Pressemitteilung vom07. November 2012
Hessischer Wasserverband erhält Landesförderung
Hofgeismar/Bad Arolsen. .

Der Hessische Wasserverband Diemel kann sich über zwei Förderbescheide freuen, die der Hessische Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister an die Vorsitzende des Wasserverbandes Vizelandrätin Susanne Selbert übergab. „Die Fördersumme beläuft sich auf insgesamt 171.610 Euro und betrifft die Sicherheit der Twistetalsperre bei Bad Arolsen“, erläutert Staatssekretär Weinmeister. Für die Hessische Landesregierung sei es selbstverständlich, in die Sicherheit von Talsperren zu investieren und die jeweiligen Träger der Hochwasserrückhaltebecken zu unterstützen, so Weinmeister weiter. Die Wartung der Stauanlagen im Hochwasserschutz sei eine „sehr wichtige Aufgabe“, so der Weinmeister weiter.

Mit den Fördermitteln wird eine sogenannte „vertiefte Sicherheitsüberprüfung“ der Talsperre durchgeführt, informiert Verbandsvorsitzende Selbert. „Ohne die Landesförderung hätten wir die Sicherheitsüberprüfung finanziell nicht schultern können“, dankt Selbert Staatssekretär Weinmeister.

Im Zuge der Überprüfung wird die gesamte geohydraulische Situation am Absperrdamm der Twistetalsperre erfasst, um so ein belastbares bodenmechanisch-hydraulisches Modell der Stauanlage zu entwickeln. Selbert: „Dieses Vorgehen versetzt uns in die Lage, das gesamte Überwachungskonzept zu überprüfen und anzupassen“.

Für die vertiefte Sicherheitsüberprüfung ist aller Voraussicht nach der gesamte Stauraum zu entleeren. „An der Twistetalsperre ist eine solche Entleerung mit hohem Aufwand verbunden“, berichtet Verbandsgeschäftsführer Rolf Enders.

Falls der Wasserstand vollständig abgesenkt werden müsse, „werden wir die Anlieger frühzeitig und umfassend informieren“, so Enders weiter. Entscheidend für die Frage, ob eine Totalentleerung erforderlich ist, sei die Einschätzung des mit der Überprüfung beauftragten Ingenieurbüros. Die Problematik an der Twistetalsperre liege in der Untergrundsituation, die bereits bei der Erstellung der Talsperre „eine Herausforderung war“, berichtet der Geschäftsführer des Wasserverbands. Falls es zu einer Absenkung kommen müsse, werde mit den Fischereiverbänden wie auch den Angelvereinen über den Umgang mit den Fischbeständen geredet werden. Außerdem werde angestrebt, eine Koordination mit dem Strandbadumbau zu erreichen. Enders: „Das Ingenieurbüro wird baldmöglichst beauftragt, so dass wir Anfang nächsten Jahres wissen, wie wir weiter vorgehen“. Die Sicherheitsüberprüfung soll auf jeden Fall im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 190.000 Euro.

Im Zuge der Sicherheitsüberprüfung wird die Twistetalsperre auch mit einem modernen Datenerfassungssystem für Pegeldaten, Zuläufe, Beckeninhalte und Abläufe ausgerüstet.„Der Einbau der Messinstrumente wird die Sicherheit für die Bewohner an der Diemel erhöhen, in dem die Hochwasserrückhaltebecken noch zielgenauer gesteuert werden können“, so Staatssekretär Weinmeister abschließend

 

Hintergrund:

Der Hessische Wasserverband Diemel mit Sitz in Hofgeismar betreibt die Twistetalsperre bei Bad Arolsen-Wetterburg. Um die Sicherheit des Hochwasserrückhaltebeckens zu gewährleisten, sind die Stauanlagen in regelmäßigen Abständen auf ihre Sicherheit zu überprüfen. Für die 1980 eingeweihte Twistetalsperre mit einem Hochwasserschutzraum von 2,65 m³ steht diese Sicherheitsüberprüfung in der Regel alle 20 Jahre an. Die Talsperre hat große Bedeutung für den Hochwasserschutz im Twisteeinzugsgebiet und den anschließenden Diemelabschnitt. Nach aktuellen hydrologischen Berechnungen wird der Spitzenabfluss eines hundertjährigen Hochwassers durch die Twistetalsperre und das Hochwasserrückhaltebecken Ehringen bei Volkmarsen um rund 40m³ pro Sekunde in der Diemel unterhalb der Twisteeinmündung reduziert.

Der Hessische Wasserverband Diemel kümmert sich um Hochwasserschutzmaßnahmen sowie den Ausbau, die Renaturierung und die Unterhaltung an Diemel, Twiste, Erpe und Warme einschließlich der dazugehörigen Nebengewässer.

Die Größe des Verbandsgebietes beträgt 409 Quadratkilometer und umfasst 404 Kilometer Gewässer. Seit seiner Gründung hat der Verband das Hochwasserrückhaltebecken Volkmarsen-Ehringen, die Twistetalsperre und eine Sohlschwelle bei Liebenau gebaut, die Alte Mühle Trendelburg und die Mühle Laar bei Zierenberg saniert bzw. unterhalten sowie eine Reihe von Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Bad Karlshafen durchgeführt. Im Aufgabenfeld Renaturierung ist der Verband in Trendelburg und Liebenau aktiv. Aktuell stehen Hochwasserschutzmaßnahmen im Warmetal und Gewässerunterhaltungsmaßnahmen im gesamten Verbandsgebiet auf dem Programm.

Zum Verband gehören die Kommunen Bad Arolsen, Bad Karlshafen, Calden, Diemelstadt, Liebenau, Trendelburg, Volkmarsen und Zierenberg sowie die Landkreise Kassel und Waldeck-Frankenberg. Vorsitzende des Verbandes ist seit 1. Januar 2010 die Kasseler Vizelandrätin Susanne Selbert.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


Twistetal Foerderbescheid 003
Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Rolf Enders (Geschäftsführer Hessischer Wasserverband Diemel), Armin Schwarz (MdL), Vizelandrätin Susanne Selbert und Staatssekretär Mark Weinmeister.


LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
http://www.landkreiskassel.de

presse-service.de Die Pressestelle Pressestelle LANDKREIS KASSEL ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.