Pressemitteilung vom30. Juni 2011
Richtfest für die Bioabfallvergärungsanlage in Vollmarshausen
Lohfelden/Kreis Kassel.

Eine wichtige Etappe des Baus der Bioabfallvergärungsanlage des Eigenbetriebes Abfallentsorgung Landkreis Kassel ist erreicht: Das Richtfest für die Anlage konnte gefeiert werden. „Der bisherige Bauablauf verlief ohne Komplikationen – die eingesetzten Firmen haben gute Arbeit geleistet“, freut sich Vizelandrätin Susanne Selbert. Mit der neuen Anlage zeige der Landkreis, dass erneuerbare Energien auf vielen Feldern nutzbar sind. „Die klimafreundlichste Art Biogas zu produzieren ist die Nutzung von Pflanzenabfällen“, stellt Selbert fest.

Am Beispiel der Bioabfallvergärungsanlage werde wieder deutlich, dass der Landkreis nicht nur global denke und lokal handele, sondern auch dabei die Ökonomie nicht außen vor lasse, so Selbert weiter. So werden zur Erzeugung des Biogases auf dem Betriebsgelände des Eigenbetriebes Abfallentsorgung in Vollmarshausen die vorhandenen Kapazitäten der bereits bestehenden Bioabfallkompostierung. Durch die energetische Nutzung der Bioabfälle werde die Kompostierung nicht aufgegeben, da die Gärrückstände nach der Biogasgewinnung kompostiert werden.

Bei diesen Verfahren handelt es sich um eine „ökologisch sehr sinnvolle Verwertung von Bioabfällen“, die auch dem Klimaschutz in mehrfacher Hinsicht dient: „Wir nutzen Bioabfälle zur Energieerzeugung und ersetzen damit Erdöl und Erdgas, durch den Komposteinsatz werden Torf und auf Basis von fossilen Energieträgern hergestellte Dünger ersetzt und durch den Aufbau von Humus im Boden werden Kohlenstoffe gebunden, die bei Freisetzung zu einer weiteren Erwärmung der Erdatmosphäre führen würden“, betont die Vizelandrätin. Biogas habe sich daher in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Standbein der Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt.

Berechnungen hätten ergeben, dass eine optimierte Biogasanlage pro Kilowattstunde Strom nur noch 16 Gramm CO² emittiert. Selbert: „Das sind 98 Prozent weniger als beim Kohle- und Gasstrommix – mit der neuen Anlage tragen wir mit dazu bei, die Klimaschutzziele Deutschlands zu erreichen“.

Kostas Verganelakis von der Helector GmbH aus Solms im Lahn-Dill-Kreis, Generalunternehmer für das Bauprojekt, schließt sich beim Richtfest dem Dank an die beteiligten Firmen an: „Durch das Engagement aller am Bau beteiligten können wir den engen Zeitplan einhalten und rechtzeitig vor Beginn der Heizperiode ans Netz gehen“. In Vollmarshausen werden nach Fertigstellung der Anlage Ende August 2011 Bioabfälle aus dem Landkreis Kassel mit einem Radlader in Gärboxen verladen, die dann gasdicht verschlossen werden. In den Boxen wird die Biomasse mit warmem Wasser beregnet, um so einen Vergärungsprozess in Gang zu setzen. Innerhalb von 21 Tagen gast der Biomüll aus. Nach einer Trocknungsphase wird der verbliebene Gärrest wie bisher weiter behandelt und kompostiert. „Diese Technik ist bereits an anderer Stelle angewandt worden – in unserer Region wird sie allerdings zum ersten Mal in die Praxis umgesetzt“, informiert Thomas Turk von der mit der Planung der Anlage betrauten Pöyry Environment GmbH Ingenieurgemeinschaft Witzenhausen.

Auch modernste Formen der umweltschonenden Energieversorgung kommen nicht ohne Tradition aus. Dipl.-Ing. Helmut Sippel, Geschäftsführer der Ing.-Holzbau Sippel GmbH aus Lohfelden ließ es sich daher nicht nehmen, selbst den Richtspruch vorzunehmen.

Der Landkreis Kassel und die Gemeinde Lohfelden hatten im Herbst 2010 einen Vertrag zur Erzeugung und Nutzung von Biogas abgeschlossen. „Wir haben bereits bei einer Reihe von Projekten mit der Gemeinde Lohfelden gut zusammengearbeitet – das ist jetzt der nächste Schritt unserer Kooperation“, informiert Selbert. Der abgeschlossene Vertrag regelt die Erzeugung, Übergabe und Nutzung des Biogases, das der Eigenbetrieb Abfallentsorgung am Standort der Biokompostierungsanlage in Lohfelden - Vollmarshausen durch Vergärung von jährlich 23.000 Tonnen Bioabfällen erzeugen will. Die Gemeinde übernimmt das Biogas und wird es über eine Gasleitung ins Zentrum von Lohfelden leiten. Hier werden öffentliche Gebäude über Blockheizkraftwerke (BHKW) angeschlossen und mit Wärme versorgt.

Die Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen erzeugen zusätzlich elektrische Energie, die ins Netz eingespeist wird. Wenn das erste Gas fließt werden das Lohfeldener Rathaus mit dem Bürgerhaus und die Regenbogenschule mit Wärme aus den Blockheizkraftwerken versorgt, berichtet die Vizelandrätin. Darüber hinaus wird ein BHKW am Standort der Biokompostierungsanlage die Vergärungsanlage mit Prozesswärme versorgen. Mit der so insgesamt erzeugten elektrischen Energie können mindestens 1.000 Haushalte versorgt werden.

Die Kosten für das Gesamtprojekt belaufen sich auf rund 6,8 Millionen Euro, in die auch die notwendige Erweiterung des Kompostierungsbereiches und die Kosten für die Baumaßnahmen der Gemeinde Lohfelden eingeflossen sind.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



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Biogasanlage Lohfelden 006
Von links nach rechts Wolfgang Sippel (auf der Leiter), Thomas Turk, Vizelandrätin Susanne Selbert, Kostas Verganelakis und Stephan Margraf (Betriebsleiter Biokompostierung Vollmarshausen).


Biogasanlage Lohfelden 007
Auf dem angehängten Foto sieht man die neue Anlage im Entstehen.


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