13. April 2012.
Der Landkreis Leer und die Polizeiinspektion Leer/Emden brachen vergangene Woche gleich zweimal zu Testkäufen auf. An zwei Tagen versuchten die Testkäufer insgesamt 34-mal, Hochprozentiges einzukaufen. Kontrolliert wurden Lebensmittelmärkte und Tankstellen. Aufgefallen ist dem Testkaufteam, dass mittlerweile in fast allen Geschäften das Kassensystem hinsichtlich der Altersabfrage beim Alkoholverkauf umgestellt wurde und sogar das nötige "Mindest-Geburtsdatum" angezeigt wird. Das Kassenpersonal muss so nur noch das Datum mit den Angaben im Ausweis des Käufers vergleichen.
Doch trotz der Umstellung der Kassen war die erste Kontrolle von Geschäften und Tankstellen in Rhauderfehn und Ostrhauderfehn für die Kontrolleure sehr enttäuschend. Karin Frieling, Jugendbeauftragte des Landkreises Leer, und Angela Neerhut, Beauftragte für Jugendsachen der Polizeiinspektion Leer/Emden, starteten daraufhin zwei Tage später gleich eine weitere Aktion.
Bei der ersten Aktion hatte es in Rhauderfehn in vier von acht Fällen Hochprozentiges für die junge Testkäuferin gegeben. In Ostrhauderfehn war der Alkohol sogar in sechs von acht Fällen durch den Scanner gezogen worden. „Insgesamt entspricht das Ergebnis einer Quote von 63 Prozent“, sagt Frieling, „das konnten wir so nicht stehen lassen und haben uns gleich noch mal verabredet“. Ratlosigkeit herrschte auch bei vielen Geschäftsführern: „Das erforderliche Mindestgeburtsdatum wird angezeigt, unser Personal lässt sich den Ausweis vorlegen und dann klappt das mit dem Vergleichen des Geburtsjahres nicht."
Wie können wir unseren Angestellten noch helfen?, fragten sie Neerhut und Frieling im anschließenden Gespräch. Beide bestätigten, dass es schwierig sei, für das Problem eine Lösung zu finden. In sieben von zehn Fällen, in denen der Testkäuferin Korn oder Wodka verkauft wurde, musste das kürzlich erst 17 Jahre gewordene Mädchen den Ausweis vorlegen.
Am zweiten Testkauftag wurde in allen Geschäften noch einmal eingekauft, diesmal jedoch mit einem anderen jungen Mädchen, das zum Teil auf die selben Kassierer traf. Das Ergebnis dieser Aktion konnte sich dann auch sehen lassen: in Rhauderfehn hielten sich nun alle zuvor negativ aufgefallenen Geschäfte an die Bestimmungen und gaben keinen Alkohol an die junge Testkäuferin ab.
In Ostrhauderfehn kam es zu einem wiederholten bemerkenswerten Verstoß: Der selbe Auszubildende wie noch zwei Tage zuvor zog bedenkenlos eine Flasche Wodka durch den Scanner. Auf die Frage hin, warum er denn nicht aus seinem Fehler gelernt hätte, antwortete er: „So schnell habe ich Sie gar nicht wieder erwartet.“ Gegen den jungen Mann wird nun ein doppeltes Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Sowohl in Rhauderfehn als auch in Ostrhauderfehn konnten dann noch zwei Supermärkte besucht werden, die bisher noch nie kontrolliert wurden. Beide Kassierer fielen durch. „Dadurch wird offensichtlich, wie wichtig die Testkäufe für unsere Präventionsarbeit sind“, so Neerhut. „Wir müssen uns immer wieder zeigen, damit wir nicht in Vergessenheit geraten.“
Die Quote der zweiten Testkaufaktion lag bei 22 Prozent. Das entspricht dem Durchschnitt aller Testkäufe seit 2009. „Das ist ein Ergebnis, mit dem wir einigermaßen zufrieden sind“, sagt Frieling. „Aber unter zehn Prozent wäre schon schöner“, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern. Demnächst wird das Testkaufteam wieder starten, wohin wird nicht verraten.
Landkreis-Leer ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.
Landkreis Leer
Bergmannstraße 37 D-26789 Leer Telefon: +49 (0) 491 / 926-1254 Telefax: +49 (0) 491 / 926-1200 E-Mail: pressestelle@landkreis-leer.de |