In einer Erdgeschoss-Wohnung im Hochhaus Gustav-Heinemannstraße 36 ist seit dem 10. April der "Manforter Laden" - ein offener, von der Diakonie Leverkusen geführter, Treff mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten für junge Familien untergebracht. Seine Türen sind jeden Tag von Montag bis Freitag von 9.00 bis 16.00 Uhr geöffnet, donnerstags sogar bis 18.00 Uhr. Obwohl noch ein Schild an der Tür fehlt, das aber bald kommen soll, so die Leiterin Marianne Strunz, ist sie und ihr Team - zwei Sozialpädagoginnen und eine Psychologin - mit der bisherigen Resonanz in jedem Fall zufrieden. Im Rahmen der Kampagne "Das Jugendamt. Unterstützung, die ankommt", zogen sie heute im Rahmen des offenen "Familienfrühstücks", das jeden Donnerstagmorgen angeboten wird, eine kleine "Drei-Wochen-Bilanz":
"Die Angebote, die der Manforter Laden macht, haben sich über Mundpropgaganda schon sehr schnell herumgesprochen", sagt Team-Mitglied Britta Bruckmann. Ganz besonders gefragt waren bisher die Schuldner- und die Erwerbslosenberatung und ein Kind, das als erstes den "Bastelspaß für Grundschulkinder" besucht hatte, hat inzwischen 20 andere "mitgebracht". Nicht nur die Kinder, auch die Mütter sind offensichtlich angetan. So auch eine junge türkische Mutter, die über ihre Söhne, vier und acht Jahre, in den Manforter Laden gekommen ist, Deutsch spricht, ihre Kenntnisse aber noch verbessern will. Beim "Familienfrühstück" lassen sich Fragen zum Sprachkurs bestens klären. 13 Angebote bietet das Team insgesamt an: Sie reichen eben u. a. vom Deutsch-Kurs inklusive Kinderbetreuung über die Schulsprechstunde bis zur Erziehungsberatung. So wie die türkische Mutter vom Manforter Laden über den Kindergarten des Sohnes erfahren hat, sollen noch mehr Manforter Familien kontaktiert werden: "Wir setzen ganz stark auf die Vernetzung mit den Partnern hier im Sozialraum", sagen Marianne Strunz und Ute Papadopoulos vom Jugendamt Leverkusen. Und deshalb liegen die Angebote des Manforter Ladens zum Beispiel auch im benachbarten "Familienzentrum Scharnhorststraße" aus. Ebenfalls mehr Kontakt zu deutschen Nachbarn und damit zur deutschen Sprache, den sucht eine polnische, fast siebzigjährige, Rentnerin, die heute erstmals zum "Familienfrühstück" gekommen ist. Sie komme zwar bestens zurecht in Leverkusen, Einkaufen und auch Arztbesuche seien dank polnischsprachiger Ärzte kein Problem, aber sie wolle endlich ihr Deutsch verbessern. Das Team im Manforter Laden ist mit seiner ersten Zwischen-Bilanz zufrieden: Nächstes Nahziel: die Manforter auf das Angebot "Krabbelgruppe" aufmerksam zu machen, denn der Bedarf ist da, das wissen die Expertinnen aus den intensiven Vorgesprächen, die sie 2010 zur Entwicklung des Konzepts geführt haben.
Der Manforter Laden gehört neben dem Rheindorfer Laden und dem Treff in der Derr-Siedlung in Steinbüchel zu den drei offenen Quartiersangeboten, die das Jugendamt Leverkusen im Rahmen des Projekts "Frühe Hilfen" fördert. Das Projekt ist zunächst auf fünf Jahre befristet, dann wird dem Rat ein Rechenschaftsbericht vorgelegt. Ziel: insbesondere junge Familien rechtzeitig an Beratungs- und Hilfsangebote heranzuführen, dies betonten noch einmal Ute Papadopoulos und Claudia Falk-Trude vom Jugendamt Leverkusen.
Pressekontakt: Stadt Leverkusen, Irmgard Schenk-Zittlau
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