Ottostadt Magdeburg.
Seit einiger Zeit bemüht sich die Stadtverwaltung, die Lebensbedingungen für Bienen und andere Bestäuberinsekten im Stadtgebiet zu verbessern. Dazu wurden in jüngster Zeit Blumenwiesen als sogenannte Bienenweiden angelegt. Am kommenden Donnerstag (4. Okt.) um 11.00 Uhr wird der Beigeordnete für Kommunales, Umwelt und Allegemeine Verwaltung, Holger Platz, an der Bebelstraße in Magdeburg-Ottersleben die erste Infotafel für eine Blumenwiese aufstellen.
Bereits seit einigen Jahren werden in der Landeshauptstadt zahlreiche Aktivitäten unternommen, um das Nahrungsangebot für Honigbienen und andere Bestäuberinsekten zu verbessern bzw. die Problematik in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Jüngstes Beispiel hierfür ist die Installation von Informationstafeln an verschiedenen Standorten mit als Bienenweide angelegten Flächen. Diese Aktion wurde vom Umweltamt initiiert. Die Tafeln informieren über Sinn und Zweck von Bienenweiden und über das Verhalten an und auf ihnen.
Seit dem Jahr 2004 gibt es rege Kontakte zwischen dem Magdeburger Imkerverein und der Stadtverwaltung. Auch im Stadtrat war das Problem bereits einige Male Thema, und 2008 wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Bienenweiden zu unternehmen. Um das Thema öffentlich zu machen, widmete sich z.B. der vom Umweltamt organisierte Landschaftstag 2009 diesem Thema. Aufgrund einer Anregung aus den Fachvorträgen des Landschaftstages hat der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe in einem ersten Versuch Blühwiesen angelegt. Zu finden sind diese zum Beispiel an den Standorten August-Bebel-Damm, Lange Lake und Bebelstraße.
Diese Wiesen bestehen aus einer Mischung ein- und mehrjähriger Arten, so dass in jedem Jahr andere Blühaspekte dominieren. Gemäht werden muss die Fläche nicht. Ganz im Gegenteil: Die Blütenstände sollen stehen bleiben, damit die herunterfallenden, ausgereiften Samen sich im nächsten Jahr wieder zu einem reichen Blütenflor entwickeln können.
Um die Akzeptanz dieser - vielleicht nicht ganz so gepflegt wirkenden - Flächen zu erhöhen, werden derzeit Informationstafeln aufgestellt.
Hintergrund der Aktivitäten ist die Tatsache, dass urbane Bereiche für viele Arten wichtige Ersatzlebensräume darstellen. Dies betrifft insbesondere Insekten– und Vogelarten, die in den städtischen Grünanlagen und nicht zuletzt privaten Gärten ein reichhaltigeres Nahrungsangebot vorfinden als in der ausgeräumten Agrarlandschaft.
Medienvertreter sind zur Enthüllung der Infotafel herzlich eingeladen.