
Kreis Unna. (PK) Ab 8. Juni findet in Polen und der Ukraine die Fußball-Europameisterschaft 2012 statt. Beide Länder zählen zu den FSME-Risikogebieten. Dr. Bernhard Jungnitz, Leiter des Medizinischen Dienstes beim Kreis Unna, empfiehlt dorthin Reisenden deshalb, ihren Impfschutz gegen FSME-Viren zu überprüfen.
FSME ist die Abkürzung für FrühSommer-MeningoEncephalitis und bezeichnet eine Hirnhauterkrankung, die durch Zecken beim Blutsaugen übertragen werden kann. Die FSME-Viren greifen das zentrale Nervensystem des Menschen an. Mögliche Folgen sind unter anderem Lähmungen und Bewusstseinsstörungen, schlimmstenfalls kann die Krankheit tödlich enden.
„Gerade wer bei seinem EM-Besuch zelten oder wandern will, sollte sich impfen lassen“, rät Dr. Jungnitz. Denn ist die FSME einmal ausgebrochen, gibt es keine Medikamente und Therapiemethoden, die gegen das Virus helfen. Für den kurzfristigen Schutz bietet sich eine Schnellimmunisierung (Impfen am Tag 0 und Tag 14) mit FSME-IMMUN-Impfstoffen an. Die Grundimmunisierung wird mit der 3. Teilimpfung nach bis zu 12 Monaten abgeschlossen.
Eine andere durch Zecken übertragbare Krankheit ist die Borreliose, die durch Bakterien hervorgerufen wird. Gegen diese Erkrankung gibt es keine Schutzimpfung für den Menschen. Der Amtsarzt rät der daher grundsätzlich zur Vorsorge.
Einen gewissen Schutz gegen Zecken bieten in der Regel die Kleidung und natürlich auch Insekten abwehrende Mittel, sogenannte Repellents. Auf jeden Fall sollte sich jeder, der sich in der freien Natur bewegt, am Ende eines Tages auf das eventuelle Vorhandensein von Zecken kontrollieren.
„Entdeckt man eine Zecke an seinem Körper, sollte man sie möglichst bald mit einer Pinzette, einem Zeckenhebegerät oder den Fingern schnell aus der Haut heraus hebeln, um den Übertragungsprozess von Krankheitserregern von der Zecke auf den Menschen zu unterbrechen“, so Dr. Bernhard Jungnitz. Eventuell in der Folgezeit auftretende und sich ausbreitende Rötungen sollten Anlass sein, den Arzt zu konsultieren.