
Kreis Unna. (PK) Eltern, die in Bönen, Fröndenberg oder Holzwickede einen Platz in einer Kindertageseinrichtung für ihr unter dreijähriges Kind suchen, werden in aller Regel fündig. Denn der Kreis als zuständiges Jugendamt hat für den Ausbau der U3-Betreuung in den drei Kommunen gemeinsam mit den Trägern der Tageseinrichtungen rechtzeitig die Weichen gestellt, um die gesetzlich vorgegebene Betreuungsquote von 32 % ab dem Kindergartenjahr 2013 zu erreichen.
„Wir liegen hinsichtlich der Bedarfsabdeckung für Betreuungsplätze im U3-Bereich in allen drei Kommunen unseres Zuständigkeitsbereichs weit über dem derzeitigen Landesdurchschnitt von derzeit 15,9 %“, berichtet Sandra Waßen, Leiterin des Fachbereichs Familie und Jugend des Kreises.
In Bönen sind mit den Einrichtungen Martin Niemöller, Puzzlekiste, Schatzkästchen, St. Bonifatius und die Kita Alter Bahnhof Lenningsen bereits fünf Kindertageseinrichtungen bedarfsgerecht für die Betreuung von unter Dreijährigen ausgebaut worden. Unter anderem wurden sie mit geeigneten Schlaf- und Nebenräumen für die Betreuung der jüngsten Kita-Besucher ausgestattet. Die Umbauarbeiten in einer weiteren Einrichtung, der Kita Katharina Luther, laufen zurzeit noch und werden voraussichtlich bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Kita Christ-König erarbeitet derzeit ebenfalls eine Ausbauplanung.
„Außerdem hat die Kita Immanuel gerade für ihre Planungen den Zuwendungsbescheid des Landesjugendamtes Münster erhalten und kann nun ebenfalls mit dem U3-Ausbau starten“, weiß Sandra Waßen. Somit stehen in Bönen zum Start des diesjährigen Kindergartenjahres am 1. August insgesamt 87 Betreuungsplätze für unter Dreijährige in Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. „Rechnet man die Tagespflegeplätze bei Tagesmüttern hinzu, erreichen wir in Bönen insgesamt eine Betreuungsquote von rund 26 %“, so Waßen.
Weiter entspannen wird sich die Situation im Dezember: Dann nimmt eine weitere, derzeit in Bau befindliche Kindertageseinrichtung in Trägerschaft des DRK ihren Betrieb auf. Mit den dann zusätzlich zur Verfügung stehenden 22 U3-Plätzen sind in Bönen zum Jahresende bereits 31 % der unter Dreijährigen versorgt. Zu Beginn des Kindergartenjahres 2013 wird diese Quote durch die noch in Planung befindlichen Um- und Ausbauten auf 33 % steigen.
Sogar noch besser stellt sich die Situation in Fröndenberg dar: Dort sind inzwischen acht Einrichtungen bedarfsgerecht für die Betreuung der Kleinsten ausgebaut worden (Hirschberg, Oase, Zur Wasserburg, Matthias Claudius, Christ-König, Auf dem Mühlenberg, Ruhrpiraten und die Villa Kunterbunt). Mit St. Josef hat eine weitere Einrichtung mit dem Ausbau begonnen; zudem ist der Einrichtung Herz-Jesu gerade frisch der Bewilligungsbescheid des Landesjugendamtes zum Ausbau ins Haus geflattert. In der Kita St. Marien wird der Ausbau derzeit geplant und soll 2013 abgeschlossen werden.
Somit werden ab August insgesamt 112 unter dreijährige Kinder in den Fröndenberger Kindertageseinrichtungen betreut. Damit kommt Fröndenberg unter Berücksichtigung der dort vorhandenen Tagespflegeplätze auf eine Bedarfsabdeckungsquote von insgesamt 29,3 %. Mit den geplanten Ausbauten wird diese bis August 2013 auf 32 % erhöht.
In Holzwickede ist der U3 Ausbau in allen 8 Einrichtungen abgeschlossen. Ab August stehen dort pünktlich zum Start des neuen Kindergartenjahres insgesamt 101 Plätze für unter Dreijährige in den Kindertageseinrichtungen zur Verfügung. Unter Berücksichtigung der Tagespflegeplätze sind dann bereits 31,7 % der unter Dreijährigen versorgt. Bis August 2013 wird diese Quote auf 32,3 % steigen.
Die guten Bedarfsabdeckungsquoten wirken sich auch in der Praxis aus. „Bislang konnten wir in allen drei Kommunen jedem Interessierten einen Betreuungsplatz vermitteln“, ist Sandra Waßen froh, dass Politik und Verwaltung im Kreis gemeinsam mit den Trägern der Kindertageseinrichtungen das wichtige Projekt des Ausbaus der U3-Betreuung schon vor Jahren auf den Weg gebracht haben. Insgesamt rd. 11,5 Mio. an Ausbaumitteln des Bundes und des Landes konnten bereits an die Träger der Tageseinrichtungen weiterbewilligt werden.
Nach dem im Mai erschienenen Evaluationsbericht könnte es gegebenenfalls trotzdem noch mal eng werden: Der Bund geht in diesem Bericht von einem Betreuungsbedarf der Eltern für ihre unter dreijährigen Kinder von 39 % aus. Aber auch hier bleibt Sandra Waßen relativ entspannt: „Sollte sich vorübergehend tatsächlich ein noch höherer Betreuungsbedarf ergeben, hoffen wir, dass wir auch diesen durch den weiteren Ausbau der Kindertagespflege in Bönen, Fröndenberg und Holzwickede und durch frei werdende Kapazitäten in den Einrichtungen, etwa durch den Rückgang der benötigten Plätze für die Betreuung drei- bis sechsjähriger Kinder, auffangen können“, so die Fachbereichsleiterin.