| Pressemitteilung vom22. Juli 2011 |
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Schmidt: „Schulpolitischer Konsens in Nordrhein-Westfalen Vorbild für Hessen“ Kreis Kassel. „Der schulpolitische Konsens, auf den sich CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen geeinigt haben, ist beispielhaft und sollte auch in Hessen Realität werden“, fordert Landrat Uwe Schmidt mehr Kompromissbereitschaft in der hessischen Schulpolitik. Die hessischen Landkreise seien in den letzten Jahren immer wieder die Leidtragenden der schulpolitischen Entscheidungen und Auseinandersetzungen auf Landesebene gewesen. „Die Einführung von G 8 hat uns als Schulträger vor die Herausforderung gestellt, die Kapazitäten in den Gymnasien und gymnasialen Zweigen der Gesamtschulen für die drei Jahrgänge mit doppelten Schülerzahlen anzupassen“, verweist Schmidt auf nur ein Beispiel mit erheblichen finanziellen Auswirkungen der Schulpolitik auf Landesebene. Ein weiteres Problemfeld sei die Reaktion auf den demographischen Wandel, der gerade im ländlichen Raum Fragestellungen aufwirft, die nicht „mit den Antworten aus den schulpolitischen Kämpfen der 70er Jahre beantwortet werden können“, so der Landrat weiter. Wer immer noch versuche, einzelne Schulformen gegeneinander auszuspielen, blende konsequent die Ergebnisse der Bildungsforschung der letzten dreißig Jahre aus und sei damit mitverantwortlich für den bereits beginnenden Fachkräftemangel in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen sei es nun gelungen, sich parteiübergreifend darauf zu einigen, dass „das Land in allen Landesteilen ein ausreichendes und vielfältiges öffentliches Bildungs- und Schulwesen, das ein gegliedertes Schulsystem und integrierte Schulformen umfasst“, zitiert Schmidt aus der in Düsseldorf geschlossenen Vereinbarung. Diese Formulierung müsste auch in Hessen von allen Parteien getragen werden können. Im Landkreis Kassel könne man mit diesem Grundsatz hervorragend leben, da er bereits in die Realität umgesetzt ist. Besonders positiv seien die Aussagen des NRW-Schulkonsenses zu den Grundschulen. „In unserem westlichen Nachbarland bekennt man sich dazu, dass man die Schulsituation in den Ballungsräumen anders betrachten muss, als im ländlichen Raum“, betont Schmidt. Für die Grundschulen sollen daher pädagogisch-innovative Konzepte, die sich an den Bedingungen vor Ort orientieren, gefördert werden. Schmidt: „Auch das wäre für Hessen mehr als sinnvoll – eine Grundschule in Eschborn steht eben vor anderen Herausforderungen als die Grundschule Gieselwerder“. Effizienten Mitteleinsatz im Bildungsbereich und „Schulfrieden“ erreiche der schulpolitische Konsens in NRW durch seine Laufzeit. „Man hat sich für 12 Jahre bis zum Jahr 2023 gebunden – ein sehr gutes Signal für die Schulen, die sich damit endlich auf ihren Bildungsauftrag konzentrieren können“, fordert Schmidt eine ähnliche schulpolitische Reformpause für Hessen. Er sei sich zwar bewusst, dass mit Blick auf die Landtagswahl 2013 das Aufreißen bildungspolitischer Gräben wahrscheinlich angesagter ist, als der Wille zum Konsens. „In unsere Zeit passen solche Grabenkämpfe allerdings nicht mehr und vielleicht dient das Beispiel Nordrhein-Westfalen auch dazu, dass die Interessen von Schülern, Eltern und Lehrern in den Vordergrund rücken und nicht überholte ideologische Auseinandersetzungen“, hofft der Kasseler Landrat abschließend. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn |
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