Ottostadt Magdeburg.
Die kommunale Arbeitsgruppe Menschen mit Behinderungen der Landeshauptstadt trifft sich am Donnerstag, dem 22. November 2012, 13.30 Uhr zu ihrer 61. Sitzung. Sie findet im Franckesaal des Alten Rathauses statt. Erwartet werden Vertreter der MVB, des Sozial- und Wohnungsamtes sowie des Jobcenters.
Ständige Schwerpunktthemen der Sitzung sind die barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit städtischer Einrichtungen und der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere des ÖPNV. Dazu erwartet die AG Informationen der MVB, auch im Hinblick auf die Fertigstellung der Straßenbahnverbindung nach Reform und der sich daraus ergebenden Linienänderungen.
Auf der Tagesordnung der Sitzung steht auch die Betreuungssituation behinderter Kunden des Jobcenters der Landeshauptstadt, die naturgemäß mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wenn es um den Zugang zum Arbeitsmarkt und erforderliche Unterstützung geht. Arbeitsagentur und Jobcenter veranstalten dazu einen Aktionstag „Unbehindert in Arbeit“, über den die AG informiert werden soll. Er findet am 7. Dez. ab 9.00 Uhr in der Hohepfortestraße 37 im Gebäude der Arbeitsagentur statt.
Ferner wird das Sozial- und Wohnungsamt der Landeshauptstadt über Leistungen der Eingliederungshilfe, das sogenannte „Persönliche Budget“ und die Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch XII berichten.
Ab 2013 müssen auch Menschen mit Behinderungen Rundfunkbeiträge zahlen, die bisher wegen Seh- oder Hörbehinderungen oder anderer schwerwiegender Einschränkungen davon befreit waren. Daher soll über das Verfahren sowie Forderungen an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten beraten werden, ihr Programm und ihre sonstigen Angebote künftig besser zugänglich zu machen. So benötigen Hörgeschädigte mehr Untertitel und Gebärdenspracheinblendungen, Blinde und stark Sehbehinderte zusätzliche sprachliche Beschreibungen (Hörfilmfassungen bzw. „Audiodeskription“).
Hintergrund:
An der kommunalen AG Menschen mit Behinderungen beteiligen sich Mitglieder von Behindertenverbänden und -vereinen, Stadträte, Mitarbeiter von Fachbereichen der Stadtverwaltung und engagierte persönlich betroffene Aktive. Die AG war 1999 als beratendes Gremium und Forum für die Belange behinderter Menschen gegründet worden.
In Sachsen-Anhalt leben derzeit ca. 175.500 anerkannte Schwerbehinderte (7,6 % der Bevölkerung). In der Landeshauptstadt sind mit Stand vom Dezember 2011 rund 18.000 Menschen amtlich als Schwerbehinderte anerkannt (7,7 %), einschließlich der Behinderten mit einem Grad der Behinderung (GdB) unter 50 sind bis zu 25.000 Menschen betroffen (11 %).
Von den Magdeburger Schwerbehinderten sind rund 10.200 in ihrer Mobilität wesentlich beeinträchtigt (Merkzeichen aG und G). Schätzungsweise 2.000 von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. 322 sind blind, 200 gehörlos und ca. 4.400 haben Anspruch auf die Mitnahme einer Begleitperson im ÖPNV (Merkzeichen B). Als hilflos gelten ca. 2.200 Menschen (Merkzeichen H). Über 2.400 Magdeburger waren bisher aufgrund von Behinderung von der Rundfunkgebührenpflicht befreit (Merkzeichen RF).
59,6 % der Betroffenen sind bereits 65 Jahre und älter, während nur 2 % jünger als 18 Jahre sind. 52,1 % der Behinderten sind weiblich.
An den beiden Magdeburger Werkstätten für Menschen mit Behinderungen sind rund 950 Betroffene beschäftigt. 870 Menschen mit Behinderungen leben in stationären Einrichtungen (Heime bzw. Wohnstätten an den Werkstätten). Etwa 6.000 Magdeburger sind pflegebedürftig, rund 2.600 von ihnen werden in stationären Einrichtungen gepflegt, die übrigen in der Familie oder von ambulanten Pflegediensten.
Nähere Informationen:
Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter, Telefon 0391/540 2342
E-Mail: behindert@magdeburg.de
Der Behindertenbeauftragte ist im Alten Rathaus, Alter Markt 6, Südflügel Erdgeschoss, Zimmer 043 zu erreichen. Sprechzeit i.d.R. Dienstag 9-12 und 14-17.30 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung.