Ottostadt Magdeburg.
Kaiserliche Pracht von Augustus bis zu den Ottonen: Kulturhistorisches Museum Magdeburg präsentiert ab dem 27. August 2012 Schätze und Kostbarkeiten aus 1000 Jahren europäischer Kaisergeschichte
MAGDEBURG.Die Ottostadt Magdeburg erstrahlt vom 27. August bis 9. Dezember 2012 im kaiserlichen Glanz, wenn im Kulturhistorischen Museum Magdeburg die mächtigen Kaiser des Römischen Imperiums auf die großen Herrscher des europäischen Mittelalters treffen. „Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“ lautet der Titel der großen kunst- und kulturhistorischen Landesausstellung Sachsen-Anhalt, die anlässlich des 1100. Geburtstages von Kaiser Otto dem Großen und des 1050. Jahrestages seiner Kaiserkrönung in der Ottostadt gezeigt wird. Mit dieser dritten Ausstellung zu dem berühmten Kaiser setzt das Magdeburger Museum nach den beiden Europaratsausstellungen 2001 „Otto der Große. Magdeburg und Europa“ und 2006 „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ die erfolgreiche Ausstellungsreihe zur Person Ottos des Großen fort. Schirmherr der Landesausstellung Sachsen-Anhalt ist Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert.
„Otto der Große und das Römische Reich“ zeichnet erstmals die Entwicklung des europäischen Kaisertums im ersten Jahrtausend nach: Von den Anfängen unter Kaiser Augustus über Konstantin den Großen, Karl den Großen und Byzanz bis hin zu den Herrschern der Ottonen. In einem spannenden Rundgang durch ein Jahrtausend europäischer Kaisergeschichte dokumentiert die Ausstellung von Rom ausgehend, Beginn, Kontinuität und Wandel der römischen Kaiseridee über verschiedene Epochen hinweg.
Fünf thematische Abschnitte zeigen, wie sich die kaiserliche Herrschaft unter Augustus zunächst langsam entwickelte, dann unter Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert eine christliche Prägung erfuhr und nach dem Fall des Weströmischen Reiches im Jahr 476 zunächst auf Byzanz beschränkt blieb. Erst über 300 Jahre später, im Jahr 800, wurde mit der Kaiserkrönung Karls des Großen durch den Papst in Rom das weströmische Kaisertum erneuert und schließlich 962 mit der Krönung Kaiser Ottos des Großen endgültig nördlich der Alpen verankert. Damit knüpft Otto der Große, wie bereits Karl der Große, bewusst an die lange Tradition des Kaisertums der römischen Antike an.
Die Schau führt erstmals eine Vielzahl überaus hochkarätiger Leihgaben aus 1000 Jahren europäischer Kaisergeschichte in Magdeburg zusammen. Zu sehen sind rund 350 Exponate aus internationalen Museen und Bibliotheken wie den Vatikanischen Museen und den Kapitolinischen Museen in Rom, dem Staatlichen Historischen Museum Moskau, der französischen Nationalbibliothek in Paris und dem Kunsthistorischen Museum Wien. Kostbare Goldschmiede- und Steinmetzarbeiten, Elfenbeine, Textilien und Schriftstücke dokumentieren auf einzigartige Weise Macht, Selbstverständnis und Repräsentation kaiserlicher Herrschaft vom Mittelmeerraum bis Nordeuropa.
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen die Insignien des Kaisers Maxentius aus Rom - einer der bedeutendsten archäologischen Neufunde der letzten Jahre. Sie werden erstmals in Deutschland gezeigt. Auch die mit Hilfe von Ostdeutscher Sparkassenstiftung und Stadtsparkasse Magdeburg nach 120 Jahren wieder frisch restaurierte römische Kaiserstatue aus dem Pergamonmuseum in Berlin und die Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu aus dem Staatsarchiv Wolfenbüttel – eine der kostbarsten und prachtvollsten Urkunden des Mittelalters – sind in der Schau zu bewundern. Mit dem Chludow-Psalter aus dem Staatlichen Historischen Museum Moskau ist zudem eine der ältesten byzantinischen Handschriften in der Ausstellung vertreten.
Ergänzt wird die Schau durch ein abwechslungsreiches Begleitprogramm mit wissenschaftlichen Vorträgen, Museumsnächten und besonderen Angeboten für Familien und Kinder. Gemeinsam mit Magdeburg bieten die Korrespondenzorte Gernrode, Halberstadt, Quedlinburg, Memleben, Merseburg, Tilleda und Wallhausen unter dem Titel „Auf den Spuren Ottos des Großen. Kaiserorte in Sachsen-Anhalt“ ein umfangreiches Begleitprogramm an.
Zur Ausstellung erscheinen ein reich bebilderter Katalog sowie ein Kurzführer im Verlag Schnell & Steiner. Der wissenschaftliche Begleitband zur Ausstellung „Kaisertum im ersten Jahrtausend“ ist ebenfalls im Verlag Schnell & Steiner erschienen.
Die Landesausstellung Sachsen-Anhalt wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Mittelalterausstellungen realisiert. Träger der Ausstellung sind das Land Sachsen-Anhalt und die Landeshauptstadt Magdeburg. Ermöglicht wird sie durch die freundliche Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stadtsparkasse Magdeburg, der Kulturstiftung der Länder, der „Kloster Bergesche Stiftung“, der Ernst von Siemens Kunststiftung, Lotto Sachsen-Anhalt und den Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt. Als Medienpartner unterstützen MDR Sachsen-Anhalt, die Volksstimme und Ströer Deutsche Städte Medien die Ausstellung. Als ständiger Kulturpartner des Museums begleitet MDR Figaro das Projekt. Kooperationspartner im Bereich Tourismus sind die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH und die Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH. Mobilitätspartner der Ausstellung ist die Deutsche Bahn.
Informationen unter www.otto2012.de