Pressemitteilung vom11. September 2012
Projekt BARKE ein Erfolgsmodell – Betreuung für Demenzerkrankte mit Hilfe von Ehrenamtlichen
Kaufungen/Kreis Kassel.

Das seit September 2004 bestehende Unterstützungs- und Betreuungsangebot für Demenzerkrankte und ihre Angehörigen – BARKE – hat sich zu einem Erfolgsmodell entwickelt. „Wir haben ein kreisweites Trägernetz aufbauen können, in dem 121 ehrenamtliche Betreuer zur Verfügung stehen“, berichtet Karin Tietz, Altenhilfeplanerin beim Landkreis Kassel. So können insgesamt 162 an Demenz erkrankte Menschen betreut und ihre Angehörigen entlastet werden. „Die Zahl der ehrenamtlichen Betreuer hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt – obwohl 2008 bereits 86 Freiwillige bei BARKE aktiv waren“, so Tietz weiter. Das Mehr an freiwilligen Betreuern habe auch zu einer Steigerung der Zahl der Betreuten geführt – von 2008 bis heute stieg die Zahl von 72 auf 162. Tietz: „Der Bedarf ist allerdings weiter steigend, so dass wir immer auch noch ehrenamtliche Mitarbeiter suchen“. Martina Buntins, BARKE-Koordinatorin bei der DRK-Klinik in Kaufungen, sieht den steigenden Bedarf und die Notwendigkeit von mehr Helfern in ihrer praktischen Arbeit: „Zurzeit haben wir eine Warteliste und es kann mehrere Monate dauern, bis wir eine Betreuung vermitteln können“. An der Übernahme einer Betreuung Interessierte aus den Kommunen im Süd-Osten des Landkreises Kassel können sich bei der Demenzstelle BARKE unter der Telefonnummer 05605-945320 oder unter der Mailadresse barke@drk-klinik-kaufungen.de melden.

Im Rahmen von BARKE übernehmen freiwillige Helferinnen und Helfer stundenweise die Betreuung von Demenzerkrankten. Durch diese Unterstützung werden die häufig stark beanspruchten pflegenden Angehörigen entlastet.

Allein lebenden älteren Menschen mit Demenz wird geholfen. Die Betreuung erfolgt im häuslichen Umfeld der Betreuten.

„Für die Angehörigen sind die BARKE-Betreuer eine große Hilfe – meine Mutter freut sich auf jeden Besuch der Betreuerin, die mit ihr spielt und andere Freizeitaktivitäten durchführt“, bestätigt Henry Wlodarz aus Baunatal. Durch die regelmäßigen Besuche habe sich der Allgemeinzustand seiner Mutter verbessert.

Diese Erfahrungen hat auch Claudia P. aus Kaufungen (Name geändert) gemacht: „Die Verlässlichkeit der Besuche und die große Kompetenz unserer Betreuerin sind für meinen Vater eine große Hilfe“.

Bärbel Sieke aus Schauenburg, die seit sechs Jahren bei BARKE als Betreuerin aktiv ist, lobt die gute Vorbereitung auf die Betreuungsaufgaben. „Auch nach dem Einführungslehrgang hilft der regelmäßige Austausch mit den anderen Betreuern sehr“, so Sieke weiter. Zu BARKE ist Sieke durch Erfahrungen bei ihren Angehörigen gekommen. „Bei mir war es das Interesse an ehrenamtlichen Engagement, für das ich nachdem meine Kinder ausgewachsen sind, mehr Zeit habe“, berichtet Bettina Grönke aus Kaufungen. Beide Betreuerinnen bestätigen, dass das Feedback von den Angehörigen und den Betreuten eine „tolle Motivation“ sind.

Der Landkreis Kassel unterstützt die insgesamt fünf Betreuungseinrichtungen für Demenzkranke und ihre Angehörige mit 77.500 Euro im Jahr, von denen rund 49.000 Euro von den Pflegekassen übernommen werden, informiert Altenhilfeplanerin Tietz. Die restlichen Kosten von rund 50.000 Euro werden von den Trägern und den Kommunen im Landkreis Kassel getragen. Die Kreiszuschüsse gehen an die Angebote „BARKE Süd-Ost“ (Kaufungen) und „Weserregion“ (Bad Karlshafen), an das Zentrum für Demenz im AltenBeratungs-Centrum Hofgeismar, an „Zeitlos“ in Wolfhagen und das Zentrum für Menschen mit Demenz und Angehörige (ZEDA) in Vellmar.

„Die Förderung der Unterstützung bei der Betreuung älterer und demenzerkrankter Menschen“, so Tietz weiter, „ist in einer zunehmend alternden Gesellschaft ein wichtiger Faktor der sozialen Arbeit im Landkreis“. Mit Hilfe der Betreuungsangebote werden Angehörige von Demenzerkrankten entlastet und den Betroffenen selbst ein würdevolleres Leben ermöglicht. Die Zuschüsse sollen den engagierten Einsatz der freien Träger honorieren, die ihre Angebote an die Bürger des Kreises richten.

 

Hintergrund:

Die einzelnen BARKE-Träger sind für unterschiedliche Kommunen im Landkreis zuständig. BARKE Süd-Ost, das von der DRK Klinik Kaufungen getragen wird, betreut die Kommunen Baunatal, Fuldabrück, Helsa, Kaufungen, Lohfelden, Nieste, Niestetal und Schauenburg. „Zeitlos“ (Träger: Diakonisches Werk Hofgeismar-Wolfhagen) kümmert sich um Bad Emstal, Breuna, Habichtswald, Naumburg, Wolfhagen und Zierenberg, das Zentrum für Demenz im ABC (ebenfalls Diakonisches Werk) um die Kommunen Ahnatal, Calden, Espenau, Fuldatal, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen und Liebenau. BARKE Weserregion ist an der Dr. Ebel Fachklinik GmbH in Bad Karlshafen angesiedelt und betreut Bad Karlshafen, Oberweser, Reinhardshagen, Trendelburg und Wahlsburg. ZEDA – eine Tochter des Zweckverbandes Diakonisches Werk Kassel – kümmert sich mit ihrem Angebot „Freiraum“ um Vellmar.

Die in BARKE tätigen freiwilligen Betreuer werden vor Beginn ihrer Tätigkeit theoretisch und praktisch geschult, so dass die Familien sicher sein können, dass ihre an Demenz erkrankten Angehörigen in guten Händen sind. Dazu trägt auch bei, dass die freiwilligen Betreuer sich zusammen mit Pflegeprofis regelmäßig über ihre Arbeit austauschen.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


Barke Kaufungen
Auf dem Foto sind von links nach rechts Betreuerin Bettina Grönke, Henry Wlodarz (Angehöriger), Bärbel Sieke (Betreuerin) und Martina Buntins (BARKE-Koordinatorin) vor der DRK-Klinik in Kaufungen zu sehen.


LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
http://www.landkreiskassel.de

presse-service.de Die Pressestelle Pressestelle LANDKREIS KASSEL ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.