Ottostadt Magdeburg.
Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen der Landeshauptstadt trifft sich am Dienstag, dem 28. Februar 2012, 13.30 Uhr zu ihrer 57. Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt.
Die AG befasst sich dabei mit Fragen der Verbesserung der Barrierefreiheit im Bau- und Verkehrsbereich. Dazu nehmen Vertreter des Stadtplanungsamtes, des Tiefbauamtes und der Magdeburger Verkehrsbetriebe teil. So soll über die neuen Fahrgastinformationssysteme informiert werden.
Die Magdeburger Volkshochschule wird ihre inklusiven und barrierefreien Angebote für Menschen mit und ohne Behinderungen vorstellen und über ihre Erfahrungen mit diesen Kursen berichten.
Der Behindertenbeauftragte Hans-Peter Pischner wird die Arbeitsgruppe über den Stand der Beratungen des „Magdeburger Aktions- bzw. Maßnahmenplans zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderungen“ informieren. Der Planentwurf, der in einem mehrmonatigen Verfahren mit vielen betroffenen Akteuren, der Verwaltung und der Kommunalpolitik entwickelt wurde, steht derzeit auf der Tagesordnung mehrerer Stadtratsausschüsse. Er soll im April im Stadtrat beschlossen werden.
Hintergrund:
An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich Mitglieder von Behindertenverbänden und –vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive. Die AG war 1999 als beratendes Gremium und Forum für die Belange behinderter Menschen gegründet worden.
In Sachsen-Anhalt leben derzeit ca. 171.300 anerkannte Schwerbehinderte (7,2 % der Bevölkerung). In der Landeshauptstadt sind mit Stand vom Dezember 2010 rund 17.600 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,6 %), einschließlich der Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 sind bis zu 25.000 Menschen betroffen (11 %).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 10.000 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G), über 1.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 332 sind blind, 206 gehörlos und ca. 4.300 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten ca. 2.100 Menschen (Merkzeichen H).
Rund 60 % der Betroffenen sind bereits 65 Jahre und älter, während nur 2 % jünger als 18 Jahre sind. 53,3 % der Behinderten sind weiblich.
In den beiden Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind rund 900 Betroffene beschäftigt. Fast 900 Menschen mit Behinderungen leben in stationären Einrichtungen (Heime bzw. Wohnstätten an den Werkstätten). Etwa 6.000 Magdeburger sind pflegebedürftig, rund 2.600 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt, die übrigen in der Familie oder von ambulanten Pflegediensten.
Nähere Informationen:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter, Telefon 0391/540 2342
E-Mail: behindert@magdeburg.de
Der Behindertenbeauftragte ist im Alten Rathaus, Alter Markt 6, Südflügel Erdgeschoss, Zimmer 043 zu erreichen. Sprechzeit i.d.R. Dienstag 9-12 und 14-17.30 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung.