20. Mai 2011.
Vom 23. bis 27. Mai wird im Landkreis Leer bei allen Patienten, die neu in eines der Krankenhäuser eingeliefert werden, ein Abstrich genommen – mit einem Wattetupfer in Nase und Rachen. Untersucht werden die Abstriche auf antibiotikaresistente Bakterien.
Die Reihenuntersuchung ist Teil eines groß angelegten EU-Programms entlang der deutsch-niederländischen Grenze mit Namen Eur-Safety-Health-Net. Mit dem Projekt soll die Patientensicherheit und der Schutz vor Infektionskrankheiten verbessert werden.
Im Vordergrund steht dabei die Bekämpfung antibiotikaresistenter Bakterien, insbesondere von MRSA-Keimen (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus). Sie gelten weltweit als wichtigster Erreger von Krankenhaus-Infektionen. Im Landkreis Leer will man jetzt auch genauer hinschauen und feststellen, wie sich die Lage in der Region insgesamt darstellt. Nach Vorliegen aller Untersuchungsergebnisse und Auswertung der anonymisierten Begleitdaten sollen die Krankenhäuser ihr bisheriges MRSA-Management überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
Durch die zunehmende Reisetätigkeit und freie Wahl des Wohn- und Arbeitsplatzes in der Grenzregion wird auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitssektor immer wichtiger. „Die Keime machen vor Grenzen keinen Halt“, sagt Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes.
Durch konsequente Maßnahmen in niederländischen Krankenhäusern gegen MRSA wird dort die Infektionsrate seit vielen Jahren äußerst gering gehalten. Der Erfahrungsaustausch und die enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Infektionsschutzes zwischen den Nachbarländern sollen den Krankenhäusern auf beiden Seiten der Grenze zugute kommen, um eine Verbreitung von Keimen wie MRSA aber auch anderen Infektionskrankheiten zu vermeiden.
Im Rahmen des EurSafety-Projekts entstehen auf Initiative der jeweiligen Gesundheitsämter lokale Netzwerke, bestehend aus Vertretern der Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime, ambulanten Pflegedienste, Rettungsdienste, Labore und niedergelassenen Ärzte. In der Netzwerkarbeit sollen unter Moderation des zuständigen Gesundheitsamts fachübergreifende Lösungsansätze zur Bekämpfung von MRSA erarbeitet und in den unterschiedlichen Einrichtungen etabliert werden. Zentraler Ansprechpartner für alle Beteiligten in den Kommunen ist das lokale Gesundheitsamt.
Hintergrund:
Staphylococcus aureus ist bei vielen Menschen ein Bestandteil der normalen Haut- und Schleimhautflora. In seltenen Fällen kann er für den Menschen unterschiedliche Infektionen hervorrufen, die aber meist über Antibiotikaabgabe gut behandelt werden können. Entwickelt das Bakterium hingegen eine Unempfindlichkeit (Resistenz) gegen ein oder mehrere Antibiotika, so spricht man von einem mehrfach oder multiresistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Dieser ist nur noch schwer oder gar nicht medikamentös behandelbar.
Für jedes Krankenhaus ist es wichtig festzustellen, welche Risikopatienten Träger des MRSA-Keimes sind, damit gezielte Maßnahmen sowohl zum Schutz des betroffenen Patienten als auch der Mitpatienten getroffen werden können.
Die Reihenuntersuchung auf MRSA findet vom 23. bis 27. Mai in der gesamten Ems-Dollart-Region statt.
An „EurSafety Health-Net“ nehmen auf deutscher Seite in der Ems-Dollart-Region die Landkreise Ammerland, Aurich, Cloppenburg, Emsland, Friesland, Grafschaft Bentheim, Leer, Vechta, Wesermarsch und Wittmund, sowie die Städte Emden, Oldenburg und Wilhelmshaven teil. Die Projektkoordination für die gesamte Ems-Dollart-Region ist am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt in Hannover angesiedelt.
Ziel der Kliniken ist es, die zehn definierten Qualitätsziele des Projektes zu erfüllen. Kliniken, die diesen Meilenstein schaffen, werden mit dem Hygienequalitätssiegel des EurSafety Health-Net ausgezeichnet.
Landkreis-Leer ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.
Landkreis Leer
Bergmannstraße 37 D-26789 Leer Telefon: +49 (0) 491 / 926-1254 Telefax: +49 (0) 491 / 926-1200 E-Mail: pressestelle@landkreis-leer.de |