Ottostadt Magdeburg.
Magdeburgs Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung, Holger Platz und Frank Bonse, Referatsleiter im Innenministerium des Landes Sachsen-Anhalt haben heute im ServiceCenter des bundeseinheitlichen Behördenrufs 115 fünf neue Mitarbeiter begrüßt: Die Telefonzentrale von Landesregierung und Landesverwaltung befindet sich jetzt im gemeinsamen ServiceCenter von Stadt und Land im Breiten Weg 222.
Das Pilotvorhaben D115 in Magdeburg ist ein Gemeinschaftsprojekt des sachsen-anhaltischen Innenministeriums und der Landeshauptstadt, die dafür ein gemeinsames ServiceCenter betreiben. Neben der bundeseinheitlichen Behördenrufnummer 115, die seit dem 1. Dez. 2010 in Magdeburg geschaltet ist, laufen dort die zentralen Einwahlnummern der Landeshauptstadt (0391/5400) und des Landes Sachsen-Anhalt (0391/65701/02) auf. Seit wenigen Tagen sind die Mitarbeiter der früheren Telefonzentralen von Stadt und Land auch unter einem Dach vereint: im Breiten Weg 222. Insgesamt 19 Mitarbeiter nehmen hier Anrufe entgegen.
„Der Bürger weiß ja oft gar nicht genau, welche Behörde für sein Anliegen zuständig ist“, weiß Holger Platz aus Erfahrung. „Mit der 115 ist das auch gar nicht mehr notwendig, denn hier erhalten Anrufer unkompliziert die gewünschte Information – unabhängig davon, ob sie in die Zuständigkeit der Stadtverwaltung, des Landes oder einer Bundesbehörde fällt.“ Möglich macht dies ein Wissensmanagement, mit dem die Mitarbeiter im ServiceCenter die gewünschten Informationen schnell recherchieren können und das stetig erweitert wird.
Das ServiceCenter ist montags bis freitags von 8.00Uhr bis 18.00Uhr für die Bürgerinnen und Bürger unter der Rufnummer 115 für Fragen rund um die Verwaltung erreichbar. Für alle einlaufenden Anrufe gilt das Serviceversprechen der D 115:
- 75 % der Anrufe werden innerhalb von 30 Sec. entgegengenommen
- 65 % der Anliegen werden sofort abschließend geklärt.
Sofern die Anfrage des Bürgers nicht sofort beantwortet werden kann, wird ein Ansprechpartner vermittelt oder das Anliegen weitergeleitet.
„Inzwischen wird die neue Rufnummer mehr und mehr von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen“, zieht Magdeburgs Beigeordneter eine erste Bilanz: „Erfragt wurden in den vergangenen Monaten vor allem Informationen zu Ausweisdokumenten, Geburtsurkunden, KFZ und nach den Öffnungszeiten der Bürgerbüros.“
Die Anrufzahlen lagen durch einen üblichen Neuigkeitseffekt zu Beginn im Dezember mit 1144 Anrufen auf einem erfreulichen Niveau. Nach einem Rückgang der Anrufe im Januar auf 680, steigen die Anrufzahlen nun stetig. Im Februar wählten 776 Bürger die 115 und im März schon 977. „Damit liegen wir im Bundesdurchschnitt“, so Holger Platz.
D115 im Regelbetrieb
Nach zweijährigem Pilotbetrieb in Modellregionen hat der bundeseinheitliche Behördenruf am vergangenen Donnerstag (14. April) den Regelbetrieb aufgenommen. Inzwischen haben rund 15,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger in sieben Bundesländern mit der 115 einen direkten telefonischen Draht in die Verwaltung.
Ein zum Ende des Pilotbetriebs veröffentlichter Abschlussbericht und die darin enthaltene Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach zum Projekt D115 verdeutlichen, dass der telefonische Bürgerservice auch im Internetzeitalter kein Auslaufmodell ist. Die Allensbachstudie zeigt auch, dass die 115 auf große Zustimmung stößt: 83 Prozent der Bevölkerung finden es gut, dass es eine einheitliche Behördennummer gibt. Der Abschlussbericht macht zudem deutlich, dass die 115 erhebliche wirtschaftliche Entlastungseffekte für die Verwaltungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene bietet.
Das vordringliche Ziel des Regelbetriebs ist es, weitere Kommunen und Länder für die 115 zu gewinnen. Der Pilotbetrieb wurde mit 13 kreisfreien Städten und Landkreisen mit insgesamt ca. 10 Millionen Einwohnern, 4 Bundesländern und 14 Bundesbehörden gestartet. Inzwischen ist der Kreis der Modellregionen stark gewachsen. Die Bundesverwaltung wird sich bis Ende des Jahres 2011 vollständig mit rund 75 Behörden und Institutionen am 115-Service beteiligen. In den Gremien für den Regelbetrieb der D 115, die jeweils paritätisch (3 Mitglieder Kommune/Land/Bund) besetzt sind, ist die Stadt Magdeburg bzw. das Land Sachsen-Anhalt durch den Beigeordneten für Kommunales, Umwelt und allgemeine Verwaltung, Holger Platz im Lenkungsausschuss - dem höchsten Gremium vertreten. In der Zentralen Arbeitsgruppe, die maßgeblich für die fachliche Steuerung und Entwicklung von D115 zuständig ist, wird das Land Sachsen-Anhalt durch Frank Bonse, Referent im Innenministerium vertreten. „Damit kann unser kooperativer Ansatz auch in den zentralen Gremien der D 115 beispielgebend verankert werden“, so Magdeburgs Beigeordneter Holger Platz.
Ein wichtiger Meilenstein im neuen Regelbetrieb wird die Anpassung der Tarife für die 115-Anrufe sein. Die Tarife werden zum Ende des Jahres 2011 voraussichtlich sinken, und auch die Integration in Flatrates wird durch eine aktuelle Verfügung der Bundesnetzagentur möglich sein. Derzeit kostet ein Anruf bei der 115 aus dem Festnetz der Deutschen Telekom AG 7 Cent pro Minute, die Tarife aus den Mobilfunknetzen liegen überwiegend zwischen 17 und 29 Cent pro Minute.