Presseinformation

Nr. 142 Steinfurt, 27. April 2011


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Kreisverwaltung trauert um ehemaligen Gesundheitsdezernenten
Dr. Heinrich Soddemann ist verstorben

Kreis Steinfurt. Fast 21 Jahre sind vergangen, seit Dr. Heinrich Soddemann aus Altersgründen in den Ruhestand ging. An Karfreitag (22. April) ist der ehemalige Gesundheitsdezernent der Kreisverwaltung verstorben.

Dr. Heinrich Soddemann wurde 1925 in Waltrop (Kreis Recklinghausen) geboren. Nach dem Medizinstudium an der Universität Münster legte er 1954 sein Staatsexamen ab. Kurz darauf erhielt er die Promotion zum Doktor der Medizin. Seit 1957 war er im öffentlichen Gesundheitsdienst tätig – zunächst als Assistenzarzt in der chirurgischen Abteilung des Städtischen Krankenhauses Hamm, seit dem 1. Juli 1962 als Kommunalarzt beim Kreis Steinfurt. Nachdem er 1964 die Amtsarztprüfung bestanden hatte, wurde er 1965 stellvertretender Amtsarzt und damit gleichzeitig stellvertretender Leiter des Gesundheitsdezernates. Zehn Jahre später wurde ihm die Leitung übertragen.

Der Verstorbene hat sich insbesondere in sozialmedizinischen Fragen im Bereich der allgemeinen Prävention, im Impfwesen, dem Notarzt- und Rettungsdienst sowie um die Zusammenarbeit mit Ärzten und Krankenhäusern Verdient gemacht. Nicht nur die Verbesserung des gesundheitlichen Umweltschutzes, auch die Neuordnung des Krankenhauswesens samt Sanierung zahlreicher Krankenhäuser im Kreisgebiet gehen auf ihn zurück. Er hat sich leidenschaftlich für eine bürger- und ortsnahe Krankenhausversorgung eingesetzt.

Seine besondere Sorge galt der ambulanten und stationären Betreuung und Versorgung älterer Menschen, weshalb er sich vehement für entsprechende Einrichtungen und Dienste einsetzte. Ebenso engagiert widmete er sich den Belangen behinderter Menschen. So war er beispielsweise Mitinitiator der Tagesbildungsstätte „Rolinckheim“ für geistig und mehrfach Behinderte in Burgsteinfurt sowie Mitbegründer der „Beschützenden Werkstatt für Behinderte“ in Ochtrup-Langenhorst.

Dr. Soddemann ist es auch zu verdanken, dass ein Konzept für die Verbesserung der ambulanten und flächendeckenden Betreuung psychisch Kranker entwickelt wurde. Außerdem setzte er 1987 die Einrichtung einer AIDS-Beratungsstelle und zwei Jahre später einer Koordinierungsstelle für Psychiatrie und Suchtfragen im Kreisgesundheitsamt durch. In diesem Jahr wurde unter seiner maßgeblichen Beteiligung zudem ein Sucht- und Drogenkonzept erarbeitet.

Sein großes Engagement wurde 1989 mit der Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der BRD gewürdigt. Dr. Heinrich Soddemann war eine geschätzte Persönlichkeit, die während der 28jährigen Dienstzeit kraftvoll, aber dennoch umsichtig und behutsam die anstehenden Aufgaben zum Wohle der Mitmenschen bewältigte. Besonders vorbildlich war sein gutes Verhältnis zu den niedergelassenen Ärzten und zu den Krankenhausärzten. Der Kreis Steinfurt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.