Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 05. Dezember 2011

Oberbürgermeister ehrt die Magdeburger Trümmerfrauen

Zum 60. Jahrestag des Wiederaufbaus der Stadt

Ottostadt Magdeburg.

 

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute im Alten Rathaus ehemalige Trümmerfrauen empfangen. Anlass war der 60. Jahrestag des  Beginns des Wiederaufbaus der Stadt Magdeburg. Rund 20 Damen waren der Einladung gefolgt. Sie trugen sich in das Gästebuch der Stadt ein und erhielten anschließend Ehrenurkunden für ihre Hilfe beim Wiederaufbau Magdeburgs.

 

„Das Bild der Trümmerfrau, die mit Maurerhammer und Schaufel den Schuttbergen zu Leibe rückt, war prägend für die Nachkriegsjahre“, so Oberbürgermeister Dr. Trümper. „Mit der heutigen Ehrung möchten wir dazu beitragen, dass dieses Bild nicht in Vergessenheit gerät.“

 

Nach der Ehrung durch den Oberbürgermeister hatten die einstigen Trümmerfrauen Gelegenheit bei Kaffee und Gebäck Erinnerungen und Erfahrungen auszutauschen.

 

Seit 1995 ist die heutige Veranstaltung die dritte offizielle Ehrung für die Magdeburger Trümmerfrauen. So würdigte die Landeshauptstadt Magdeburg die Verdienste der Frauen bereits am 16. Januar 1995 und am 16. Januar 2005 anlässlich des 50. bzw. 60. Jahrestages der Zerstörung Magdeburgs.

 

Anlass der heutigen Ehrung war dagegen der 60. Jahrestag des Wiederaufbau-Beginns der Stadt Magdeburg. Im Jahr 1951 wurde mit dem Bau des ersten Neubaukomplexes, der Ladenstraße  im Breiten Weg, begonnen.

 

Der Oberbürgermeister hob bei der heutigen Feierstunde einmal mehr den großen Beitrag der Trümmerfrauen zum Wiederaufbau hervor: „Heute schauen wir auf ein Magdeburg, das nichts mehr mit dem Trümmermeer von einst gemein hat, ein Magdeburg mit sanierten Denkmalen, Kirchen und Festungsanlagen, mit einer Elbuferpromenade, die zum Flanieren einlädt, mit Parks und Gärten, Kunst und Kultur. Ich danke Ihnen dass Sie damals den Grundstein für dieses Magdeburg gelegt haben.“  

 

Hintergrund:

Nach Kriegsende 1945 verfügte die Stadtverwaltung eine Arbeitspflicht für alle Männer zwischen 15 und 65 Jahren und alle Frauen. Nur mit dem Nachweis über Enttrümmerungsstunden hatten Arbeiter Anspruch auf eine Lebensmittelkarte. Ein Großteil der harten Arbeit wurde vor allem in den ersten Jahren von Frauen verrichtet und das zunächst ganz ohne die Hilfe von Baggern und anderen Gerätschaften. 

 

 

Auf die Leistungen der Magdeburger Trümmerfrauen machten in der Vergangenheit nicht nur die offiziellen Ehrungen, sondern auch eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Veröffentlichungen aufmerksam. So findet zum Beispiel seit 1993 findet einmal im Jahr ein Treffen der ehemaligen Magdeburger Trümmerfrauen statt. Das Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt lädt zu diesem Termin ein. Meist sind auch Vertreter aus Politik und Gesellschaft unter den Gästen. Von den über 80 Trümmerfrauen die sich 1992 auf ein Zeitungsinserat im Amt für Gleichstellungsfragen meldeten, nahmen im Jahr 2011 noch 15 Frauen an der Veranstaltung teil. Zudem hat die Landeshauptstadt eine Reihe von Veröffentlichungen über das Leben und Wirken der Trümmerfrauen herausgegeben wie etwa „Das Leben geht weiter - Magdeburger Frauen bewältigen die Probleme der Nachkriegsjahre 1945-1950“, oder „’Es war schon manchmal schwer ...’ Magdeburger Trümmerfrauen berichten aus ihrem Leben“.

 

Erst im Oktober 2011 war im Kulturhistorischen Museum ein Dokumentarfilm über die Magdeburger Trümmerfrauen uraufgeführt worden. Der Film mit dem Titel „Die Stunde der Frauen - Magdeburger Trümmerfrauen erzählen“ ist ein Werk des jungen Regisseurs Hannes Köhler. Er zeigt Zeitzeugeninterviews mit Magdeburger Trümmerfrauen und Filmausschnitte über das Magdeburg der Nachkriegsjahre. Noch bis Anfang April 2012 ist der Film im Rahmen der Ausstellung "Magdeburg lebt! Kriegsende und Neubeginn 1945-1949" im Kulturhistorischen Museum zu sehen.

 

 




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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
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