Wiesbaden / Kassel
Mit der Unterzeichung der Kooperationsvereinbarung zu Bau und B
etrieb des „Schülerforschungszentrums Nordhessen der Universität Kassel an der Albert-Schweitzer-Schule“ in Kassel haben das Land – vertreten durch das Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Kultusministerium –, die Universität Kassel, die Stadt und der Landkreis Kassel eine auf 50 Jahre angelegte Zusammenarbeit besiegelt. In dem Schülerforschungszentrum werden nach dem Modell des Physik Clubs Kassel Schülerinnen und Schüler aus Nordhessen eigenständige Forschungsprojekte in allen Naturwissenschaften und der Technik bearbeiten. Der Vertrag ermöglicht die rasche Fertigstellung des Neubaus, durch den bessere organisatorische, technische und räumliche Bedingungen gewährleistet werden, und er sichert die längerfristige Projektarbeit ab. Der Neubau entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft der Albert-Schweitzer-Schule nach Plänen des Kasseler Architekturbüros Bieling. Das Projekt ist mit rund 3,2 Millionen Euro im Hochschulinvestitionsprogramm HEUREKA des Landes veranschlagt. Die Stadt Kassel steuert das Baugrundstück bei und übernimmt die Betriebskosten, an denen sich wiederum der Landkreis beteiligt. Das Kultusministerium trägt die Kosten für zwei Lehrerstellen und leistet Unterstützung durch das Staatliche Schulamt. Die Universität übernimmt die begleitende Forschung. Der Kooperationsvertrag bildet den vertraglichen Grundstein für das Projekt. Der bauliche Grundstein für das Schülerforschungszentrum wird im Mai 2011 gelegt.sich künftig mehr Abiturientinnen und Abiturienten für die so genannten MINT-Studiengänge entscheiden, also für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“, sagte Kühne-Hörmann.
„Das Schülerforschungszentrum bildet in idealer Weise ein Bindeglied in der naturwissenschaftlichen Bildung zwischen Schule und Universität“, hob Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann hervor. Dadurch würden die Schülerinnen und
Schüler optimal auf die Anforderungen des Studien- und Berufslebens vorbereitet. Die enge Kooperation mit der Universität Kassel eröffne ihnen frühzeitig Kontakt zur universitären Lehre und Forschung. „Ich bin davon überzeugt, dass das Projekt dazu beitragen wird, dass
Kultusministerin Henzler wies darauf hin, dass das Kultusministerium schon seit einigen Jahren den Physik-Club der Albert-Schweitzer-Schule fördere, aus dem das Schülerforschungszentrum hervorgegangen sei: „Dem liegt unsere Überzeugung zu Grunde, dass wir die Schülerinnen und Schüler möglichst früh für die Naturwissenschaften begeistern
müssen. Junge Menschen, die heute in der Schule ihr Interesse für Physik oder Mathematik entdecken, können die Ingenieure von morgen sein, auf die wir dringend angewiesen sind.“
Von großer Bedeutung sei dabei, so Henzler, auch die Förderung außerschulischer Lernorte als wichtige und notwendige Ergänzungen zum schulischen Alltag. „Das Schülerforschungszentrum ist deshalb mit seiner Unterstützung in den mathematischnaturwissenschaftlichen Fächern sowie mit den Angeboten in der Hochbegabtenförderung eine wichtige Bereicherung für die Region Kassel und für das Bildungsland Hessen“, sagte Henzler.
„Als Universität haben wir ein vitales Interesse daran, den wissenschaftlichen Nachwuchs so früh wie möglich zu fördern“, sagte der Präsident der Universität Kassel, Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep: „Wir brauchen mehr Studierende in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern, vor allem mehr junge Frauen.“ Das Schülerforschungszentrum könne einen wichtigen Beitrag leisten, junge Talente frühzeitig zu entdecken, zu fördern und für die Forschung zu begeistern. Darüber hinaus profitiere die Universität aber auch ganz unmittelbar vom Schülerforschungszentrum: So könnten Lehramtsstudierende und Fachdidaktiker neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie naturwissenschaftliche Inhalte künftig besser im Unterricht vermittelt werden. In diesem Kontext könne das Schülerforschungszentrum auch eine wichtige Rolle bei der Lehrerfortbildung spielen.
„Das Schülerforschungszentrum ist ein ganz großer Schritt zur Konzentration und weiteren Entwicklung bereits vorhandener Initiativen – und damit deren Stärkung“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Kassel beheimate zurzeit mehrere unterschiedliche Initiativen, nämlich den PhysikClub und den Junior-PhysikClub, das Schülerlabor Biologie, den Verein Science Bridge e. V. und ,Naturwissenschaft und Technik, Lernort Labor für Mädchen’. Hilgen fügte hinzu: „Diese wollen auf verschiedenen Ebenen das öffentliche Interesse an Naturwissenschaften wecken, naturwissenschaftlichen Unterricht an Schulen und damit naturwissenschaftliche Interessen von Schülerinnen und Schülern fördern und jungen
Wissenschaftlern durch Einbindung in Lehr- und Lernentwicklung grundlegende Schlüsselqualifikationen vermitteln.“ Die Bedeutung des Schülerforschungszentrums Nordhessen an der Albert-Schweitzer-Schule zeige, wie wichtig Ausbildung heute im Wettbewerb der Staaten, aber auch bereits der Regionen sei. Daher engagiere sich die Stadt auch finanziell bei der Verwirklichung des Schülerforschungszentrums, das ein Garant dafür sei, dass künftige Schülerinnen und Schüler sich naturwissenschaftlich interessieren. Susanne Selbert, Erste Kreisbeigeordnete des Landkreises Kassel, fügte hinzu, dass mit dem Schülerforschungszentrum die Bedeutung der Universität für die Entwicklung der Region erneut sichtbar werde: „Außerdem profitieren von der Anbindung an die Albert-Schweitzer-
Schule auch über 400 Schüler aus dem Landkreis – über die von uns gezahlten Gastschulbeiträge fließen dafür knapp 400.000 Euro pro Schuljahr aus dem Kreishaushalt an die Stadt“. Bei der Entwicklung zukunftsfähiger Schul- und Bildungsangebote arbeiteten Stadt und Landkreis „sehr gut“ zusammen, so Selbert weiter. Auch dafür sei das Schülerforschungszentrum Nordhessen ein gutes Beispiel.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: