Anlässlich des 70. Todestages der Geschwister Sophie und Hans Scholl am 22. Februar gedenken Schüler und Lehrer des Scholl-Gymnasiums an die von den Nationalsozialisten ermordeten Widerstandskämpfer. Vom 25. Januar bis 15. März finden dort mehrere Veranstaltungen statt. Zudem setzt sich das Theater Magdeburg in zwei Schauspielpremieren mit dem 80. Jahrestag der Machtergreifung der Nationalsozialisten auseinander.
Eingeläutet wurden die Gedenkveranstaltungen bereits im vergangenen Jahr. Am 6. November 2012 pflanzten Schüler auf dem Schulhof des Geschwister-Scholl-Gymnasiums weiße Rosen, die in diesem Jahr in voller Pracht blühen sollen.
Der Schulverein de Geschwister-Scholl-Gymnasiums realisiert gemeinsam mit dem städtischen Kulturbüro die Wanderausstellung „Die Weiße Rose“ der „Stiftung Weiße Rose“ e.V. Die Ausstellung wird vom 25. Januar bis 22. Februar 2013 in der Bibliothek des Gymnasiums gezeigt.
In Kooperation mit der Städtischen Volkshochschule findet am 19. Februar von 17.00 bis 21.00 Uhr der Workshop für Zivilcourage „Otto greift ein“ in der Aula des Geschwister-Scholl-Gymnasiums statt.
Darüber hinaus recherchierten geschichtsinteressierte Schüler unter Anleitung eines engagierten Religionslehrers im Stadtarchiv und dem Landeshauptarchiv nach Berichten in Tageszeitungen zu den Geschwistern Scholl, zur Namensgebung des Gymnasiums und zu Veranstaltungen vergangener Jahrzehnte des Gymnasiums in Gedenken an Sophie und Hans Scholl. Im Ergebnis wurde eine Broschüre erstellt, zu deren Inhalt ein geschichtlicher Abriss der Gedenkveranstaltungen am Scholl-Gymnasium und die Klärung der Gründe für die Namensgebung der Schule gehören.
Eine Festveranstaltung am 22. Februar bildet den Höhepunkt der Gedenkveranstaltungen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Unter anderem werden Schüler Texte aus Briefen und Flugblättern der Geschwister vortragen. Die öffentliche Festveranstaltung beginnt um 17.00 Uhr in der Aula der Schule.
Zum Abschluss der Gedenkveranstaltungen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums stellt die Autorin Barbara Ellermeier ihre aktuelle Biografie mit dem Titel „Hans Scholl“ vor. Die erste der beiden Lesungen am 14. März um 18.00 Uhr in der Aula der Schule ist öffentlich. Eine weitere Lesung ist den Schülern des Gymnasiums vorbehalten.
Der 80. Jahrestag der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 2013 ist für das Theater Magdeburg Anlass, sich in Schauspielpremieren mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus und mit demokratiefeindlichen Tendenzen in der Gegenwart auseinanderzusetzen.
Am 25. Januar 2013 hat das Stück „Die Fraktion“ von Kai Ivo Baulitz im Schauspielhaus Premiere. Baulitz entwirft in diesem Stück ein Szenario, das mit Witz und Schärfe danach fragt, was wir vom politischen System der Demokratie erwarten.
Am 1. Februar 2013 wird die Komödie „Noch ist Polen nicht verloren“ von Jürgen Hofmann im Schauspielhaus erstmalig aufgeführt. Die Adaption des 1942 erschienenen Anti-Nazi-Films „Sein oder Nichtsein – Heil Hamlet“ des Amerikaners Ernst Lubitsch porträtiert polnische Bürger, die auch in den dunkelsten Stunden Mut und Scharfsinn und auch den Sinn für Humor nicht verloren haben.
Alle Veranstaltungen des Scholl-Gymnasiums, außer der zweiten Lesung am 15. März, sind öffentlich. Für weitere Informationen und Anmeldungen zum Workshop „Otto greift ein“ können Interessenten die Koordinatorin der Gedenkveranstaltungen des Scholl-Gymnasiums, Frau Raebricht, unter der Telefonnummer 0177/6 84 70 90 erreichen.
Karten für das Schauspielhaus können telefonisch (0391/5 40 65 55) oder per Mail (kasse@theater.magdeburg.de) reserviert werden.