Kaufungen/Region Kassel.
Lisa-Marie Kerth (20) aus Edermünde (Schwalm-Eder-Kreis) hat Glück gehabt: Sie hat einen spannenden Arbeitsplatz und sie wurde nach der Ausbildung bei der Gemeinde Kaufungen als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik eingestellt. „Glück kann man aber planen, zum Beispiel mit den seit 1997 bestehenden Ausbildungsverbünden in der Region Kassel“, betont Landrat Uwe Schmidt bei einem Besuch in Kaufungen.
Die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik kann meist nur bei größeren Stadtwerken oder Wasserversorgern angeboten werden, da die umfangreichen Ausbildungsinhalte von Kommunen oder kleineren Wasserversorgern nicht im vollen Umfang sichergestellt werden kann. Schmidt: „In diesen Fällen springt der von der Arbeitsförderungsgesellschaft im Landkreis organisierte Ausbildungsverbund „Ausbildung in Partnerschaft“ ein“. Beim jeweiligen Ausbildungsbetrieb nicht umsetzbare Ausbildungsmodule können durch die Vermittlung von AGiL bei Modulgebern mit einem breit gefächerten Ausbildungsangebot wie der VW-Coaching GmbH, der RGM ExperSite in Kassel oder AREVA realisiert werden. „Ohne dieses Verbundangebot war die Organisation der Ausbildung nur mit großen Problemen zu schultern“, bestätigt der Kaufunger Bürgermeister Arnim Roß. Gemeinsam mit AGiL und mit finanzieller Unterstützung der Hessischen Landesregierung und des Sozialfonds der Europäischen Union sei der erfolgreiche Einstieg in den Ausbildungsberuf gelungen. Roß: „Wir haben Frau Kerth während der Ausbildung als zuverlässige, kompetente und belastbare Mitarbeiterin kennen gelernt – wir haben daher die Chance genutzt, sie nach der Ausbildung zu übernehmen“.
„Ich bin vom Angebot im Verbundmodell und von der Betreuung durch AGiL total begeistert“, pflichtet Klaus Diebel, Leiter des Büros Gemeindebetriebe der Gemeinde Kaufungen bei. Auch Lisa-Marie Kerth sieht in den Möglichkeiten des Ausbildungsverbundes nur Vorteile: „Dass ich die gesamte Bandbreite des Ausbildungsberuf vom Labor bis hin zur Praxis in der Gemeinde kennen lernen konnte, hat mir bei der Prüfung und jetzt im Berufsleben sehr geholfen“.
Für das Erfolgsmodell „Ausbildung in Partnerschaft“ sind allerdings aktuell dunkle Wolken am Horizont aufgezogen. „Das Land Hessen hat uns mitgeteilt, dass es die bisherige Unterstützung für die Verbundausbildung nicht mehr geben wird – das bedauern wir sehr“, informiert Schmidt. Die am Verbund Beteiligten seien sich jedoch einig, dass die positiven Effekte des Ausbildungsverbundes für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Nordhessen erhalten bleiben sollen. Schmidt: „Wir stehen in Gesprächen mit dem Wirtschaftsministerium und der Bundesagentur für Arbeit, um auch zukünftig zusätzliche Ausbildungsplätze in den Bereichen sichern zu können, die ansonsten auf die Einrichtung eines Ausbildungsplatzes verzichten würden“.
Die laufenden Ausbildungsverbünde sind von der zukünftigen Entwicklung nicht betroffen. „Die begonnenen Ausbildungsverhältnisse laufen wie gewohnt und für die gesamte Dauer bis 2014“, beruhigt Andreas Gritzmann, der bei AGiL „Ausbildung in Partnerschaft“ koordiniert. Dies betrifft allein rund 350 zusätzliche Ausbildungsplätze in Nordhessen.
„Wir hoffen, dass wir rechtzeitig vor Beginn des Ausbildungsjahres im September 2011 wissen, wie es für die Verbundausbildung in Nordhessen weitergehen kann“, berichtet Landrat Schmidt. Alle Beteiligten aus Wirtschaft und Politik zögen hier an einem Strang in die gleiche Richtung. „Ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam ein Konzept erarbeiten können, dass zu überzeugend ist, um es abzulehnen“, so Schmidt abschließend.
Hintergrund:
Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass täglich sauberes Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Dazu bedienen sie zum Beispiel Pumpen, überwachen die Reinigung verschmutzten Wassers, entnehmen Proben und untersuchen diese. Die Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgung ist dementsprechend vielfältig. Auszubildende in diesem Bereich müssen bereit sein im Labor genauso zu arbeiten wie in der freien Natur an Seen und Flüssen. Die Auszubildenden müssen Messungen durchführen und die empfindlichen technischen Geräte warten. Die Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt.
Die AGiL gGmbH Wolfhagen gehört dem Landkreis Kassel und berät als Netzwerkbetreiber die im Verbund organisierten Firmen. AGiL übernimmt außerdem die Betreuung der Auszubildenden und die gesamte Verbundorganisation. Diese Aufgaben erledigt die Gesellschaft, die damit Auftraggeber für überbetriebliche Ausbildung in der Region ist, in enger Abstimmung mit den Kammern und der Bundesagentur für Arbeit Kassel.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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