Kaufungen.
„Die IGS Kaufungen war ja schon immer etwas besonderes – jetzt wird dies auch beim ersten Blick auf das Schulgelände deutlich“, wies Landrat Uwe Schmidt bei der Einweihung der neuen Klassenhäuser der Kaufunger Gesamtschule auf die Besonderheit der Baumaßnahme hin. Schmidt: „Die IGS Kaufungen ist die erste Schule im Landkreis mit Klassenhäusern und ich bin sicher, dass dieses Konzept beispielhaft für andere Schulbauten in Deutschland werden wird“.
Schmidt bedankte sich bei den am Bau beteiligten Unternehmen, dem Architekten Joachim Döring aus Kaufungen und den Mitarbeitern der GHT-Gesellschaft für Projektmanagement in Kassel dafür, dass es trotz der „nicht einfachen Bauarbeiten“ gelungen ist, den Neubau der Klassenhäuser termingerecht fertig zu stellen.
Besonders positiv sei, dass auch der Kostenrahmen für den Neubau eingehalten worden ist. Schmidt: „Dies zeigt, dass gut vorgearbeitet wurde und die fast ausschließlich aus der Region stammenden Firmen hier in für alle Beteiligten gute Arbeit geleistet haben“. Die Gesamtkosten für die neuen Klassenhäuser belaufen sich auf rund 13,5 Millionen Euro, die aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Landes Hessen finanziert werden.
Landrat Schmidt erinnerte daran, dass der Anlass für den Ersatzneubau die PCB-Belastung des Allgemeinen Unterrichtsgebäudes der IGS Kaufungen ist. Ursprünglich hatte der Kreis geplant, diese Investition in dem für den Landkreis mittlerweile „gewohnten und bewährten“ Modells einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft (ÖPP) durchzuführen.
Nicht zuletzt auf Drängen des Regierungspräsidiums Kassel, das einer Aufstockung der ÖPP-Investitionspakete ablehnend gegenüberstand, habe man entschieden, 13,5 Millionen Euro aus dem Landesprogramm „Schul- und Hochschulbau“ für die IGS Kaufungen zu nutzen. Die Restsumme für die auf rund 21 Millionen Euro veranschlagte teuren Baumaßnahme werde über ÖPP abgewickelt, teilt der Landrat mit.
In den neuen zweigeschossigen Klassenhäusern sind in den rund 18 Monaten Bauzeit 36 neue Klassenräume entstanden. Schmidt: „Bereits jetzt wird deutlich, dass das beabsichtigte kleine Dorf das Schulleben der IGS Kaufungen total verändern wird“. Die Weitläufigkeit des „kleinen Schuldorfes“ werde „ganz sicher“ auch ein pädagogischer Gewinn für Lehrer und Schüler sein. „Wir wollen eben nicht nur in Energieeffizienz und Brandschutz investieren, sondern auch in eine Bildungsatmosphäre an unseren Schulen, die Voraussetzung dafür ist, dass Lernen und Lehren wieder mehr Spaß macht“, machte der Landrat die Ziele des Landkreises deutlich.
Als nächste Baumaßnahme an der Integrierten Gesamtschule Kaufungen steht der Abbruch des jetzt nicht mehr benötigten alten „Allgemeine Unterrichtsgebäude“ an - im Anschluss daran wird das Zentralgebäude neu gebaut. „Da die Sanierung des Technischen Gebäudes bereits abgeschlossen ist, werden wir im Sommer 2012 alle Bauarbeiten beenden können“, so der Landrat weiter. Dann hoffe er – und sicherlich auch die gesamte Schulgemeinde – dass die nächsten dreißig Jahre „erst mal keine größeren Bauarbeiten an der IGS Kaufungen nötig sind“, so Schmidt abschließend.
Hintergrund:
Die IGS Kaufungen wurde von 1989 bis 1995 Asbest- und PCB saniert. In den folgenden Jahren haben an der Schule umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen stattgefunden. Dazu gehörten die Vollendung der multifunktional nutzbaren Pausenhalle und Baumaßnahmen in Verbindung mit dem ausgebauten Ganztagsangebot der Schule. 2007 schloss sich eine ÖPP-Grundsanierung an. Im Zuge dieser Arbeiten wurden an der Fassade des "Allgemeinen Unterrichtsgebäudes" im Bereich der Fugen zwischen den Betonteilen unregelmäßige Füllungen festgestellt.
Messungen in den Klassenräumen ergaben erhöhte PCB-Werte, die letztlich zur Entscheidung führten, das betroffene Gebäude abzubrechen und die benötigten Klassenräume an anderer Stelle des Schulgeländes neu zu errichten.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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