Presseinformation

Nr. 297 Steinfurt, 17. August 2011


Kreis Steinfurt, Pressereferentin, Tecklenburger Str. 10, 48565 Steinfurt
Telefon: (02551)69-2160, Telefax: (02551)69-2100
E-Mail: kirsten.wessling@kreis-steinfurt.de, Internet: www.kreis-steinfurt.de



Warum in die Ferne schweifen? - Unterwegs auf dem Energiepfad im Tecklenburger Land
Teil 2: Reinings Mühle in Hörstel-Dreierwalde

Kreis Steinfurt/Hörstel-Dreierwalde. Der „Goldene Tödde“ ist ein Wanderpokal, vergeben von der LEADER-Region Tecklenburger Land. Zuletzt ging diese Auszeichnung an das Projekt „Energiepfad“, das in 44 Stationen die Geschichte und Vielfalt regionaler Energiegewinnung aufzeigt. Im Herbst wird der Pokal weiterwandern – ein Anlass, vorher einige Stationen des Energiepfades näher vorzustellen. Heute geht es um Reinings Mühle in Hörstel-Dreierwalde.

Von außen sieht Reinings Mühle eher wie ein gewöhnliches zweistöckiges weiß verputztes Wohnhaus aus. Renovierungen und Sanierungen lassen den Besucher nicht ahnen, dass die wassergetriebene Kornmühle seit 1720 urkundlich nachgewiesen ist. Vom ursprünglichen Fachwerk und vom Wasserrad ist heute nichts mehr zu sehen. Eine Turbine hat das Wasserrad um 1900 ersetzt – als Antrieb für den Mahlgang und später auch zur Stromerzeugung für die Mühle und den Stammhof Reining.

Inzwischen sind die Geräte im Innern des technischen Denkmals stillgelegt, sie dienen lediglich Besichtigungszwecken. „Hier können sich die Besucher ein Bild davon machen, wie die Maschinen funktioniert haben und wofür die gut waren“, sagt Veronika Rietmann, die regelmäßig Besuchergruppen betreut und über die Geschichte der Mühle berichtet.

Funktionstüchtig ist heute noch die Stau- und Wehranlage an der Aa mit dazugehöriger Turbine zur Stromerzeugung. Die Turbine funktioniert durch Druck- beziehungsweise Sogwirkung und erzeugt durchschnittlich 13 Kilowatt Strom. „Der Wasserstand muss immer gleich bleiben, damit die Turbine laufen kann“, erklärt Rietmann die Speisung der Turbine. Bei einem Jahresverbrauch von rund 4.000 Kilowatt-Stunden pro Haushalt könnte die Turbine in Reinings Mühle 15 Einfamilienhäuser versorgen, „und das ganz umweltfreundlich“, betont Rietmann.

Die Stromerzeugung per Turbine kann bei optimaler Auslastung pro Jahr 40 Tonnen Kohlendioxid - auch als CO2 oder Treibhausgas bekannt - verhindern, das durch herkömmliche Energiequellen entstehen würde. Ein elektronisches Messgerät zeigt an, wie viel Strom produziert und wie viel CO2 im laufenden Jahr verhindert werden, „da kann sich jeder Besucher selbst von der Umweltfreundlichkeit der Anlage überzeugen“, macht Veronika Rietmann stolz auf die Beweise aufmerksam.

Besucher können Reinings Mühle ganzjährig mittwochs zwischen 14 und 17 Uhr und von April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat zwischen 14 und 18 Uhr besichtigen. Außerdem wird die Mühle auch auf Anfrage geöffnet. Besichtigungen sind für Gruppen ab 5 bis 20 Personen möglich. Größere Gruppen werden aufgeteilt. Anmeldungen nehmen Marta Möller unter Telefon 05978/353 und Veronika Rietmann unter Telefon 05978/1201 entgegen.

Infokasten Energiepfad: Der Energiepfad Tecklenburger Land umfasst 44 Stationen in elf Orten, die Interessierte je nach Belieben anfahren können. Hier werden sowohl die herkömmliche als auch die moderne Energieerzeugung und –nutzung gezeigt - angefangen bei historischen Mühlen über Stollen und Schächte im Bergbau bis hin zu Windparks, Biogas- oder Solaranlagen. Der Energiepfad ist ein Kooperationsprojekt der Städte und Gemeinden in der LEADER-Region Tecklenburger Land und wurde von der Gesellschaft für angepasste Technologien e.V. als Projektträger entwickelt.



Energiepfad Reinings Mühle Dreierwalde