Pressemitteilung vom12. Juli 2011
Baunatalerin erhält Pflegemedaille des Landes Hessen
Baunatal.

Hohen Besuch bei Familie Meyer aus Baunatal-Altenritte: Vizelandrätin Susanne Selbert und der Baunataler Bürgermeister Manfred Schaub waren dabei, als die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium Petra Müller-Klepper die Pflegemedaille des Landes Hessen an Renate Meyer übergibt. „Frau Meyer hat sich in vorbildlicher Weise für ihre Mitmenschen eingesetzt und große Nächstenliebe gezeigt – deshalb bin ich gern nach Baunatal gekommen, um die Auszeichnung persönlich vorzunehmen“, betont Müller-Klepper.

Renate Meyer pflegt seit mehr als fünfzig Jahren „mit großer Kraftanstrengung“ den ältesten Sohn Friedhelm im eigenen Haus. Friedhelm Meyer ist Autist und benötigt Tag und Nacht Betreuung. Doch nicht nur der schwerbehinderte Sohn, sondern auch Schwiegermutter, die eigene Mutter und zuletzt der Ehemann wurden von Frau Meyer zuhause gepflegt. Müller-Klepper: „Frau Meyer hat ihr Leben in den Dienst an ihren Mitmenschen gestellt“. Die häusliche Pflege sei in Hessen überdurchschnittlich stark verbreitet. „In unserem Bundesland werden 75 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause gepflegt – der Bundesdurchschnitt liegt bei 67 Prozent“, informiert die Staatssekretärin.

Der Würdigung durch die Staatssekretärin schließen sich Vizelandrätin Selbert und Bürgermeister Schaub in ihren kurzen Grußworten an. „Ihr Lebenslauf und ihre Leistung sind etwas ganz besonderes“, so Selbert. „Die Mehrfachbelastung zu schultern – neben der Berufstätigkeit – ist außergewöhnlich und in ihrem Einsatz für andere ist Frau Meyer ein Vorbild für uns alle“, ergänzt Schaub.

Das Leben mit einem autistischen Kind in einer Zeit, in der diese Krankheit noch nicht als solche erkannt war, sei eine ständige Herausforderung, berichtet Renate Meyer. Die engagierte Baunatalerin war bereits früh im Bereich der Selbsthilfe aktiv. So hat sie 1975 den Verein Autismus Nordhessen e.V. 1975 mitbegründet und war 2005 auch an der Gründung der Autismus-Stiftung beteiligt.

Als ein Freund der Familie, der Baunataler Stadtverordnete Herbert Engel, die Initiative zum Vorschlag für die Pflegemedaille startete, war Renate Meyer zuerst zurückhaltend: „Ich wollte gar nicht für eine Ehrung vorgeschlagen werden“. Die schwierigste Zeit sei die Pflege ihres Mannes, der an einer unheilbaren Lungenkrankheit erkrankt im Mai diesen Jahres verstorben ist.

 

Hintergrund:

Mit der Pflegemedaille zeichnet das Land Hessen seit dem Jahr 2004 Personen aus, die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen, der ihnen nahe steht, unentgeltlich im häuslichen Bereich über einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens fünf Jahren gepflegt und betreut haben. Vorschlagsberechtigt sind Kirchen und Religionsgemeinschaften, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, die privatgewerblichen Verbände der Alten- und Behindertenhilfe, die Landesseniorenvertretung Hessen, der Beauftragte der Hessischen Landesregierung für behinderte Menschen, Selbsthilfegruppen, die Gemeinden und Kreise und jede natürliche Person. Der Vorschlag ist an den Landrat oder Oberbürgermeister zu richten, der ihn mit einer Stellungnahme zur Entscheidung an das Hessische Sozialministerium weiterleitet. Mehr Informationen im Internet unter www.hsm.hessen.de unter dem Stichwort Pflegemedaille.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



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Pflegemedaille 001
Auf dem Foto sieht man Renate Meyer (Bildmitte mit Urkunde), Staatssekretärin Petra Müller-Klepper (mit Medaille), Friedhelm Meyer (links neben der Staatssekretärin) rechts von Frau Meyer Herbert Engel, Pastor Peter Krusemark (Evangelisch Freikirchliche Gemeinde Baunatal) und Bürgermeister Manfred Schaub. Die restlichen Personen sind Familienangehörige.


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