
Kreis Steinfurt. Lassen erneuerbare Energien die Kassen klingeln? Für viele Hausbesitzer war dies bisher der (wichtigste) Grund, zum Beispiel Photovoltaikplatten auf ihr Dach zu montieren. Kasse machen aber noch weitere Beteiligte. Zum Beispiel die beauftragte Handwerksfirma, die Hersteller der blauen Platten, die Zulieferer der Komponenten. Die Firmen wiederum zahlen Steuern, stellen Mitarbeiter ein, zahlen Gehälter - wovon die Kommune und der Konsum profitieren. Diese Kaskade nennen Experten die „Wertschöpfung“, deren genaue Bezifferung verständlicherweise schwierig ist.
Eine Studie soll deshalb Klarheit bringen – und zur großen Freude von Landrat Kubendorff im Kreis Steinfurt stattfinden. Nur zwei Regionen kommen in den Genuss dieser vom NRW – Umweltministerium beauftragten Untersuchung, die das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) aus Berlin und das SOKO-Institut aus Bielefeld bearbeiten. Die Wahl fiel auf den Kreis Steinfurt, da hier mit dem Agendabüro und dem ehrgeizigen Ziel „energieautark 2050“ die Voraussetzungen besonders geeignet und die Ergebnisse besonders gut verwertbar sind.
In den kommenden Monaten werden daher Wissenschaftler beider Institute eine umfangreiche empirische Erhebung im Kreis Steinfurt durchführen. Dazu sprechen sie vor Ort aktive Unternehmen aus dem Bereich erneuerbare Energien und Anlagenbetreiber an und erfragen zentrale wirtschaftliche Kennzahlen. Darüber hinaus befragen sie weitere Akteure im Kreisgebiet, um relevante wirtschaftliche Kenngrößen zusammen zu tragen. Unterstützt werden sie vom Agendabüro des Kreises Steinfurt, für das die Ergebnisse von hohem strategischen Wert sind. Und auch die Kreishandwerkerschaft ist auf die Ergebnisse gespannt. Deren Hauptgeschäftsführer Frank Tischner: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien und die energetische Gebäudesanierung im Kreis ist für die Handwerker der Region ein zentrales Arbeitsfeld geworden. Wir erhoffen uns von der Studie weitere Ansätze für unsere Arbeit.“
Erste Ergebnisse erwarten die Beteiligten bereits Mitte 2012. Dann sollten Zahlen sprechen und belegen, welche Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte durch den Ausbau erneuerbarer Energien im Kreis zu erwarten sind. Neben der regionalwirtschaftlichen Effekte für 2011 erfolgen auch Abschätzungen für die Jahre 2020 und 2050.
Unternehmen, die Interesse an einer Teilnahme haben, können sich auch direkt beim Agendabüro melden. Kontakt über Thomas Möller, Telefon 02251 / 69-2120 oder per Mail unter thomas.moeller@kreis-steinfurt.de.
Pressekontakt: Silke Wesselmann, Tel.: 02551/69-2167