Seit genau 500 Tagen bietet die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts ihren Einwohnern einheitliche Auskünfte unter der Behördenrufnummer 115. Am 1. Dezember 2010 gab Magdeburg als erste ostdeutsche Kommune den Startschuss für den Behördenruf. Bislang haben über 14.200 Bürger die 115 gewählt. 86 Prozent aller Fragen konnten sofort beantwortet werden.
„Das ist für uns eine insgesamt positive Bilanz, auch wenn es bei der Zahl der Anrufer noch große Reserven gibt“, so Holger Platz, Beigeordneter für Kommunales, Umwelt und Allgemeine Verwaltung. „Die Zahl der monatlichen Anrufer steigt zwar kontinuierlich, bezogen auf alle eingehenden Anrufe bei der Stadtverwaltung wählen jedoch derzeit erst durchschnittlich sieben Prozent die 115.“
Am häufigsten werden unter dieser Rufnummer Fragen zur Beantragung und Abholung von Personalausweisen gestellt (9,5 Prozent aller Anrufe). Es folgen Fragen zu den Öffnungszeiten der BürgerBüros (5 Prozent), zu den Aufgaben des Finanzamtes (4 Prozent) und zur Beantragung von Reisepässen (2 Prozent). Die übrigen Anliegen verteilen sich auf eine Vielzahl von Themengebieten wie Führungszeugnisse, Schwerbehindertenausweise, Kfz-Angelegenheiten sowie Magdeburg-Pass und Wohngeld, aber auch Sperrmüll, Personenstandsurkunden oder Anwohnerparkausweise. Zuletzt hatte es beispielsweise viele Fragen zum Thema Osterfeuer gegeben.
„Bei der Beantwortung der Anfragen ist es uns gelungen, den Anteil spezifischer Auskünfte zu erhöhen“, sagt Holger Platz. „Zu verdanken ist dies vor allem der gut ausgebauten Wissensmanagement-Datenbank. Das System bildet die Basis für die Auskünfte unserer ServiceCenter-Mitarbeiter.“
Eine zunehmende Zahl von Anrufen wird im ServiceCenter entgegengenommen, gegebenenfalls von dort weitergeleitet oder als so genanntes E-Mail-Ticket einem zeitweilig nicht erreichbaren Ansprechpartner in der Stadtverwaltung zugestellt. Bereits heute können im ServiceCenter 86 Prozent aller Fragen sofort beantwortet werden. Die meisten Anrufe gehen in der Regel zwischen 9.00 und 11.00 Uhr sowie zwischen 14.00 und 16.00 Uhr ein.
Seit dem Startschuss vor gut 17 Monaten hat sich auch strukturell einiges verändert. Bereits vor einem Jahr sind die Vermittlungskräfte der Landesregierung in das ServiceCenter im Breiten Weg 222 gezogen. Außerdem wurde die 115 für weitere Regionen in Sachsen-Anhalt freigeschaltet.
So hat sich der Landkreis Börde am 4. Oktober 2011 dem 115-Verbund angeschlossen. Die Anrufer aus dem Bördekreis erhalten seitdem ebenfalls Auskünfte über das städtische ServiceCenter in Magdeburg.
Bisher gingen 1.426 Anrufe aus dem Landkreis Börde ein. Hier werden vorrangig Fragen zum Personalausweis (5 Prozent), zu Geburtsurkunden (3 Prozent), zur Umschreibung von Kfz (3 Prozent) und zu Melderegisterauskünften (2 Prozent) gestellt. Die Anliegen aus dem Bördekreis konnten zu 89 Prozent sofort beantwortet werden.
„Unser Ziel ist es, dass die 115 als Behördenrufnummer einen so starken Bekanntheitsgrad bekommt wie die 110 als Poizeirufnummer“, blickt Holger Platz voraus. „Ein zusätzlicher Anreiz ist dabei die Möglichkeit, Termine für den Besuch eines BürgerBüros zu reservieren. Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, können seit Mittwoch für Bürgerservice-Dienstleistungen unter der Rufnummer 115 oder im Internet unter www.magdeburg.de/buiergerservice feste Termine vereinbart werden.“
Seit dem 1. März ist die 115 rechtlich und technisch im Festnetz wie eine Ortsnetzrufnummer eingerichtet. Das heißt, sie kann aus dem Festnetz zum Ortstarif gewählt werden und ist flatratefähig. Die Telekom Deutschland und zahlreiche alternative Anbieter haben ihre Tarife bereits zum 1. März umgestellt, weitere Anbieter folgen.
Unter der 115 gibt es montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr schnelle und individuelle Auskünfte zu vielen Behördenangelegenheiten. Weitere Informationen zu den Tarifen gibt es unter www.115.de.