Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 04. März 2011

100 Jahre Frauentag – es geht um Grundrechte

Frauenaktionstage in Magdeburg

Ottostadt Magdeburg.

 

Vor genau 100 Jahren, an einem Sonntag im März, versammelten sich Frauen zu Tausenden in den großen Städten in vielen europäischen Ländern und den USA zum ersten Internationalen Frauentag. In Magdeburg finden im Rahmen der 20. Frauenaktionstage vielfältige Veranstaltungen im Alten Rathaus, in den Kulturzentren und in der Universitätsbibliothek statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind zu den Fachforen, Lesungen, zum Film und zur Ausstellung herzlich eingeladen.

 

Zum Internationalen Frauentag 2011 erklärt Magdeburgs Gleichstellungsbeauftragte Heike Ponitka:

 

„Über 1 Million Frauen nahmen 1911 weltweit an diesen Protestaktionen teil. Die Stellung der Frauen wurde durch den beharrlichen Kampf seither verändert. Themen, die seinerzeit utopisch waren, sind heute einerseits selbstverständlicher Bestandteil des täglichen Lebens – aber nicht weltweit und auch nicht für alle Frauen in Deutschland.

 

Was die Internationale Frauenkonferenz 1910 in die Wege leitete, war der Grundstein für das bewusste Auftreten der Frauen in der politischen Öffentlichkeit.

 

Es gibt gute Gründe, den 100. Internationalen Frauentag zu feiern in Magdeburg,

aber es ist auch notwendig einen Blick darauf zu richten, was es noch einzufordern gibt. Ein Jahrhundert später hat dieser Tag, der seit 1921 am 8. März begangen wird, nichts von seiner Bedeutung verloren: noch immer geht es um die Rechte von Frauen – um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen – um gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und gleiche Löhne für gleiche Arbeit.

 

Der Unterschied zwischen Frauen - und Männerlöhnen liegt zum Teil bei 25 %. Dieser Unterschied führt oft zu Altersarmut bei Frauen.

 

In Deutschland fliehen jährlich 40.000 Frauen mit ihren Kindern in Frauenhäuser - fast ein Viertel der Krankschreibungen von Arbeitnehmerinnen sind Folgen häuslicher Gewalt. Und trotzdem wird dieses Thema nicht gesellschaftlich angemessen wahrgenommen. Gewalt von Männern gegen Frauen wird immer noch zum Großteil als Privatsache gesehen - auch wenn es inzwischen ein ausgebautes Hilfs- und Beratungsnetzwerk gibt. Dieses muss erhalten bleiben.

 

 

Aktuelle Forderungen zum Frauentag auf kommunaler-, Landes- und Bundesebene sind:

  • geschlechtergerechte Verteilung aller öffentlichen Mittel
  • eine eigene Existenzsicherung von Frauen, um Altersarmut zu verhindern, denn 22% der Frauen bundesweit sind im Alter von über 65 Jahren armutsgefährdet
  • Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und eine Neubewertung von Tarifen in  sogenannten Frauenberufen
  • mindestens eine 40% Frauenquote in allen Gremien, um den vielen hoch  qualifizierten Frauen die gleichen Chancen in Spitzenpositionen zu ermöglichen
  • ein Gleichstellungsgesetz in der Privatwirtschaft zur Verhinderung von Mini- und Midijobs bei Frauen ( 80% beträgt der Anteil der  Frauen an Teilzeit-,  63% an Minijobs)
  • Schutz und Hilfe für Opfer häuslicher Gewalt muss gesetzlich sichergestellt werden
  • eine ganztägige, bezahlbare und flexible Kinderbetreuung.“

 

 

weitere Informationen: www.frauen-magdeburg.de, Tel. 0391 540 2316, Heike.Ponitka@stadt.magdeburg.de

  

 

 

Magdeburger  Aktionstage zum 100. Weltfrauentag 2011

 

 

08. März 2011, 100. Internationaler Frauentag

13.00 Uhr, Altes Rathaus, Veranstaltung des Politischen Runden Tisches der Frauen Magdeburg und des Amtes für Gleichstellungsfragen

  • „Die Entstehung und Entwicklung der Internationalen Frauenrechtsbewegung“ Vortrag/ Diskussion mit Prof. Dr. Eva Labouvie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Geschichte
  • „Patriarchale Ökonomie und deren Auswirkungen“ Vortrag und Diskussion mit Samirah Kenawi, Dipl. Ing./freie Autorin, Frankfurt/ Main

  

anschl. 16.00 Uhr öffentliches Gedenken an die Opfer häuslicher Gewalt, Breiter Weg, vor Karstadt

 

18.00 -22.00 Uhr, Mortitzhof, Moritzplatz 1

Frauenfest mit Gästen aus aller Welt, Musik und Kulinarischem

„Frauen kommen: langsam aber gewaltig“ (Eintritt:10,00 EUR/ 8,00 EUR) Veranstaltung der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland und der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt

 

 

11.03.2011, 19.00 Uhr, Fabularium, Hundertwasserhaus

„Ich schwinge mich auf die Schaukel“ Bedeutende Lyrikerinnen aus Ost und West (Eva Strittmatter, Mascha Kaleko u.a.), Biografisches, Lyrik und Musik mit Ina Friebel und Judit Kruder, Hohenerxleben, (Eintritt: 8,00 EUR/6,00 EUR)

 

 

 

14.03.2011, 18.00 Uhr, Moritzhof, Moritzplatz 1

Film "Frauenzimmer" Die Regisseurin Saara Aila Waasner begleitet in ihrem Dokumentarfilm vier Frauen, die die Lebensmitte überschritten haben und ihr Geld mit Sexarbeit verdienen – ein Film voller Hintergründe und Lebens-weisheiten über das skurile Geschäft mit dem „schönen Schein“ - anschl. Filmgespräch, (Eintritt: 3,00 EUR)

          

                                    

17.03.2011, *19.00 Uhr, Literaturhaus, Thiemstr. 7

(*geänderte Anfangs- Zeit)

„Spuren ins Jetzt“- Lesung über Hedwig Dohm mit Dr. Isabel Rohner, Literaturwissenschaftlerin, Autorin, Hedwig Dohm war eine humorvolle und engagierte Frauenrechtlerin und Journalistin, ausgezeichnete Musikliebhaberin und -Kennerin, bekannt wurde sie in den letzten Jahren durch Bücher und Filme als kritische Großmutter von Katja Mann – Die Autorin Isabel Rohner baute in den letzten Jahren mit Nikola Müller die Hedwig-Dohm-Edition auf. (Eintritt 5,00 EUR/4,00 EUR/3,00 EUR) 

 

 

18. März 2011, 12.00 –18.00 Uhr, Forum Gestaltung,

Brandenburger Str. 9-10, Frauenverein BeReshith e.V.
Festival jüdischer Frauen Sachsen-Anhalts – FrauenLeben(s)Kunst
„Eine Insel erfinden allfarben...“ (Rose Ausländer)  Jüdische Frauen in Deutschland zwischen Tradition und Kreativität – das Thema  bezieht sich auf das Wirken und die Situation von Frauen in der Bildenden Kunst sowie

in  Musik, Film, Theater und Literatur in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Das Festivalprogramm beinhaltet: Impulsvorträge, thematische Workshops, eine Bildausstellung, ein literarisch-musikalisches Programm und viel mehr.... 

 

 

25.03.2011, bundesweiter Aktionstag „Gleicher Lohn für Frauen und Männer für gleiche Arbeit - EQUAL PAY DAY

 

30.03.2010, 18.00 Uhr, Universitätsbibliothek, Universitätsplatz 2„Was wäre wenn? - Über das Begehren und die Bedingungen der weiblichen Freiheit“ Lesung und Diskussion mit Antje Schrupp,  Journalistin und Politik-wissenschaftlerin - Dieses Buch handelt davon, wie sich kulturelle Selbstverständlichkeiten und eingefahrene Denkbahnen verändern, wenn die sexuelle Differenz als eine wirksame Kraft wahrgenommen wird. Die Freiheit der Frauen ist keine vorhersehbare oder gar zwangsläufige Entwicklung. Sie kann daher auch nicht in den alten Denkmustern begriffen werden.

 

vom 03. März bis 02.04.2011, Volksbad Buckau/ Frauenzentrum Courage, Karl-Schmidt-Str.56, Ausstellung „Junge Frauen zwischen alter und neuer Heimat“ des Vereines derART e.V. und ORFIDE mit Fotografien von in Magdeburg lebenden Migrantinnen

 

 

Kooperationspartner:

Politischer Runder Tisch der Frauen Magdeburg, Volksbad Buckau/ Frauenzentrum Courage, Koordinierungsstelle für Frauen- und Geschlechterforschung Sachsen-Anhalt, Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt e.V., Universität Otto-von-Guericke Magdeburg, Frauenverein BeReshith e.V., Fabularium-Buchhandlung , artist e.V., derArt e.V.,  Literaturhaus e.V.,, Evangelische Frauen in Mitteldeutschland , Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt e.V.,  Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg




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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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