04. Januar 2013.
Das Klinikum Leer des Landkreises baut seine starke Stellung in der Behandlung von Herzkrankheiten aus. „Das Klinikum ist baulich, apparativ und personell qualitativ voll auf der Höhe der Zeit“, sagt Landrat Bernhard Bramlage in seinem Jahresrückblick. Die Ärzte in der Kardiologie sprechen von einer „gelebten Herzinfarktbereitschaft“.
In diesem Jahr versorgten sie in der Klinik für Kardiologie und Angiologie im Klinikum den 30.000sten Patienten mit einer Herzkatheteruntersuchung. Die erste Untersuchung dieser Art war vor 35 Jahren.
Im Rückblick: 1977 war die erste so genannte Linksherzkatheteruntersuchung eine kleine Sensation für Ostfriesland. Die Röntgenanlage war fest installiert, der Patient auf einer Drehmulde festgeschnallt, die beim Röntgen gedreht wurde. Aufgenommen wurde mit einem 35-Mllimeter-Film, die Entwicklung dauerte bis zu zwei Stunden. Erst dann konnten die Ärzte eine Diagnose stellen.
1997 folgte ein weiterer Meilenstein: Neben der Diagnostik konnte der erste Herzinfarktpatient an Ort und Stelle behandelt werden, denn mit einer PTCA konnten die Ärzte die verengten Herzkranzgefäße im Herzkatheterlabor dehnen. PTCA steht für „Perkutane Transluminal Coronar-Angioplastie“. Sie ist ein Behandlungsverfahren zur Aufweitung von Verengungen der Herzkranzgefäße, die durch Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) oder Blutgerinnsel entstanden sind.
Seit 2000 hat das Klinikum einen digitalen Herzkathetermessplatz, mit der Folge, die Aufnahmen direkt sehen zu können. 2011 wurde ein zweiter Herzkathetermessplatz eingerichtet, der mit einem digitalen Flachbild-Detektor ausgestattet ist. Beide Messplätze können gleichzeitig genutzt werden, so dass planbare Behandlungen vorgenommen werden können, aber im Notfall immer ein Gerät für Herzinfarktpatienten da ist. Seit zwölf Jahren steht rund um die Uhr ein Notfall-Team für Herzinfarktpatienten bereit.
Das Klinikum hat mit Krankenhäusern in Emden, Aurich, Leer und Friesoythe ein Netz als Hilfe für Herzinfarktpatienten geknüpft. Davon profitieren viele Patienten, weil Krankenhäuser ohne kardiologischen Schwerpunkt die teuren Herzkathetermessplätze nicht vorhalten können. Die Technik ist teuer, außerdem ist viel Fachpersonal nötig.
> Borkum bald mit neuem Krankenhaus
Seit November des abgelaufenen Jahres entsteht auf Borkum ein neues Krankenhaus. Damit macht das Klinikum des Landkreises Leer seine Zusage aus dem Jahr 2011 wahr, als es das Inselkrankenhaus unter seine Fittiche nahm: Das fast 50 Jahre alte Krankenhaus wird einem Neubau weichen.
Neben dem Neubau entsteht eine integrierte Fachpraxis für Innere Medizin – beides bildet den Grundstock für die medizinische Erstversorgung der Borkumer und ihrer Gäste. Zum ersten Bauabschnitt gehören neben den Klinik- und Praxisflächen neue Wohnungen fürs Personal, eine neue Rettungswache für das Rote-Kreuz und ein Hubschrauberlandeplatz.
Bis Ende 2014 werden die Klinik- und Praxisflächen in einer zweiten Bauphase erweitert. So können sich Ärzte oder Therapeuten direkt beim Inselkrankenhaus ansiedeln. Geplant sind 18 weitere Appartements für alte Menschen, die den Service des Krankenhauses nutzen können.
Insgesamt investiert das Klinikum mehr als zehn Millionen Euro auf Borkum, teilt Landrat Bernhard Bramlage in seinem Jahresrückblick mit.
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