. 1996 machte er sich einen Namen als Leiter der OSZE-Mission in Tschetschenien. 1997 war er dann Chef der OSZE-Mission in Kroatien. 1999 ernannte ihn der Schweizer Bundesrat zum Botschafter in Teheran, wo er bis 2004 zwischen dem Iran und den USA vermittelte. Die beiden Länder standen in diesem Zeitraum nicht in direktem diplomatischen Kontakt.
Zwischen 2004 und 2007 nahm Guldimann Lehrtätigkeiten an der Universität Frankfurt, sowie Lehraufträge an der Universität Bern und am Collège d’Europe in Brügge und Warschau wahr. 2007 wurde er als Leiter der OSZE-Mission und Stellvertretender Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs im Kosovo eingesetzt. Seit Mai 2010 ist Tim Guldimann außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter der Schweiz in der Bundesrepublik Deutschland.
Der vielsprachige Diplomat spricht unter anderem Russisch und Arabisch. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Der Senat des Landes Berlin ehrte Tim Guldimann 2006 mit dem renommierten Moses-Mendelssohn-Preis. Die Auszeichnung wird vergeben für die Förderung der Toleranz gegenüber Andersdenkenden sowie zwischen Völkern und Religionen.
Zwischen Magdeburg und der Schweiz gibt es zahlreiche Kontakte, vor allem in den Bereichen Bildung, Kultur und Tourismus. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und auch die Hochschule Magdeburg-Stendal pflegen einen regen Austausch von Studenten und Lehrkräften mit mehreren Schweizer Hochschulen. So studieren derzeit 4 Studenten aus der Schweiz an der OvGU und 2 Studenten der Magdeburger Universität sind in diesem Wintersemester bei Schweizer Hochschulen eingeschrieben.
Im Januar 2011 führten Studenten der Universität im Literaturhaus Magdeburg ein Dürrenmatt-Programm auf. Dafür bekamen sie Unterstützung aus der Schweiz– vom Centre Dürrenmatt Neuchatel und dem Schweizerischen Literaturarchiv.
Schon zwei Mal, 2005 und 2007, fand in Magdeburg das Internationale Heinrich-Zschokke-Symposium statt. Der in Magdeburg geborene Dichter, Reformer und Schriftsteller wanderte um 1796 in die Schweiz aus und wurde 1830 Ehrenbürger seiner Heimatstadt.
Die Zahl der Übernachtungsgäste aus der Schweiz hat sich 2009 um 34% im Vergleich zum Vorjahr erhöht, 4000 Besucher aus der Alpenrepublik kamen nach Magdeburg. Auch die Magdeburger sind sehr gerne zu Gast in der Schweiz, so lädt z. B. die Sektion Magdeburg des Deutschen Alpenvereins regelmäßig zu Touren in die Schweiz ein.
Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg
Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Eingerichtet wurde es während der Amtszeit von Oberbürgermeister Hermann Beims. Mitglieder des Magistrats trugen sich am 10. Mai 1931 als Erste in das Buch ein.
Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.
Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Waigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige und derzeitige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.
Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Dr. Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde, Prof. Reinhold Krampitz, Rainer Löhr, Martin Hoffmann, Gerhard Heinl, Johannes Rink, Eberhard Seifert, Hans-Werner Brüning, Gerald Grünert und Walter Meinecke, der Ehrenortschaftsrat Prof. Adolf Lingener sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.
In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg, der Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich und Sven Ottke und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.
Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, der weltberühmte jüdische Pianist und Magdeburger Ehrenbürger Menahem Pressler, die Telemann-Preisträger Prof. Dr. András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a. D. Roland Wambeck bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ebenso wie besonders engagierte Bürger wie der Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt.