
Kreis Steinfurt. Der Kreis Steinfurt startet in diesen Tagen eine umfangreiche Untersuchung, in der Fakten über das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung ermittelt werden. Die Befragung findet von Mitte Juni bis Ende Juli statt.
Über eine Zufallsstichprobe wurden 11.500 Haushalte ausgewählt, die angeschrieben werden und sich telefonisch, schriftlich oder auch übers Internet an der Befragung beteiligen können. Die Befragung dauert nur wenige Minuten. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Mit der Durchführung der Mobilitätsuntersuchung wurde das Büro Planersocietät beauftragt, die telefonische Befragung erfolgt durch das CallCenter O-Ton.
Der Kreis Steinfurt ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS). Mit der vom Land geförderten Befragung zum Mobilitätsverhalten sollen Erkenntnisse über die heutige Situation der Verkehrsmittelwahl gewonnen werden. Vorrangiges Ziel der AGFS ist es, die Nahmobilität und hier besonders den Fahrradverkehr weiter zu fördern.
Konkret geht es um das „Wann, Wohin, Warum und Womit". Wann wurde ein Weg begonnen, welches Verkehrsmittel wurde genutzt, welchen Zweck und welches Ziel hatte der jeweilige zurückgelegte Weg? Erfragt werden auch der Zeitaufwand und die zurückgelegten Entfernungen. Über einen gesamten Tagesverlauf werden alle Wege - ob per Bus und Bahn, im eigenen Pkw, mit dem Fahrrad oder zu Fuß - protokolliert.
Für eine vorausschauende und bürgerorientierte Verkehrsplanung sind Informationen über das tatsächliche Verkehrsverhalten von großem Interesse. Als ein Ergebnis wird sichtbar, wie hoch der Anteil der einzelnen Verkehrsmittel am gesamten Verkehrsaufkommen ist. Bereits 1994 wurde im Kreis eine solche Untersuchung durchgeführt. Damals lag der Anteil des Radverkehrs bei 28 Prozent. Dies ist landesweit gesehen bereits ein sehr guter Wert.
Die Planer im Kreis wollen nun wissen, wie sich der Radverkehrsanteil im Kreisgebiet heute darstellt. Ist er stabil oder konnte er gesteigert werden? Denn im Kreisgebiet wurden in der Zwischenzeit eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt.
In der Untersuchung wird auch nach der konkreten Einschätzung des Verkehrsangebotes im Kreis Steinfurt gefragt. Hieraus soll abgeleitet werden, welche Maßnahmen den Bürgerinnen und Bürgern einen Umstieg vom Auto auf das Fahrrad oder E-Bike schmackhafter machen.
„Wir hoffen auf eine rege Beteiligung. Durch die Teilnahme an der Befragung erhalten die Bürgerinnen und Bürger im Kreis die Möglichkeit, sich aktiv in die Verkehrsplanung der Heimatregion einzubringen. Eine an den tatsächlichen Verhaltensweisen und Bedürfnissen der Bevölkerung ausgerichtete Verkehrsplanung ist natürlich erfolgreicher“, erläutert Heiner Bücker, Leiter des Kreis-Planungsamtes.
„Je mehr Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, umso repräsentativer, zuverlässiger und wertvoller sind unsere Ergebnisse. Die Daten sind auch für die 24 kreisangehörigen Städte und Gemeinden von großem Interesse. Deshalb wird die Untersuchung auch von ihnen tatkräftig unterstützt“, ergänzt Renate Schulte. Die Diplom-Geographin verantwortet beim Kreis die Verkehrsentwicklungsplanung und ist Ansprechpartnerin für alle fachlichen Fragen rund um die Untersuchung.
Alle erhobenen Daten werden anonymisiert. Es werden keine Namen oder Adressangaben gespeichert. Die anonymisierten Daten werden mit Hilfe eines Computerprogramms ausgewertet.
Ergebnisse werden voraussichtlich im Herbst vorliegen und präsentiert. Weitere Informationen über die Mobilitätsuntersuchung sind unter www.mobil-ST.de erhältlich.