Trendelburg/Kreis Kassel.
Für private Hausbesitzer, die in Orten wohnen, die aktuell im Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen sind, gibt es gute Nachrichten. „Es stehen noch Fördermittel für private Bau- und Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung“, informiert Peter Nissen, zuständiger Abteilungsleiter beim Amt für den ländlichen Raum des Kreises Kassel in Hofgeismar. Es bestehe eine „gute Chance, dass alle Anträge, die in diesem Jahr eingehen, auch bewilligt werden können“. Nissen empfiehlt, die entsprechenden Anträge schnell zu stellen, um so die guten Chancen auf einen positiven Förderbescheid zu nutzen.
„Wer diese Möglichkeit nicht nutzt, verschenkt Geld“, bestätigt Kai Georg Bachmann, Bürgermeister von Trendelburg. Er kenne eine Reihe von Hausbesitzern, die Vorschriften und Gängelei durch die Behörden befürchten, wenn sie eine öffentliche Förderung in Anspruch nehmen, so Bachmann weiter:„Diese Vorurteile aus der Vergangenheit stimmen nicht mehr“, bestätigt auch Andre Stenda, Stadtverordnetenvorsteher in Trendelburg.
Die Sanierung von Häusern in den alten Ortskernen kann mit 30 Prozent beziehungsweise maximal 30.000 Euro bezuschusst werden, informiert Abteilungsleiter Nissen. Bezuschusst werden alle Maßnahmen zur Substanzerhaltung des Gebäudes und Umbauarbeiten für eine dauerhafte Nutzung für die Zukunft.
Positiv bei privaten Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung sei, dass neben einer Verbesserung des Gesamteindrucks im Ort auch ein Nachahmungseffekt in der Nachbarschaft eintrete. Nissen: „Häufig ziehen nach einer gelungenen Sanierungsmaßnahme Nachbarn nach, so dass manchmal ein ganzer Straßenzug erneuert wird“. Ein weiterer nachhaltiger Effekt privater Sanierungsmaßnahmen ist, dass in der Regel nur Handwerksbetriebe aus der Region Aufträge erhalten.
Mit gutem Beispiel gingen die Familien Tölle und Herbold aus dem Trendelburger Stadtteil Gottsbüren voran. Mitten im Herzen des Ortes erstrahlt die Fachwerkanlage für zwei Familien im neuen Glanz. 2011 entschieden sich die beiden Familien für eine Antragsstellung im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms, um die Außenfassade und die Dachrinne ihres Fachwerkhauses zu erneuern. „Die Antragsstellung auf Förderung war eine gute Idee, die uns nicht nur finanziell sondern auch planungstechnisch sehr geholfen hat“, berichtet Andreas Tölle, Besitzer der einen Hälfte des sanierten Fachwerkhauses. Die Förderung von Bau- und Sanierungsarbeiten kommt jedoch nicht nur den privaten Hauseigentümern zu Gute, sondern wirft auch ein positives Licht auf den Gesamteindruck des Ortsbildes. „Jede Förderung macht die Stadt Trendelburg attraktiver, daher wollen wir das Bestehende nutzen, um den Ortskern zu beleben und viele Leute nach Gottsbüren zu locken“, kommentiert Bürgermeister Bachmann. Hauseigentümer Tölle zeigt sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Sanierungsarbeiten und bestätigt, dass es keinerlei Probleme bei der Antragsstellung, Planung und Durchführung der Sanierungsmaßnahme gab. Tölle: „Es wurde alles so umgesetzt, wie wir es geplant und mit dem Landkreis Kassel abgestimmt haben“.
„Was für Trendelburg gilt, gilt auch für andere Städte und Gemeinden, die im Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen sind“, berichtet Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel. In jedem Jahr gäbe es neues Fördergeld, das in den Orten, die in der Dorferneuerung sind, bis zum letzten Jahr der Förderperiode genutzt werden kann. Neben der Betreuung bei der Antragstellung werden die Hausbesitzer durch kostenfreie und unverbindliche Beratung vor Ort unterstützt. „Wir bieten ein Rundumsorglos-Paket mit kostenloser Beratung an“, betont Bürgermeister Bachmann.
Ende Juni 2012 war die Sanierung des Fachwerkhauses der beiden Familien Tölle und Herbold abgeschlossen. Tölle: „Wir sind stolz darauf, dass alles so geklappt hat und wie unser Haus jetzt aussieht“.
Hintergrund:
Ansprechpartner für private Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung ist das Amt für den ländlichen Raum in Hofgeismar unter der Telefonnummer 05671/8001-2413 (Peter Nissen).
Die Privatförderung gilt im Landkreis Kassel aktuell für die Orte:
- Bad Emstal-Balhorn (noch bis 2018)
- Calden-Ehrsten (noch bis 2015)
- Fuldatal-Simmershausen (noch bis 2016)
- Grebenstein-Burguffeln (noch bis 2017)
- Söhrewald-Wellerode (noch bis 2017)
- Trendelburg mit allen Stadtteilen (noch bis 2019)
- Wolfhagen-Gasterfeld (noch bis 2014)
- Wolfhagen-Wenigenhasungen (noch bis 2016)
- Zierenberg-Burghasungen (noch bis 2014)
Für die Dorferneuerung beim Land Hessen angemeldet – aber noch nicht anerkannt – sind die Gemeinden Helsa und Nieste.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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