Ottostadt Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute im Alten Rathaus den Botschafter des Königreichs Spanien, S.E. Pablo Garcia-Berdoy Cerezo. Während seines Besuches trug sich der Diplomat in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein.
Mit S.E. Pablo Garcia-Berdoy Cerezo hat sich bereits zum zweiten Mal ein Botschafter Spaniens in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg eingetragen. Der spanische Botschafter S.E. Pablo Garcia-Berdoy Cerezo wurde am 9. März 1961 in Madrid geboren und studierte Rechtswissenschaften. Nach seinem Eintritt in den diplomatischen Dienst 1987 war er unter anderem als Referent im Büro des Außenministers, als Konsul von Spanien in Manila und als Referent für die Beziehungen mit den Staaten Mittel- und Osteuropas im Staatssekretariat für die Europäischen Gemeinschaften tätig.
Von 1991 bis 1996 arbeitete S.E. Pablo Garcia-Berdoy Cerezo als Botschaftsrat für Europäische Angelegenheiten an der Botschaft von Spanien in Bonn und als Referent in der Europaabteilung des Auswärtigen Amtes. Es folgten Tätigkeiten als persönlicher Referent und Büroleiter des Staatssekretärs für die Europäische Union und des Vorsitzenden des spanischen Abgeordnetenhauses. Von 2002 bis 2004 leitete er die Abteilung Europapolitik im spanischen Außenministerium, ehe er Botschafter in Rumänien und Moldawien war. Zuletzt leitete er das Aspen Institute Spanien, bevor er im März 2012 zum spanischen Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland ernannt wurde.
In den vergangenen Jahren gab es bereits einige wirtschaftliche Kontakte zwischen der Industrie- und Handelskammer Magdeburg und dem spanischen Königreich. Zu den Außenwirtschaftsaktivitäten gehörten unter anderem ein gemeinsamer Messeauftritt auf der „CPhl WorldWide“ in Madrid, Kooperationstreffen im spanischen Valencia, ein Netzwerktreffen von europäischen Kammern sowie die Teilnahme der Industrie- und Handelskammer Magdeburg am „Spanischen Tag“ beim Halberstädter Maschinenbauunternehmen HaTeWe GmbH.
Eine Zusammenarbeit gibt es außerdem im wissenschaftlichen Bereich. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unterhält Kooperationsbeziehungen zu 17 spanischen Universitäten. Derzeit sind 26 spanische Studenten an der Otto-von-Guericke-Universität eingeschrieben. Davon sind 15 Studierende Teilstudenten, die im Rahmen des ERASMUS-Programms einen Studienaufenthalt an der Magdeburger Universität absolvieren. Im Rahmen des ERASMUS-Mobilitätsprogramms unterhält auch die Hochschule Magdeburg-Stendal Kooperationsbeziehungen zu 20 spanischen Partnerhochschulen. An der Hochschule Magdeburg-Stendal studieren zurzeit 21 spanische Vollstudierende Fachübersetzen oder „Water Engineering“.
Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg
Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Eingerichtet wurde es während der Amtszeit von Oberbürgermeister Hermann Beims. Mitglieder des Magistrats trugen sich am 10. Mai 1931 als Erste in das Buch ein.
Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.
Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere oder heutige Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Waigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.
Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die ehemalige Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde, Reinhold Krampitz, Rainer Löhr, Martin Hoffmann, Gerhard Heinl, Johannes Rink, Eberhard Seifert, Hans-Werner Brüning, Gerald Grünert und Walter Meinecke, der Ehrenortschaftsrat Adolf Lingener sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.
In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg, der Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich, Sven Ottke und Robert Stieglitz sowie der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Theo Zwanziger geehrt.
Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, der weltberühmte jüdische Pianist und Magdeburger Ehrenbürger Menahem Pressler, die Telemann-Preisträger András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a. D. Roland Wambeck bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ebenso wie besonders engagierte Bürger wie der 2010 verstorbene ehemalige Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt.