Landkreis Leer | Presseinformation

Ärzte-Nachwuchs mit Stipendien locken

Jahresrückblick, Teil 4: Landkreis unterstützt jetzt 14 Medizinstudenten / Pflege braucht mehr Fachkräfte

31. Dezember 2012.

Der Landkreis Leer nimmt den drohenden Ärztemangel ernst. Deshalb erhöhte er jüngst die Zahl der Stipendien für Medizin-Studenten von bisher fünf auf sieben. Zusammen mit den Stipendiaten vom vergangenen Jahr sind es nun 14 Studenten, die unterstützt werden.

Es ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: Der Landkreis greift den Studenten während des Studiums finanziell unter die Arme, als Gegenleistung arbeiten die Studenten bis drei Jahre als Ärzte im Landkreis.

Dann hofft der Landkreis auf den Idealfall, den Landrat Bernhard Bramlage so beschreibt: „Wenn es den jungen Ärzten bei uns gefällt, bleiben sie uns erhalten.“ Dann ginge der Plan auf, mit den Stipendiaten auf lange Sicht einen Beitrag gegen den Ärztemangel zu leisten, der sich deutlich abzeichnet.

Die Stipendiaten erhalten bis zu 600 Euro monatlich für die Studienregelzeit von sechs Jahren und drei Monaten. Maximal kommen so 40.200 Euro für einen Studenten zusammen. Steigt er später in die Förderung ein, verkleinert sich natürlich die Summe.

Das Stipendiat stößt auf gute Nachfrage. Waren es zum Start neun Bewerber - fünf Männer, vier Frauen -, so kletterte die Zahl im Jahr 2012 auf 19 Bewerber - sieben Frauen, zwölf Männer. Neun haben in Leer das Abitur gemacht, zwei in Aurich, einer in Emden, sieben leben außerhalb Ostfrieslands. Elf haben in diesem Jahr das Studium aufgenommen, der Rest gehört fortgeschrittenen Semestern an.

Heike de Vries, Leiterin des Gesundheitsamts, leitete die Bewerbungsgespräche – und ist voll des Lobes: „Die Bewerber machten alle einen hervorragenden Eindruck. Schade, dass wir nicht alle nehmen konnten.“ Die nicht ausgewählten Bewerber seien ermuntert worden, sich im nächsten Jahr nochmals zu melden.

Der Landkreis bemüht sich vor dem Hintergrund der alternden Gesellschaft, die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern. Ein Arbeitsschwerpunkt lautet „Demografischer Wandel und Ärzteversorgung. Auch die Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung gehört zum Programm.



> Pflege braucht mehr Fachkr
äfte

Es kneift schon heute hier und da bei der Pflege. Deshalb legt die Koordinierungsstelle „Frauen und Beruf“ der Landkreise Leer und Aurich im neuen Jahr einen Schwerpunkt darauf, Fachkräfte für Pflegeberufe zu gewinnen.

Sie will dieses Ziel mit einem neuen Beratungs- und Coachingkonzept und einer engen Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, dem Zentrum für Arbeit des Landkreises Leer und Betrieben der Pflegebranche ansteuern.

Zur täglichen Arbeit der Koordinierungsstelle gehört, Frauen und auch Männern nach längeren Pausen zu helfen, wieder in einen Beruf einzusteigen. Sie hält zudem Kontakt zu Unternehmen. Allgemeines Ziel ist die Integration von Frauen und Männern in den Arbeitsmarkt. Mittel sind Beratung, Coaching und berufliche Qualifizierung.


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