In Magdeburg spielte heute die Meinung der Kleinsten die größte Rolle. Denn am heutigen Donnerstag fand im Rathaus die 1. Magdeburger Kinderkonferenz statt. Dazu begrüßte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die kleinen Stadtplaner von morgen.
„Kinder haben eine ganz andere Wahrnehmung vom Leben und Geschehen in ihrer Stadt“, so der Oberbürgermeister. „Es hat demnach keinen Sinn, ein kinderfreundliches Magdeburg gestalten zu wollen, ohne die Kinder selbst einzubeziehen. Deshalb haben wir die Kinderkonferenz ins Leben gerufen und nehmen alle Meinungen und Anregungen der Teilnehmer auch ernst.“
In den vergangenen Monaten hatten Kinder aus verschiedenen Magdeburger Kindertageseinrichtungen unter dem Motto „Mein Magdeburg in 10 Jahren“ Projekte und Ideen für ihre Stadt entwickelt. Im Mittelpunkt standen dabei ihre eigenen Vorstellungen für ein kinderfreundliches Magdeburg.
Heute durften die Kinder ihre Wünsche und Vorschläge nun ganz offiziell präsentieren.
Insgesamt 62 Mädchen und Jungen aus den Kindertageseinrichtungen „Bummi“, „Gänseblümchen“, K-A-STE-N, und „Nordwest“ beteiligten sich an der Kinderkonferenz und stellten ihre Ideen vor. Dabei reichte die Themenvielfalt von einem Garten der Generationen über Spiel und Freizeit bis hin zum Straßenverkehr.
Das Büro der städtischen Kinderbeauftragten hatte die Kinderkonferenz gemeinsam mit den folgenden Kooperationspartnern organisiert: Hochschule Magdeburg-Stendal, Kita-Gesellschaft Magdeburg mbH, Medientreff Zone!, Kinderbildungswerk Magdeburg e. V.
Das Konzept für die Kinderkonferenz erarbeitete Anne Stein, Studentin des Sozialwesens an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Außerdem wurde die gesamte Projektphase durch sie im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit wissenschaftlich begleitet und dokumentiert.
Bereits im Januar hatten die Kindergarten- und Hortkinder bei einer „Rathaus-Rallye“ erste Einblicke in die Arbeit der Stadtverwaltung gewonnen. Sie durften sehen, wo der Stadtrat arbeitet und das Büro des Oberbürgermeisters auskundschaften. Mit der Auftaktveranstaltung sollten die Kinder ein besseres Verständnis für die Funktionsweisen von Politik und Mitbestimmung entwickeln.
Hintergrund
Der Anfang der Projektidee einer Kinderkonferenz war ein Antrag vor dem Magdeburger Stadtrat, der im September 2009 gestellt wurde. Dabei wurde beantragt, eine Kinder- und Jugendkonferenz im Rathaus unter dem Titel: „Magdeburg 2020 – Perspektiven und Entwicklungschancen aus kinderfreundlicher und jugendlicher Sicht“ durchzuführen. Den Kindern soll damit die Möglichkeit gegeben werden, sich mit ihrer Stadt, insbesondere ihrem Stadtteil und der kommunalen Politik, intensiv auseinander zu setzen und einen Blick in die Zukunft zu wagen.