Ottostadt Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute im Alten Rathaus den langjährigen Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann. Aus Anlass seiner Verabschiedung und in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Universität und den Wissenschaftsstandort Magdeburg trug er sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt ein.
Die Landeshauptstadt Magdeburg hat seit der deutschen Wiedervereinigung eine unglaublich dynamische Entwicklung genommen. Diese Entwicklung hat nicht nur das Stadtbild grundlegend gewandelt, sondern auch den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Magdeburg. Zu den wichtigsten Meilensteinen gehört dabei der Zusammenschluss der drei Hochschulen zur Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg“, erklärte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper heute anlässlich der Würdigung des ehemaligen Rektors.
Mit mehr als 1.000 Wissenschaftlern ist die Universität einer der großen Arbeitgeber in der Region. Zusammen mit den Studenten sind die Mitarbeiter zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Ebenso wichtig sind ihre Einflüsse auf das kulturelle und gesellschaftliche Klima sowie die demografische Entwicklung. „Darum sind die Förderung und der Ausbau des Wissenschaftsstandortes auch ein zentrales Anliegen der Kommunalpolitik“, so OB Dr. Trümper.
Die erfolgreiche Entwicklung der Universität ist untrennbar verbunden mit dem Rektorat von Prof. Klaus Erich Pollmann. Mit seiner Arbeit als Rektor und seinem herausragenden Engagement auch weit über diese Funktion hinaus hat er maßgeblichen Anteil daran, dass die Universität mittlerweile national und auch international einen hervorragenden Ruf genießt und Magdeburg als ein wichtiger und auch international beachteter Wissenschaftsstandort in Mitteldeutschland wahrgenommen wird. Für das mittlerweile erlangte Renommee sprechen auch die aktuellen Studentenzahlen, die sich in den 14 Jahren seines Rektorates von etwa 6.200 im Jahr 1998 auf heute fast 14.000 mehr als verdoppelt haben. Diese Steigerung ist ein deutlicher Ausdruck des Aufschwungs und der nachhaltigen Veränderung der Universität und des Wissenschaftsstandortes Magdeburg.
Während der Amtszeit von Prof. Klaus Erich Pollmann entwickelten sich die beiden Campus in der Stadt zu attraktiven Wissenschaftsquartieren und entstanden zahlreiche neue Instituts- und Forschungsgebäude. Und diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen, denn auf dem Campus wird weiter gebaut (u.a. Forschungsneubau Systembiologie, Sanierung Fakultät für Humanwissenschaften). In direkter Nachbarschaft zur Universität ist zudem eine beachtliche Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur mit zahlreichen namhaften Forschungsinstituten entstanden. Mit der Umgestaltung des historischen Handelshafens zum innovativen Wissenschaftshafen verbindet Stadt und Universität ein weiteres gemeinsames Großprojekt, das die künftige Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit der Universität und des Wissenschaftsstandortes Magdeburg nachhaltig fördern wird.
Eine gute Universität kann sich jedoch nur in einer attraktiven und lebenswerten Stadt entwickeln. In diesem Zusammenhang ist es auch Prof. Pollmann zu verdanken, dass er die Kooperation von Universität und Stadt intensiv vorangetrieben und gefördert hat. Symbolisch für die enge Zusammenarbeit von Stadt und Universität stehen unter anderem die gemeinsame Verleihung des Eike-von-Repgow-Preises und -stipendiums, die jährliche „Lange Nacht der Wissenschaft“ sowie Veranstaltungen wie die „Kinder-Universität“ oder das „Fest der Kulturen“.
Darüber hinaus arbeiten Stadt, Universität und auch die Hochschule Magdeburg-Stendal seit langem gemeinsam daran, die Attraktivität der Landeshauptstadt Magdeburg als Studienstandort weiter zu steigern. So fanden in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal die „Campus Days“ unter dem Motto „Magdeburg muss man mögen“ statt. Um den Hochschulstandort Magdeburg für junge Studierende noch attraktiver zu gestalten und die Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft zu erleichtern, hat die Universität zudem seit diesem Semester mit der Kita „CampusKids“ eine eigene Kindertageseinrichtung.
Bereits seit 1993 hat Prof. Pollmann in Magdeburg seine berufliche und private Heimat gefunden: Zunächst als Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte der Neuzeit, dann als Dekan der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften und schließlich seit 1998 als Rektor der Otto-von-Guericke-Universität.
Klaus Erich Pollmann wurde am 12. September 1940 in Duisburg geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach seinem Studium der Geschichte, Germanistik und politischen Wissenschaft an der Philipps-Universität Marburg und der Freien Universität Berlin war er von 1967 bis 1972 wissenschaftlicher Assistent an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Technischen Universität Braunschweig. 1971 promovierte er zum Dr. phil., 1982 erfolgte seine Ernennung zum Professor für Neuere Geschichte und von 1987 bis 1989 war er Dekan des Fachbereichs für Philosophie und Sozialwissenschaften an der TU Braunschweig.
1990 übernahm Prof. Pollmann eine Berufung zum Visiting Professor an der Hebrew University of Jerusalem und 1991 an der State-University Nebraska-Lincoln. 1993 erfolgte seine Berufung auf die Professur für Geschichte der Neuzeit an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und 1996 seine Ernennung zum Dekan der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften. Von 1998 bis 2012 war Prof. Pollmann Rektor der Otto-von-Guericke-Universität. Seit Oktober 2012 ist Prof. Dr. Jens Strackeljan sein Nachfolger in diesem Amt.
Neben seiner Funktion als Rektor der Magdeburger Universität war bzw. ist Prof. Pollmann seit 1997 Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, von 2000 bis 2004 Präsident der Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalt sowie Mitglied des Landeskuratoriums des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft Sachsen-Anhalt/Thüringen, von 2006 bis 2009 Präsident der Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalt, von 2006 bis 2012 Mitglied des Senats der Hochschulrektorenkonferenz und seit 2007 Vorsitzender des Vorstandes des Wissenschaftszentrums Sachsen-Anhalt in der Lutherstadt Wittenberg e.V.
Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Verfassungs-, Parlaments-, und Parteiengeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, den deutschen Protestantismus im 19. und 20. Jahrhundert, die Zeitgeschichte sowie die Hochschulgeschichte. Zu seinen Veröffentlichungen zählen 8 Monographien sowie zahlreiche Herausgeberschaften und Beiträge in nationalen und internationalen Zeitschriften und Sammelbänden.
Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg
Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Eingerichtet wurde es während der Amtszeit von Oberbürgermeister Hermann Beims. Mitglieder des Magistrats trugen sich am 10. Mai 1931 als Erste in das Buch ein. Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.
Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Prof. Dr. Roman Herzog und Dr. Dr. h. c. Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Dr. h. c. Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Dr. h. c. Hans-Dietrich Genscher, Dr. Theo Waigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Prof. Dr. Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.
Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die ehemalige Generalbundesanwältin Prof. h. c. Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Dr. Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde, Prof. Dr. Reinhold Krampitz, Rainer Löhr, Martin Hoffmann, Gerhard Heinl, Johannes Rink, Eberhard Seifert, Hans-Werner Brüning, Gerald Grünert und Walter Meinecke, der Ehrenortschaftsrat Prof. Dr. Adolf Lingener sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.
In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Dr. Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg, der Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich, Sven Ottke und Robert Stieglitz sowie der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.
Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, der weltberühmte jüdische Pianist und Magdeburger Ehrenbürger Prof. Menahem Pressler, die Telemann-Preisträger Prof. András Székely und Prof. Dr. h. c. Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a. D. Roland Wambeck bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ebenso wie besonders engagierte Bürger wie der 2010 verstorbene ehemalige Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt.