Alte Stadtmauer im neuen Stein’s Tivoli am Freiheitsplatz
- Ob besichtigt Mauerreste aus dem 14. Jahrhundert
Vor rund 700 Jahren – vermutlich kurz nach der Verleihung der Stadt- und Marktrechte im Jahr 1303 – wurde die Stadtmauer rund um die Hanauer Altstadt erbaut. Ein beträchtlicher Teil davon – wurde nun bei den Sanierungsarbeiten für das neue Hanauer Theater Stein’s Tivoli freigelegt, das im kommenden Winter in die Räume des ehemaligen Kino Central ziehen wird.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtentwicklungs-Chef Martin Bieberle nahmen die bis zu sechs Meter hohe und mehr als 20 Meter lange Mauer bei einem Besuch auf der Baustelle persönlich in Augenschein. „Das hier ist Geschichte zum Anfassen!“, sagte der OB, als er andächtig die Hand auf das Gemäuer aus dem 14. Jahrhundert legt. „Es ist ein Wunder, dass die Mauer nicht im zweiten Weltkrieg zerstört wurde und der Nachwelt erhalten blieb. Umso mehr freut es mich, dass sie in Zukunft sichtbarer und fühlbarer Teil von Stein’s Tivoli sein wird.“
Über viele Jahrzehnte waren die Mauerüberreste im ehemaligen Kinosaal hinter den Verschalungen im Innenraum versteckt. Weitere Teile der rund 800 Meter langen Altstadtmauer befinden sich – meist in Hinterhöfen – in der Großen Dechaneistraße, Schlendergasse, Alte Johanneskirche, Fronhof und Nordstraße. Im Rahmen der Entkernungs- und Renovierungsarbeiten kam das alte Mauerwerk nun in seiner ganzen Pracht wieder zum Vorschein. Das Architekturkonzept für das Theater der Familie Stein sieht vor, die Stadtmauer zu integrieren. „Wir sind begeistert und wollen die alte Mauer unbedingt erhalten! Sie macht das Theater zu einem authentischen stimmungsvollen Ort. Unsere Gäste werden hier Geschichte atmen können, während sie die Vorstellung genießen“, sagt Martin Stein.
Nach dem mehrmonatigen Umbau und einer umfassenden Modernisierung soll das neue Theater in Hanau rechtzeitig zur Weihnachtszeit seinen Spielbetrieb aufnehmen. In Gestaltung und Programm wird sich das 188 Plätze bietende Haus an die "Heimat-Bühne" in Rodenbach anlehnen, wo die Familie Stein seit 2009 höchst erfolgreich ein kleines Theater führt.
Inzwischen ist das Rodenbacher "Tivoli" längst kein Geheimtipp mehr, sondern gehört zu den erfolgreichsten privatwirtschaftlich betriebenen Theatern der gesamten Rhein-Main-Region. Die meisten Vorstellungen in der Hanauer Nachbargemeinde sind ausverkauft.
Hintergrund:
Die Altstadt hatte zwei äußere Tore, das "Kinztor" oder "Kinzdorfertor", und das Metzgertor am Ende der Metzgerstraße. Das Kinztor lag am südlichen Ende der Marktstraße und zwar in Verlängerung der Stadtmauer an der Nordseite des Tivoli, Höhe Santander-Bank. Ein Teil der Außenmauer ist im Hof zu sehen. Das Tor wurde auf unmittelbaren Befehl des Erbprinzen Wilhelm am 26. Juni 1769 zum Abbruch ausgeschrieben, nachdem die Festungswerke zwischen Alt- und Neustadt geschleift und an ihrer Stelle der "Paradeplatz" angelegt worden war. Im September 1769 war der Abbruch vollendet; Holzwerk und Steine des Tores wurden verkauft. Die Mauer blieb stehen, zumal dort entlang die Altstädter ihre Häuser bauten und sich somit eine Hauswand sparten.
Die alte Stadtmauer steht im direkten Kontext mit den Funden auf dem Freiheitsplatz. Da die alte Mauer schmal und hoch war, konnte sie keine Kanonen aufnehmen, weshalb die Bastionen im 16. Jahrhundert direkt davor gesetzt wurden.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Ute Wolf, Telefon 06181/295-664
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Alte Stadtmauer
Bis zu sechs Meter hoch und 20 Meter lang ist der Teil der rund 700 Jahre alten Stadtmauer, der im ehemaligen Kino Central am Freiheitsplatz zum Vorschein kam.
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