Pressemitteilung vom05. April 2012
Schmallenberg-Virus führt nicht zu Infektionen beim Menschen
Region Kassel.

Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass das Schmallenberg-Virus bei Menschen nicht zu einer Infektion führt. Darauf weist die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel Dr. Karin Müller in einer Pressemitteilung hin.

Das RKI hatte zur Klärung, ob das Schmallenberg-Virus nicht nur bestimmte Paarhufer, sondern auch Menschen infiziert, entsprechende Labortests entwickelt und eine Studie bei Schäfern durchgeführt. "Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das neue Virus bei Menschen mit viel Erregerkontakt nicht zu einer Infektion geführt hat", sagt Reinhard Burger, Präsident des Robert Koch-Instituts.

Das Schmallenberg-Virus haben Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) seit November 2011 bei Rindern, Schafen und Ziegen nachgewiesen und vorläufig nach dem Herkunftsort der ersten Proben benannt. Auch in der Region Kassel konnte das Virus in bisher acht Fällen nachgewiesen werden – landesweit sind es 258 Fälle, die meisten davon Schafe.

Das Schmallenberg-Virus wird durch bestimmte Mücken übertragen. Die Infektion der Tiere in einem bestimmten Stadium der Trächtigkeit kann zu schweren Missbildungen bei Feten führen.

Es gab bislang keinen Anhalt, dass Infektionen oder gar Erkrankungen des Menschen durch das Schmallenberg-Virus auftreten könnten. Auch die "nächsten Verwandten" des Virus mit ähnlichen genetischen Strukturen können Menschen nicht infizieren. Aber das Schmallenberg-Virus hat neue genetische und tierbezogene klinisch-epidemiologische Eigenschaften. Entferntere Verwandte des Schmallenberg-Virus können auch beim Menschen Erkrankungen verursachen.

„Im Hinblick auf das Erkennen neuer gesundheitlicher Risiken nimmt das RKI eine zentrale "Antennenfunktion" im Sinne eines Frühwarnsystems wahr", unterstreicht Burger. Das Robert Koch-Institut führte daher als Vorsichtsmaßnahme die Studie bei Schäfern durch, da diese am meisten Kontakt mit dem neuen Erreger haben. Dafür wurde 60 Schafhaltern und einem Rinderhalter auf freiwilliger Basis Blut für die Laboruntersuchung entnommen. Bei den Blutuntersuchungen fanden die RKI-Forscher keine Antikörper gegen das Schmallenberg-Virus im Blut. Solche Antikörper wären ein Beleg für eine Infektion mit dem Virus gewesen. Bei einigen Tierhaltern mit unspezifischen Symptomen, wie Fieber oder Kopfschmerzen, war auch ein sogenannter PCR-Test negativ, mit dem man Viren direkt nachweisen kann.

Mit der Studie ist eine vergleichsweise hohe Zahl von Menschen mit intensivem Kontakt zu dem Erreger untersucht worden. Sehr seltene Infektionsereignisse können aber mit einer solchen Studie nicht erfasst werden. Auf der Basis der Studienergebnisse und der genetischen Eigenschaften des neuen Virus kann das Risiko von Infektionen beim Menschen als äußerst gering eingeschätzt werden.

 

Hintergrund

Das Robert Koch-Institut ist das nationale Gesundheitsinstitut Deutschlands.

Weitere Informationen: www.rki.de, www.fli.bund.de



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



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Burger Foto Frank Ossenbrink
Auf dem Foto sieht man den Chef des RKI Reinhard Burger (bitte als Quelle "Frank Ossenbrink" angeben).


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