Pressemitteilung vom11. April 2013
Neue Software verbessert Kommunikation zwischen Rettungsleitstelle und Kliniken zum Wohle der Menschen in Stadt und Landkreis Kassel
Hessen ist erstes Bundesland, das IVENA einführt

Kassel (psk). Für Notfallpatienten in Stadt und Landkreis Kassel kann künftig noch schneller ein geeignetes Krankenhaus gefunden werden. Möglich macht das die Informationssoftware „IVENA e-Health“, die jetzt in der für Stadt und Landkreis Kassel zuständigen Leitstelle bei der Berufsfeuerwehr Kassel eingeführt wird. Der „Interdisziplinäre Versorgungsnachweis“ (IVENA) ersetzt zu großen Teilen die bislang erforderliche telefonische Kommunikation zwischen den Mitarbeitern der Leitstelle und den Kliniken.

 

Gemeinsam informierten sich heute Hessens Sozialminister Stefan Grüttner, Bürgermeister Jürgen Kaiser und Landrat Uwe Schmidt in der Leitstelle der Kasseler Berufsfeuerwehr über die Vorteile und Einführung des neuen Computerprogramms.

 

Grüttner nannte die Technik „einen großen Fortschritt für die Patientinnen und Patienten“, weil im Ernstfall „jede Sekunde“ zähle und mit Ivena die Abläufe schneller würden. Der Sozialminister betonte, dass Hessen das erste Bundesland sei, dass dieses System einführe und  ähnlichen Systemen deutlich überlegen sei.

 

Bislang meldeten die Krankenhäuser der Leitstelle telefonisch, wenn sie keine freien Betten mehr hatten und keine Patienten mehr aufnehmen konnten. Künftig erfolgt das durch das IVENA-Programm in Echtzeit. Der Status der Kliniken wird im Minutentakt aktualisiert. So haben die Mitarbeiter in der Leitstelle jederzeit einen genauen Überblick, welche Klinik Patienten  aufnehmen kann. Dadurch entfallen vielfach die bislang notwendigen Rücksprachen zwischen Leitstelle und der Klinik. Patienten können dadurch jetzt schneller einer geeigneten Klinik zugewiesen werden. 

Der bisherige Bettennachweis umfasste im Wesentlichen nur die Bettenkapazitäten auf den internistischen und chirurgischen Stationen sowie die Intensiv- und Überwachungsbetten. Weiterhin war es nur ein Nachweis von freien Krankenhausbetten. Die Kapazität für die reine Notfallversorgung mit eventueller Weiterverlegung in ein anderes Krankenhaus wurde nicht abgebildet. Diese Lücke schließt IVENA, indem es alle medizinischen Fachbereiche abbildet. Außerdem unterscheidet das neue Programm zwischen Notfallversorgung sowie stationärer Versorgung und ambulanter  Behandlung.

Die Abmeldung der Krankenhäuser aus der Notfallversorgung erfolgte bislang durch den diensthabenden Arzt oder Pfleger. Die Ärztliche Leitung oder die Geschäftsleitung erhielt keine Information, wenn sich ein Krankenhaus aus der Versorgung abmeldet. IVENA informiert auch die Klinikleitung automatisch hierüber.

Die Nutzbarkeit von Diagnostikgeräten in den Krankenhäusern war im bisherigen System des Bettennachweises nicht erfasst. So war nicht immer klar, ob die Krankenhäuser zum Beispiel  ein CT-Gerät oder MRT-Diagnostik  24 Stunden an sieben Tagen in der Woche anbieten oder ob diese Leistung nur in der Kernarbeitszeit zur Verfügung stand. IVENA bietet nunmehr die Möglichkeit, die verfügbaren Diagnostikgeräte zeitgemäß zu erfassen.

Dass im Ernstfall jede Minute zählt, darüber sind sich Sozialminister Grüttner, Bürgermeister Kaiser und Landrat Schmidt einig. Die Einführung des neuen Interdisziplinären Versorgungsnachweises ist deshalb ein großer Fortschritt bei der Versorgung von Notfallpatienten. Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser erklärte. „Die Einsatzsachbearbeiter in unserer Leitstelle haben jetzt immer einen aktuellen Überblick, welche Klinik für den Patienten geeignet und schnell  zu erreichen ist. Das ist im Alltag des Rettungsdienstes hilfreich und bietet vor allem aber auch bei größeren Schadensfällen  mit mehreren oder einer Vielzahl von Verletzten große Vorteile.“

 

Auf 18 Rettungswachen in Stadt und Landkreis sind 47 Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge stationiert. In der Stadt Kassel gibt es zehn Krankenhäuser, im Landkreis Kassel acht. Hinzu kommen zwei Reha-Einrichtungen (je eine in der Stadt und im Landkreis). Bislang beteiligen sich neun Kliniken an dem Interdisziplinären Versorgungsnachweis für Stadt und Landkreis Kassel. Landrat Uwe Schmidt: „Mit der Installation der neuen Software geht die außerordentlich gute Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis Kassel im Rettungswesen in eine neue Phase. Hier wurde bereits bisher effektiv und effizient im Interesse der Bürger in Stadt und Kreis gearbeitet – und mit IVENA wird dies auch in Zukunft so sein.“

 

Sozialminister Grüttner freute sich besonders darüber, dass die Stadt und der Landkreis Kassel die ersten Gebietskörperschaften in Nordhessen sind, die den interdisziplinären Versorgungsnachweis einführen. Seit dem Start im Jahr 2010 in der Stadt Frankfurt sind weitere Städte und Landkreise hinzu gekommen und in den nächsten Monaten werden dann bereits 13 von 25 Rettungsleitstellen mit diesem System arbeiten. Die Zielsetzung, als erstes Bundesland, einen flächendeckenden Einsatz von IVENA zu erreichen, schreitet damit weiter voran.

 

Einig waren sich alle Anwesenden, dass mit dieser neuen Software ein zielgerichteter und schneller Transport der Verletzten und Erkrankten in die geeigneten Klinken erfolgen kann. Für die Bürgerinnen und Bürger ist dies im Ernstfall ein bedeutender Gewinn. So wird die Einführung und der Betrieb von IVENA nicht nur vom Hessischen Sozialministerium begleitet und unterstützt, sondern sogar durch die Krankenkassen, die dieses System über die Rettungsdienstgebühr finanzieren.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



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Auf dem Foto lassen sich (von links nach rechts) Landrat Uwe Schmidt, Sozialminister Stefan Grüttner und der Kasseler Bürgermeister Jürgen Kaiser die Funktionsweise der neuen Software erklären.


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