
Kreis Steinfurt/Wettringen. Die Steinfurter Aa ist ein wichtiger Lebensraum und Wanderweg zahlreicher Tiere und Pflanzen. Bisher verhinderten etliche Sohlschwellen, dass Fische und Kleinlebewesen das Flüsschen durchgängig durchwandern konnten.
Seit Jahren arbeitet deshalb die Untere Wasserbehörde des Kreises Steinfurt daran, diese Hindernisse aus Menschenhand wieder zu beseitigen. Ziel ist es, überall dort flache Fischtreppen und Steinschüttrampen einzubauen, wo bisher bis zu ein Meter hohe Sohlschwellen aufragten.
Verantwortlich für den Umbau ist Heinz Wieching, Diplom-Ingenieur der Wasserwirtschaft beim Kreis. Er will noch in diesem Jahr das Projekt abschließen, mit dem dann die gesamte Steinfurter Aa von der Stauanlage „Schulze Temming“ in Borghorst bis zur Einmündung in die Vechte für Tiere passierbar wäre.
Dazu werden jetzt die letzten drei Sohlschwellen umgestaltet, konkret in Wettringen der „Einmündungsbereich Düsterbach“, die „Ehemalige Stauanlage Schürmann“ und „Becker Evers“.
Für den Umbau erwartet der Fachmann Baukosten von etwa 230.000 Euro. Diese übernimmt zu 80 Prozent das Land NRW. „Wenn alles gut geht und kein Sommerhochwasser dazwischen kommt, sind wir Ende September fertig“, hofft Wieching - in schlechter Erinnerung an das letzte Jahr.
Konkret bauen die beauftragten Firmen an diesen Stellen mehrere Querriegel ins Gewässer, um Höhengefälle im Bach durch kleinere Stufen auszugleichen. Diese können Fische und Kleinlebewesen in Zukunft selbst bei Niedrigwasser überwinden.
Damit wurden seit 2005 insgesamt zwölf Sohlschwellen durch ökologisch bessere Rampen und Gleiten ersetzt.
Die Maßnahmen dienen ebenfalls der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Diese fordert einen guten ökologischen und chemischen Zustand der oberirdischen Gewässer und des Grundwassers. Uferrandstreifen und Bepflanzungen sollen für einen natürlichen Verlauf der Gewässer sorgen.
Pressekontakt: Silke Wesselmann, Tel.: 0 25 51/69-2167.