Ottostadt Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute im Alten Rathaus den Botschafter der Republik Litauen, S.E. Deividas Matulionis. Während seines Besuches trug sich der Diplomat in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein.
Mit S.E. Deividas Matulionis hat sich heute zum ersten Mal ein Botschafter der Republik Litauen in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg eingetragen. Der litauische Botschafter S.E. Deividas Matulionis wurde am 2. September 1963 geboren und studierte an der Fakultät für Industrieökonomie der Universität Vilnius. Anschließend arbeitete er dort als Dozent im Fachbereich für Theoretische Ökonomie. Im Jahr 1991 wechselte er ins litauische Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten. Von 2001 bis 2006 war er Botschafter in Dänemark, bevor er die Leitung der Abteilung „Ökonomische Sicherheitspolitik“ im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten übernahm. Anschließend war er dort von 2007 bis 2009 als Staatssekretär tätig. Von 2009 bis 2012 war er Kanzler des Ministerpräsidenten Andrius Kubilius, ehe er am 23. Oktober 2012 zum Botschafter der Republik Litauen in der Bundesrepublik Deutschland ernannt wurde.
Seit einigen Jahren bestehen Beziehungen zwischen der Landeshauptstadt Magdeburg und der Republik Litauen. Auf wirtschaftlicher Ebene gab es in der Vergangenheit vor allem Kontakte in Form von Delegationsreisen, Kooperationsbörsen und dem von der Industrie- und Handelskammer Magdeburg organisierten „Europa-Markt“, bei dem europäische Länder einmal jährlich ihre Spezialitäten entlang des Breiten Weges präsentieren. Darüber hinaus führt die IHK Magdeburg regelmäßig Länderberatungstage zu Litauen durch.
Eine Zusammenarbeit gibt es außerdem im wissenschaftlichen Bereich. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unterhält Kooperationsbeziehungen zur Medizinischen Universität Kaunas und der Technischen Universität Vilnius. Derzeit sind sieben litauische Studenten an der Otto-von-Guericke-Universität eingeschrieben. Im Rahmen des ERASMUS-Mobilitätsprogramms unterhält die Hochschule Magdeburg-Stendal ebenfalls eine Kooperationsbeziehung zur Technischen Universität Vilnius. An der Hochschule Magdeburg-Stendal studieren zurzeit zwei litauische Vollstudierende in den Studiengängen Rehabilitationspsychologie und Kreislaufwirtschaft.
Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg
Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Eingerichtet wurde es während der Amtszeit von Oberbürgermeister Hermann Beims. Mitglieder des Magistrats trugen sich am 10. Mai 1931 als Erste in das Buch ein.
Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.
Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Waigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.
Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die ehemalige Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde, Reinhold Krampitz, Rainer Löhr, Martin Hoffmann, Gerhard Heinl, Johannes Rink, Eberhard Seifert, Hans-Werner Brüning, Gerald Grünert und Walter Meinecke, der Ehrenortschaftsrat Adolf Lingener sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.
In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg, der Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich, Sven Ottke und Robert Stieglitz sowie der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Theo Zwanziger geehrt.
Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, der weltberühmte jüdische Pianist und Magdeburger Ehrenbürger Menahem Pressler, die Telemann-Preisträger András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a. D. Roland Wambeck bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ebenso wie besonders engagierte Bürger wie der 2010 verstorbene ehemalige Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt.