Baunatal. In der Aula der Theodor-Heuss-Schule in Baunatal herrscht reges Treiben. Die Jungen der siebten Klasse erproben sich beim Jonglieren, auf dem Einrad oder beim Laufen auf der Slackline, einem etwa hüfthoch zwischen zwei Pfeilern gespannten Band. Es klingt nach Begeisterung und gegenseitiger Aufmunterung. Unter Leitung von Pascal Adam von Streetwork Stadt Baunatal versuchen sich die Jugendlichen an kniffligen sportlichen Herausforderungen. Dies dient dazu den eigenen Körper besser kennen zu lernen. „Auch die Jungen machen in der Pubertät große Veränderungen durch“, sagt Schulsozialarbeiter Achim Föth. An diesem Projekttag hätten sie die Möglichkeit sich auszuleben, ohne sich vor den Mädchen präsentieren zu müssen.
Der Workshop „Balance und Gleichgewicht“ gehört zu einem dreitägigen Programm, bei dem die Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs die Möglichkeit erhalten, sich nach Geschlechtern getrennt mit dem eigenen Selbstwertgefühl auseinander zu setzen und den eigenen Körper zu erfahren. „Jungs sind anders – Mädchen auch!“ so Achim Föth weiter. Den geschlechtsspezifischen Unterschieden müsse Rechnung getragen werden. Deshalb sei es wichtig, sowohl Mädchen als auch Jungen gleichermaßen die Gelegenheit zu geben, sich über sich selbst und ihren Körper klarer zu werden.
Für die Mädchen steht dabei im Rahmen des Workshops „Spieglein, Spieglein an der Wand...“ die kritische Auseinandersetzung mit vor allem von Medien transportierten Frauenbildern im Mittelpunkt.
Dabei wird gerade das Selbstwertgefühl dadurch gestärkt, dass im Austausch untereinander eigene Gefühle besser ausgedrückt und überzogene gesellschaftliche Ideale entlarvt werden. Dies geschieht unter anderem durch Auswertung von Jugendzeitschriften, die für Mädchen oft eine wichtige Informationsquelle bilden.
Für die Jungen gibt es verschiedene Angebote. Neben moderner Schnitzeljagd per GPS, dem Geocaching, und der sportlichen Körpererfahrung wird auch ein Parcours angeboten, der auf spielerische Weise zahlreiche Gesprächsanlässe zum Austausch über Beruf, Zukunft, das eigene Geschlecht und Sexualität liefert, bei dem sich die Schüler über eigene Erfahrungen austauschen und neues Wissen erarbeiten können. „Wir beobachten, das gerade Jungen größere Schwierigkeiten mit der Kommunikation haben“ stellt Schulleiter Walter Kayser fest. Daher biete der Projekttag gerade den Jungen die Möglichkeit, sich auszutauschen und ohne Druck das Miteinander zu festigen. Gerade dadurch, dass die verschiedenen Herausforderungen des Projekttages nur im Team zu lösen seien, werde erfolgreiche Kommunikation mit dem sich daraus ergebenden Erfolg verknüpft.
Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn
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