Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 18. Februar 2012

Retter simulieren Unfall mit „Massenanfall an Verletzten“

Feuerwehr und Rettungsdienste trainieren Ernstfall

Ottostadt Magdeburg.

 

Auf dem Geländer der Feuerwache Nord der Magdeburger Berufsfeuerwehr fand heute eine hilfsorganisationsübergreifende Planübung der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Sanitätsdienstes des Katastrophenschutzes statt. Geübt wurde das Zusammenspiel der Einsatzkräfte bei einem sogenannten Massenanfall von Verletzten, der z.B. bei einem schweren Verkehrsunfall auftreten kann.  

 

Im Rahmen der Übung wurden die Abläufe bei der Patientenbehandlung, der Patientenfluss auf dem Behandlungsplatz, die Transportorganisation, die Führung eines Bereitstellungsplatzes und die Abschnittsleitung Rettungsdienst/ Einsatzleitung geübt. Im Rahmen der Übung stehen die Optimierung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einsatzkräften sowie die Überprüfung der Ressourcen von Sanitäts- und Transportmitteln im Vordergrund. Den Mitgliedern der Sanitätseinheiten des Katastrophenschutzes, den Einsatzleitern der Feuerwehr und den Notärzten soll durch die Übung die Gelegenheit gegeben werden, ihre Aufgaben und Zuständigkeiten bei großen Einsatzlagen zu trainieren.

Schadenszenario

Es wird angenommen, dass es im Bereich Lübecker Straße/Ecke Kastanienstraße, Hundisburger Straße zu einer Kollision zwischen einer Straßenbahn der Magdeburger Verkehrsbetriebe und einem Linienbus gekommen ist. Beide Transportmittel waren mit einer Vielzahl von Fahrgästen besetzt. Es muss mit mindestens 50 Verletzten gerechnet werden. Die Verletzungsmuster sind vorrangig durch die Einwirkung mechanischer Energie auf die Insassen entstanden. Außerdem ist zu erwarten, dass einige Insassen in den Unfallfahrzeugen eingeklemmt sind und durch technische Rettung befreit werden müssen. Gefahren für die Umwelt bestehen nur in geringem Maße durch Betriebsstoffe der beteiligten Fahrzeuge. Eine Brandentstehung sowie eine Gefährdung durch das elektrische Oberleitungssystem der Straßenbahn kann nicht ausgeschlossen werden. Weitere Gefahren sind nicht bekannt.

Mit Beginn der Übung wird angenommen, dass im Bereich der Schadensstelle bereits Feuerwehrkräfte im Einsatz sind, um die eingeklemmten Personen zu befreien. Außerdem befinden sich bereits Notarzteinsatzfahrzeuge und Rettungstransportwagen an der Schadensstelle. Nach der Befreiung aus der Bahn bzw. dem Bus werden die Verletzten auf Patientenablagen gesammelt.

Im Mittelpunkt der Übung, die in der Feuerwache Nord (Peter-Paul-Str. 12) stattfindet, steht die Dokumentation der eingeleiteten Maßnahmen und der Entscheidungen der Einsatzkräfte zur Versorgung der Verletzten sowie die Zusammenarbeit der verschiedenen Rettungskräfte.

 

Neues Übungssystem wird getestet

Bei der heutigen Übung haben Berufsfeuerwehr, Rettungsdienste und Hilfsorganisationen erstmals ein neues Übungssystem getestet. Deshalb soll die Übung auch zur kritischen Betrachtung dieses Übungssystems dienen. Aus den Erfahrungen der Planübung sollen weitere Schlüsse zur Verbesserung des Übungssystems gezogen werden.

Bei dem eingesetzten Übungssystem - Simulation eines „Massenanfalls von Verletzten“ - handelt es sich um eine spezielle Form der Planübung, die besonders für notfallmedizinische bzw. katastrophenmedizinische Einsatzlagen geeignet ist. Im Vergleich zur herkömmlichen Planübung wird ein größerer Fokus auf die Behandlung der Patienten gelegt.

Das Einsatzszenario wird also nicht mehr nur unter rein operativ-taktischen Gesichtspunkten abgearbeitet, sondern auch mit Fokus auf medizinische Maßnahmen, Material- und Personalmanagement betrachtet. Grundsätzlich kann jede Form und Größe von medizinischen Einsätzen in einer solchen Simulation dargestellt werden. Dies beginnt bereits beim Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten. In diesem Fall müsste sich das zuerst eintreffende Rettungsteam zunächst einen kurzen Überblick über alle Patienten und deren Zustand verschaffen und Behandlungsprioritäten festlegen. Besonders wenn zu wenig Rettungskräfte und Material zur Verfügung stehen, müssen die Ressourcen auf die am schwersten verletzten Patienten verteilt werden. In der Simulationsübung wird abgebildet, wie Personal mit bestimmten Maßnahmen beauftragt wird, welche Zeit und welches Material dafür notwendig ist und wann dieses Personal neue Aufgaben übernehmen kann. Personalstärken haben also nicht nur theoretischen Charakter, sondern beeinflussen maßgeblich, welche Maßnahmen in welcher Zeit erledigt werden können.

Die Größe der Einsatzlage kann beliebig gesteigert werden. Es kann also z.B. auch ein Bus- oder Bahnunfall mit 50 oder mehr Verletzten dargestellt werden. In Magdeburg wurde heute das Übungssystem genutzt, um das Einsatzkonzept zum „Massenanfall von Verletzten“ zu üben und zu testen.




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