Ottostadt Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute Vorschläge unterbreitet, wie das aktuell bestehende Defizit an Betreuungsplätzen in Kindereinrichtungen kurzfristig behoben werden kann. Danach könnten noch in diesem Jahr mindestens 400 bis 600 neue Betreuungsplätze entstehen. Langfristig soll das Problem auch durch den Neubau von Einrichtungen gelöst werden.
„Dass in Magdeburg wieder mehr Kinder geboren werden, ist für die Zukunft unserer Stadt sehr erfreulich“, würdigt OB Dr. Trümper den aktuellen Trend. „Hinzu kommt, dass die Inanspruchnahme von Kita-Plätzen durch die zunehmende Beschäftigung junger Eltern in Arbeitsverhältnissen angestiegen ist. Leider wurde dieser Trend unterschätzt, aber seit dem Kita-Gipfel im Januar wird alles getan, um die Platzversorgung durch die Stadt zu gewährleisten.“
Aktuell sind in den Kindertageseinrichtungen der Landeshauptstadt von Kindern unter 7 Jahren 8.798 Betreuungsplätze belegt. „Das heißt, es fehlen – mit Stand Februar 2012 - ungefähr 400 Plätze, um den tatsächlichen Bedarf zu decken“, räumt das Stadtoberhaupt ein. Da die Stadt mit einer weiter steigenden Inanspruchnahme von Plätzen rechnet, müssen dringend zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. „Dazu gibt es jetzt eine Reihe von Vorschlägen, die kurzfristig mit den Trägern abgestimmt und dem Stadtrat im April vorgelegt werden, der am Ende grünes Licht für die Umsetzung geben muss“, so OB Dr. Trümper.
Vorgesehen sind Erweiterungen der Kapazitäten an bereits vorhandenen Standorten, die Umnutzung vorhandener Gebäude sowie der Neubau von Einrichtungen. 400 bis 600 zusätzliche Plätze könnten auf diese Weise noch 2012 bereitgestellt werden. „Langfristiges Ziel ist es, die Kapazitäten so zu bemessen, dass eine gewisse Reserve vorhanden ist und die Software zur Platzvermittlung auch tatsächlich funktioniert. Das heißt, alle Eltern, die eine Betreuung für ihr Kind wünschen, müssen ein Angebot erhalten.“
Erweiterung der Kapazitäten
Durch die Erweiterung von Kapazitäten an vorhandenen Standorten können schon in den nächsten Wochen 180 zusätzliche Betreuungsplätze angeboten werden. „Damit lasten wir bestehende Einrichtungen maximal aus“, so OB Dr. Lutz Trümper. „Die erforderlichen Betriebserlaubnisse sind bereits oder werden bei Antragstellung durch die Träger umgehend durch die Stadt erteilt.“
Neubau durch private Betreiber und freie Träger
Bereits auf seiner Sitzung im Februar hatte der Stadtrat der Schaffung zusätzlicher Plätze durch den Bau von Einrichtungen privater Betreiber oder freier Träger zugestimmt. 216 zusätzliche Plätze können dadurch geschaffen werden. „Wir werden die erforderlichen Genehmigungen zügig erteilen“, verspricht OB Dr. Trümper. Trotzdem werden diese Plätze überwiegend erst Ende 2012 zur Verfügung stehen.
Interimslösungen der Stadt
Durch die zeitweise Umnutzung von städtischen Gebäuden oder Anbauten an vorhandene Gebäude sollen bereits ab dem Spätsommer dieses Jahres 423 zusätzliche Kita-Plätze angeboten werden. Dafür will die Stadt rd. 2 Mio. € in erforderliche Umbaumaßnahmen und insbesondere in die Erstausstattung dieser Einrichtungen investieren. Geplant ist z.B. die zeitweise Nutzung des ehemaligen Hortgebäudes der Grundschule am Pechauer Platz als Kindertageseinrichtung und die weitere Nutzung der ehemaligen Grundschule in der Nachtweide, die bisher schon als Ausweichobjekt bei Kita-Sanierungen diente. „Mit diesen Angeboten wollen wir das Defizit schnell abbauen, sie sind jedoch nicht alle als dauerhafte Lösung vorgesehen“, erklärt dazu OB Dr. Trümper.
Neubau städtischer Einrichtungen
Um den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung dauerhaft sicherstellen zu können, will die Stadt an drei zentralen Standorten neue Einrichtungen mit insgesamt 450 Plätzen bauen. Sofern der Stadtrat zustimmt, könnten diese Einrichtungen ab 2014 zur Verfügung stehen. Die Trägerschaft ist noch offen.
„Daneben gibt es Anträge von freien Trägern und Privatpersonen, die Einrichtungen zur Tagesbetreuung von Kindern schaffen wollen. Diese werden wir prüfen“, verspricht Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Allerdings ist zur Optimierung der Angebote eine Ausschreibung notwendig.“
Doch zunächst muss der Stadtrat grünes Licht geben, damit die vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden können. Dazu wird bereits im April eine entsprechende Drucksache im Stadtrat zur Entscheidung vorliegen. OB Dr. Lutz Trümper: „Ich bin optimistisch, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen das Problem kurzfristig und dauerhaft lösen.“