29. September 2011.
Eine Zwischenbilanz zur möglichen Durchführung des Hessentags 2013 in Kassel hat Oberbürgermeister Bertram Hilgen jetzt den Vorsitzenden der Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt. „Die Ausrichtung des Hessentags muss von einer breiten Mehrheit getragen werden und es muss Einvernehmen über die Rahmenbedingungen geben“ sagte OB Hilgen im städtischen Pressedienst.
Kassel befinde sich als möglicher Ausrichter des Hessentags 2013 in einer doppelt spannenden Lage, die für das Konzept der Veranstaltung unmittelbare Auswirkungen hätte. Zum einen machte der Hessentag erstmals seit vier Jahrzehnten wieder Station in einer Großstadt von 200.000 Einwohnern (zuletzt 1970 in Wiesbaden), womit auch die Chance einer neuen Ausrichtung der Veranstaltung auf die Stärken eines Oberzentrums und eines Rückgriffs auf die vorhandene Infrastruktur verbunden wären. Zum anderen sei 2013 das Jahr des 1100-jährigen Stadtjubiläums. „Ein Hessentag in demselben Jahr kann sowohl als eine gewisse Konkurrenz zu den Jubiläumsveranstaltungen wie auch eine Chance auf Anreicherung und Aufwertung des Programms gesehen werden“, schätzt OB Hilgen die Argumente ein, die Pro und Contra eines Hessentags in Kassel abzuwägen seien.
Gründliche Vorüberlegungen
Eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung von Kassel Marketing habe geprüft, welche bestehenden Einrichtungen genutzt werden und wo programmatische Akzente gesetzt werden könnten. So könnten die Vorteile einer Großstadt gut genutzt werden, weil ausreichend Parkflächen sowie Ausstellungshallen und Veranstaltungsflächen vorhanden. Zudem ist Kassel durch die Autobahnen und die ICE-Strecke hervorragend an das bundesdeutsche Verkehrsnetz angebunden. „Daraus lassen sich Kostenvorteile im Vergleich mit anderen Hessentagsstätten erwarten“, so OB Hilgen.
Hilgen stellte klar, dass für die Stadt Kassel das Stadtjubiläum 2013 herausragende prioritäre Bedeutung habe, die nicht durch die Ausrichtung des Hessentags in Frage gestellt werden dürfe. Aus diesem Grund müssen die Chancen von Synergieeffekten beider Veranstaltungen, aber auch Risiken gegenseitiger Konkurrenz abgewogen und in einem Konzept berücksichtigt werden, das dem Charakter beider Veranstaltungen zu Gute kommt. So könnte zum Beispiel das erste Hessentagswochenende unter das Motto der Geburtstagsfeierlichkeiten mit ausgewählten Jubiläumsprojekten gestellt und damit auch der Hessentag mit einem Jubiläums-Akzent versehen werden.
Nach der Information der Fraktionen will OB Hilgen jetzt mit der Hessischen Landesregierung Gespräche führen, um zu klären, in welcher Höhe Fördermittel für verschiedene Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Dies wird in eine Entscheidungsvorlage für die Stadtverordnentenversammlung eingehen, die im Fall einer positiven Gesamtbewertung der Stadtverordnetenversammlung in der Sitzung am 7. November 2011 vorgelegt werden soll.
Zum Hintergrund:
Der Hessentag ist eine jährliche Festveranstaltung des Landes Hessen zur Darstellung seiner verschiedenen Regionen. Im Rahmen einer Veranstaltungswoche präsentiert sich das Land den Besuchern schwerpunktmäßig mit kulturellen Darstellungen und Ausstellungen. Der Hessentag ist das älteste und größte Landesfest in Deutschland.
Seit den Anfängen hat der Hessentag viele Wandlungen erfahren. Heute verbindet der Hessentag Kultur, Brauchtum und modernen Lebensstil. Konzerte internationaler Popgruppen und sonstiger Künstler gehören mittlerweile ebenso selbstverständlich zum Veranstaltungsprogramm wie die Präsentationen von regionalen Organisationen, Verbänden und Vereinen sowie der Landesregierung, des Landtags und verschiedener Landesbehörden.
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