Landkreis Leer | Presseinformation

Leitzäune schützen Kröten vor Verkehrstod

13. März 2012.

Ehrenamtliche Naturschützer – Privatpersonen und Mitglieder von Naturschutzvereinen - helfen gemeinsam mit dem Landkreis Leer auch in diesem Jahr wieder Kröten bei ihrer gefährlichen Reise zu den Laichgewässern.

Mit steigenden Temperaturen zum Ende des Winters machen sich Kröten und Frösche nach der Winterstarre auf den Weg von ihren Überwinterungsquartieren zu den Laichplätzen, an denen sie geboren wurden, um dann für Nachwuchs zu sorgen. Den Winter verbringen die heimischen Amphibien in frostsicheren Verstecken an Land oder im Schlamm vergraben auf dem Grund von Teichen. Sobald die Temperaturen auch nachts dauerhaft über fünf Grad Celsius steigen und warmer Regen einsetzt, beginnt die Wanderung. Vor allem die Erdkröte tritt bei feuchtwarmer Witterung plötzlich zu Hunderten auf, so die Mitteilung des Naturschutzamtes.

Zwischen Winterquartier und Laichgewässer müssen die Amphibien teilweise recht lange Strecken zurücklegen. Besonders gefährdet sind die Tiere beim Überqueren von Straßen durch den vorbeifahrenden Verkehr. Aus diesem Grund werden im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Leer auch in diesem Jahr wieder an bekannten Wanderungsstrecken mit relativ großen Populationen zum Schutz der Amphibien bis zu 60 Zentimeter hohe Zäune parallel zur Straße aufgebaut. Damit werden die Amphibien daran gehindert, die Straße zu überqueren.

Ehrenamtliche Betreuer kontrollieren die Amphibienleitzäune täglich und tragen die Tiere sicher über die Straße. Mit dieser Maßnahme werden jedes Jahr zahlreiche Amphibien vor dem sicheren Tod durch Überfahren gerettet.

Autofahrer werden vom Naturschutzamt gebeten, Rücksicht auf die wandernden Tiere zu nehmen und bis etwa Mitte April in Streckenabschnitten mit Krötenwanderungen die Fahrgeschwindigkeit zu reduzieren. An Strecken mit Amphibienleitzäunen ist auch damit zu rechnen, dass die Betreuer in der Dämmerung die entsprechenden Straßenabschnitte überqueren.

In Niedersachsen sind insgesamt 19 Amphibienarten heimisch, von denen 15 als gefährdet gelten, darunter auch die Rotbauchunke, die Geburtshelferkröte, die Knoblauchkröte und die Kreuzkröte. Alle niedersächsischen Amphibien sind daher „besonders geschützt", einige von ihnen gehören sogar zu den „streng geschützten" Arten.

Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Zaunarbeiten

Axel Lüschen (links) und Arno Ooorlog (r.) leisten den Bundesfreiwilligendienst bei der Unteren Naturschutzbehörde ab. Sie bauen Amphibienleitzäune im Kreisgebiet auf, hier mit Unterstützung von Marten Böke, der seit vielen Jahren den Wanderweg der Amphibien an der Siebenberger Straße in Logabirum betreut und dadurch viele tausend Erdkröten vor dem Verkehrstod retten konnte.


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