Pressemitteilung vom18. Mai 2011
„Immobilienmarkt im Landkreis Kassel wächst wieder“stellt der dritte Immobilienmarktbericht der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Immobilienwerte fest

Hofgeismar/Landkreis Kassel. "Mehr Bewegung auf dem Immobilienmarkt im Landkreis ist ein gutes Zeichen – wirtschaftliche Entwicklung macht sich auch bei Immobilien bemerkbar“, freut sich Vizelandrätin Susanne Selbert bei der Vorstellung des dritten Immobilienmarktberichts für den Landkreis.

 

Der Immobilienmarkt im Landkreis Kassel wächst wieder. „Das Auswertejahr 2010 verzeichnet gegenüber dem Vorjahr mit Ausnahme von Bauplätzen in allen Bereichen Zuwächse bei der Anzahl der Eigentumsübergänge: Die Gesamtzahl steigt um 10 % und erreicht wieder das Niveau der Jahre 2003/2005, beim Wohnungseigentum sind es sogar ungefähr 20 Prozent“, informiert Frank Mause, Vorsitzender des Gutachterausschusses, der den Immobilienmarktbericht herausgibt. Auch die Nachfrage nach „gebrauchten Immobilien“ wachse um rund 18 Prozent.  Bei den Bauplätzen wurde das Vorjahresergebnis allerdings nur geringfügig überschritten (+ 1 Prozent), so Mause weiter. Folgerichtig lege auch der Geldumsatz  um rund 8 Prozent auf inzwischen 245 Millionen Euro zu.

 

Nach dem Sprung bei unbebauten Grundstücken von 2008 nach 2009 bei Gewerbeflächen (+ 20 Prozent!) und Wohnbauflächen (+ 15 Prozent!) hat sich der Durchschnittspreis 2009 auf dem erreichten Niveau stabilisiert“, berichtet Leitender Vermessungsdirektor Diplom-Ingenieur Mause. Mause ist auch zugleich Amtsleiter des Amtes für Bodenmanagement Korbach, das auch für den Landkreis Kassel zuständig ist und im Behördenzentrum „Manteuffel-Anlage“ in Hofgeismar mit mehr als fünfzig Beschäftigten eine große Außenstelle unterhält.

Bei der Entwicklung des Immobilienmarktes im Kreis müsse man auch immer die Entwicklung der Wohnbevölkerung im Hinterkopf haben, erinnert Selbert. Die Wohnbevölkerung gehe seit Jahren stetig zurück und liege 2010 nur noch bei knapp 238.000 Einwohnern. Während die Bevölkerungsverluste im Norden besonders groß sind, können nur einzelne Orte im Umland von Kassel geringe Zuwächse verzeichnen.

Der Immobilienmarkt im Kreis bietet für Käufer nach wie vor attraktive Preise, besonders für gebrauchte Wohnhäuser. Wie der Immobilienmarktbericht feststellt, ist die Preisentwicklung für gebrauchte Eigenheime (Ein- und Zweifamilienhäuser) seit 2002 insgesamt um rund sieben Prozent zurückgegangen. "Ein gebrauchtes Ein- oder Zweifamilienhaus war im Landkreis im letzten und auch vorletzten Jahr für durchschnittlich 135.000 Euro zu haben“, informiert der Leiter des Amtes für Bodenmanagement. Die Preise für Reihenhäuser (Durchschnitt von ca. 110.000 Euro) sind gegenüber dem letzen Jahr etwa gleich geblieben und sind damit immer noch um etwa 20 Prozent unter dem Niveau von 2002.

Auch neuere freistehende Eigenheime ab dem Baujahr 2001 seien günstig zu erwerben. Mause: "Bei einer Grundstücksgröße von knapp 700 Quadratmetern und einer Wohnfläche von 150 Quadratmetern liegt der Marktpreis bei durchschnittlich 207.000 Euro“.

Fast die Hälfte der 2010 verkauften Ein-/Zweifamilienhäuser waren allerdings zwischen 30 und 50 Jahre alt. Der am Markt zu erzielende Preis liege in der Regel je nach Lage 25 bis teilweise 50 Prozent unter dem rein rechnerischen und substanzorientierten Sachwert einer entsprechenden Immobilie. "Es ist also sehr attraktiv, eine gebrauchte Immobilie im Landkreis Kassel zu erwerben“, stellt Vizelandrätin Selbert fest. Dies gelte besonders für die Kommunen außerhalb des direkten Einzugsbereichs der Stadt Kassel. "Je näher man an die Stadt herankommt, desto teurer werden Neubau und der Kauf einer gebrauchten Immobilie“, so Selbert weiter.

Bei den unbebauten Flächen ragt die Stadt Wolfhagen 2010 besonders heraus: Mehr als 120 Verkäufe, fast mehr als das doppelt so viel als zum Beispiel in Baunatal. Demgegenüber werden in Baunatal als einziger Kommune mehr Eigentumswohnungen als bebaute Grundstücke verkauft. Eigentumswohnungen haben einen Anteil von 11 Prozent am Gesamtumsatz des Kreises. Größere Bewegungen gibt es noch in Lohfelden und Vellmar. In Vellmar, Kaufungen, Baunatal und Lohfelden werden besonders viele bebaute Grundstücke verkauft.

Auch zu den Mieten trifft der Bericht Aussagen: Insgesamt können fast 1.100 Mieten aus den unterschiedlichsten Quellen ausgewertet werden. Im Gegensatz zu den Verkäufen, bei denen die Kaufverträge per Gesetz dem Gutachterausschuss zur Auswertung zur Verfügung gestellt werden, sind hier alle Angaben freiwillig. Die Auswertung ist differenziert nach dem allgemeinen Bodenwertniveau des Ortsteils, der Lage (gut/mittel/mäßig), Baujahr und Wohnflächengröße. Sie ergibt für eine gewöhnliche Mietwohnung in einem Ort wie z.B. Hofgeismar-Kernstadt in mittlerer Lage mit Baujahr 1975-1999 und Wohnfläche von 75 m² einen durchschnittlichen monatlichen Mietzins (ohne Nebenkosten) von 4,50 €/m².

Der inzwischen fortgeschriebene Marktbericht erhält eine Vielzahl von weiteren Informationen zum Immobilienmarkt. Der Gesamtumsatz 2010 von mehr als 245 Millionen Euro konzentriert sich mit fast zwei Drittel wieder auf das Umland der Stadt Kassel - die Kommunen des Zweckverbandes Raum Kassel im Kreis. Hier liegt der durchschnittliche Bodenwert für Wohnbauland bei ungefähr 90 €/m² und hier wohnt mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Kreis. In den Orten mit zentralen Funktionen im weiteren Umland wie zum Beispiel Grebenstein oder Zierenberg liegt der Bodenwert bei rund 60 Euro pro Quadratmeter. Der Geldumsatz beträgt hier grob 45 Millionen Euro im Jahr. Die ländlichen Orte tragen lediglich mit rund 25 Millionen Euro pro Jahr zum Umsatz bei, der Bodenpreis liegt dort im Schnitt bei nur etwa 30 Euro pro Quadratmeter. Diese Zahlen spiegeln die heterogene und in etwa dreigeteilte Struktur des Landkreises wider.

45 Prozent der Fläche im Kreis werden landwirtschaftlich genutzt, 40 Prozent des Kreisgebietes sind von Wald bedeckt (allein der „Gutsbezirk Reinhardswald“ ist mit 14 v. H. vertreten). Bebaute Grundstücke haben nur einen Anteil von 7 Prozent an den 129.278 Hektar Gesamtfläche des Landkreises.

Der Marktbericht ist digital als „Teilausgabe Landkreis Kassel“ für 40 Euro (als „Gesamtausgabe“ zusammen mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg 70 Euro) und als Farbdruck für 60 Euro (bzw. 100 Euro) beim Fachbereichsleiter der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Dieter Musmann, im Amt für Bodenmanagement Korbach, Dienststelle Hofgeismar, Manteuffel-Anlage 4 in Hofgeismar erhältlich.

Tel:. 05671 / 998 190 (ab 01.06.2011: 05631 / 978-290)
Fax: 0611 / 327 605 519
Mail: dieter.musmann@hvbg.hessen.de



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:


Immobilienbericht2011
Angehängt ist ein Foto mit (von links nach rechts) Frank Mause (Leiter des Amtes für Bodenmanagement Korbach), Vizelandrätin Susanne Selbert, Manfred Sander (langjähriger Vors. des Gutachterausschusses) und Dieter Musmann (Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in Hofgeismar). Außerdem hängen zwei Dateien mit der Anzahl der Kaufverträge für bebaute Grundstücke im Landkreis Kassel (je mehr verkaufte Häuser, desto dunkler die Einfärbung) und mit den Bodenwerten des Landkreises Kassel (je höher die Grundpreise desto dunkler die Einfärbung).


IMB Kaufverträge



IMB Bodenwerte



LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
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