In dieser Woche besuchten Vertreter der Landeshauptstadt Magdeburg sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe Magdeburgs ukrainische Partnerstadt Saporoshje. Primäres Ziel der Reise war die Übergabe von medizinischen Hilfsgütern, die Magdeburger Krankenhäuser und Arztpraxen auf Bitten ukrainischer Ärzte zur Verfügung gestellt hatten. Dringend benötigte Technik wie Beatmungsgeräte und Defibrillatoren erreichten in einem LKW der Johanniter-Unfall-Hilfe ihr Ziel: das "Städtische Krankenhaus Nr. 5" in Saporoshje.
„Mein Dank gilt allen am Transport beteiligten Personen und Institutionen sowie natürlich den Kliniken und Arztpraxen, die für Saporoshje gespendet haben“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.
Olaf Kreutzmann, der für die Hilfsorganisation an der Reise teilnahm, zeigte sich erleichtert: "Wir sind froh, dass der Lkw trotz Schwierigkeiten an der Grenze in Saporoshje angekommen ist. Wir haben uns eine Bild von der Situation vor Ort gemacht und wissen, wie wichtig diese Unterstützung ist."
Stadtrat Sören Herbst, der bei einem Besuch im vergangenen Jahr in der Stadt am Dnjepr die Anforderungsliste erhalten hatte, zieht eine überaus positive Bilanz der Reise: "Aus den zwei vollen Tagen Aufenthalt in unserer Partnerstadt hat unsere kleine Delegation sehr viel gemacht. Nicht allein, dass der Hilfstransport erfolgreich sein Ziel erreicht hat, freut uns, vielmehr haben wir die Zeit genutzt, um Gespräche über Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Wirtschaft, Kultur, Bildung, Soziales, Kirche und Tierschutz zu führen. Dabei wurden wir von der Saporoshjer Stadtverwaltung auf hervorragende Weise unterstützt. Man merkt unseren Partnern in der Ukraine wirklich an, dass sie diese Städtepartnerschaft, genauso wie wir, mit Leben füllen möchten."
"Wir kommen mit einem großen Blumenstrauß an Ideen und konkreten Vorschlägen für die zukünftige Zusammenarbeit zurück", so auch Dimitrij Filomonov, der im Auftrag des Wirtschaftsdezernates an der Reise teilnahm. Als besonders hervorzuhebende Projekte nannten die Delegationsteilnehmer die beabsichtigte modellhafte Unterstützung bei der energetischen Gebäudesanierung, die bereits laufende Unterstützung beim tierschutzgerechten Umgang mit Straßentieren sowie die in Aussicht stehende Zusammenarbeit mit dem deutsch-ukrainischen Kulturzentrum "Sammelsurium" . Angedacht sind hier unter anderem Austausche zwischen Schülern und Bands.
Die vielen Vorschläge und Angebote sollen jetzt geordnet und aufbereitet werden. Dann wollen die Delegationsteilnehmer dem Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg Dr. Lutz Trümper und dem Stadtrats-Beirat für Städtepartnerschaften von ihren Erfahrungen berichten und Vorschläge für das weitere Vorgehen machen.
"Neben den vielen Gesprächen auf Verwaltungs- und zivilgesellschaftlicher Ebene haben wir auch sehr bewegende Moment erlebt", so Sören Herbst. So wurde die Delegation vom Saporoshjer Erzbischof Luka empfangen, der eine Ikone für die russisch-orthodoxe Gemeinde in Magdeburg stiftete. Den Abschluss der Reise bildete eine gemeinsame Kranzniederlegung mit dem Oberbürgermeister von Saporoshje, Alexander Sin, am Denkmal für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Sören Herbst: "Wir haben uns diese Geste gewünscht. Eine Städtepartnerschaft baut Brücken, dazu gehören auch Zeichen der Versöhnung und des gemeinsamen Gedenkens".