Magdeburgs Beigeordneter für Soziales, Jugend und Gesundheit Hans-Werner Brüning empfing heute im Alten Rathaus die Botschafterin der Republik Georgien I. E. Gabriela von Habsburg. Bei ihrem Besuch trug sich die Diplomatin und Künstlerin in das Goldene Buch der Landehauptstadt Magdeburg ein.
Die Botschafterin weilt derzeit zu ihrem Antrittsbesuch in Sachsen-Anhalt und Magdeburg. Mit ihr verewigte sich bereits zum zweiten Mal eine Botschafterin der Republik Georgien im Goldenen Buch der Landeshauptstadt. Am 23. November 2005 trug sich die damalige Botschafterin der Republik Georgien in der Bundesrepublik Deutschland I. E. Dr. Maja Panjikidze ebenfalls in das Goldene Buch ein.
Die Botschafterin Gabriela von Habsburg, geboren am 14. Oktober 1956 in Luxemburg, ist eine Tochter von Otto von Habsburg und seiner Frau Regina von Habsburg, geborene Prinzessin von Sachsen-Meiningen. Sie studierte Philosophie an der Universität München und Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seit 2001 hat sie eine Professur an der Kunstakademie Tiflis. Als Dank für ihr jahrelanges Engagement in Tiflis verlieh ihr Präsident Saakaschwili 2007 die georgische Staatsbürgerschaft. Anlass war die Einweihung eines von ihr geschaffenen Denkmals für die georgische Rosenrevolution 2003. Am 6. November 2009 wurde im georgischen Parlament die Entsendung Habsburgs als georgische Botschafterin in der Bundesrepublik Deutschland beschlossen. Seit dem 25. Juni 2010 ist Gabriela von Habsburg als außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin der Republik Georgien in Berlin akkreditiert Sie spricht Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Georgisch.
Die Beziehungen zwischen Magdeburg und Georgien sind noch im Aufbau. Gute Kontakte bestehen bereits in den Bereichen Bildung und Kultur.
An der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal sind einige georgische Master-, Bachelor- und Medizinstudenten eingeschrieben. Georgische Künstler sind auch in den Galerien und auf den Bühnen der Landeshauptstadt präsent. So stellt zum Beispiel das ArtDepot unter anderem georgische Kunst aus, und der georgische Bariton George Gagnidze begeisterte 2008 das Magdeburger Publikum in Verdis „Rigoletto“.
Hintergrund
Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Eingerichtet wurde es während der Amtszeit von Oberbürgermeister Hermann Beims. Mitglieder des Magistrats trugen sich am 10. Mai 1931 als Erste in das Buch ein.
Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.
Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Waigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.
Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Dr. Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde, Prof. Reinhold Krampitz, Rainer Löhr, Martin Hoffmann, Gerhard Heinl, Johannes Rink, Eberhard Seifert, Hans-Werner Brüning, Gerald Grünert und Walter Meinecke, der Ehrenortschaftsrat Prof. Adolf Lingener sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.
In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg, der Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich und Sven Ottke und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.
Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, der weltberühmte jüdische Pianist und Magdeburger Ehrenbürger Menahem Pressler, die Telemann-Preisträger Prof. Dr. András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter, der Generalmusikdirektor a. D. Roland Wambeck oder der beliebte russische Clown Oleg Popov bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ebenso wie besonders engagierte Bürger wie der Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der ehemalige Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt.