Landeshauptstadt Magdeburg: PRESSEINFORMATIONEN

Magdeburg, 22. April 2013

„Stiller“ Zeitmesser wieder „im Dienst“

Historische Kugelsonnenuhr nach Restaurierung wieder im Herrenkrugpark

Ottostadt Magdeburg.

 

Heute wurde die Kugelsonnenuhr nach umfassenden Restaurierungsarbeiten wieder an ihrem angestammten Platz im Herrenkrug aufgestellt. Seit Dezember 2012 war sie im Auftrag des Eigenbetriebes Stadtgarten und Friedhöfe von einer Fachfirma restauriert worden.

 

Die Reparaturarbeiten umfassten eine Oberflächenreinigung sowie die Ausbesserung von schadhaften Stellen. Nun befindet sich die Sandsteinskulptur wieder im Südteil des Herrenkrugparks, westlich der Herrenkrugstraße, auf dem befestigten Elbdeich. Die Restaurierung hat rund 3.800 Euro gekostet. Dabei konnte nach mehr als 20 Jahren die Ausrichtung des stillen Zeitmessers korrigiert werden, sodass man jetzt auch wieder die Uhrzeit ablesen kann.

 

1861 war die Kugelsonnenuhr im Herrenkrug im Schnittbereich der „Domallee“, also der Sichtachse zwischen dem Magdeburger Dom und dem ehemaligen Gesellschaftshaus Herrenkrug, und des Deiches aufgestellt worden. Die Sandsteinskulptur galt dem Gedenken an das Ende der 56-jährigen Amtszeit des Stadtbaumeisters Friedrich Wolff.

 

Die Kugel ist mit einem Stundenkreis der römischen Zahlen von 1 bis 12 versehen. Ohne einen - bei Sonnenuhren sonst üblichen - Schattenstab befinden sich auf der Kugelsonnenuhr Markierungslinien, die mit Symbolen von Tierkreiszeichen auf weitere Ablesemöglichkeiten hindeuten. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei der heutigen Kugelsonnenuhr um das Original von 1861. Im Vergleich mit einer Fotografie aus den 1930er Jahren lassen sich Übereinstimmungen feststellen, die Rückschlüsse auf die Echtheit der Skulptur zulassen.

 

Einschusslöcher in der Kugelsonnenuhr entstanden Ende des 2. Weltkrieges vermutlich durch gezielte Schussübungen. Bereits 1989 wurde der Sockel der Skulptur erneuert. Die Skalenmarkierungen des Stundenkreises, welche dem Äquator entsprechen, haben 1989 und 2006 eine Restaurierung erfahren.

 

Die Bedeutung „stiller“ Zeitmesser reicht weit in die frühe Menschheitsgeschichte zurück. Zu einer Zeit, in der mechanische Uhren noch nicht erfunden waren, fungierten Sonnenuhren und das Läuten von Kirchturmglocken als einzige Möglichkeit, sich über die ungefähre Uhrzeit zu vergewissern. Die Funktionsfähigkeit hängt maßgeblich von der Ausrichtung einer Kugelsonnenuhr ab. Die Platzierung der Sonnenuhr erfolgt korrekterweise so, dass die Achse, die den Polarstern anvisiert, einen Winkel von 52 Grad zur Horizontalen hat. Der Standort stellt die Senkrechte dar. Die Schattengrenze schneidet die mit XII markierte Stundenskala am Äquatorkreis der Kugel, wenn die Sonne genau senkrecht über dem Standort steht. Die geografische Lage der Magdeburger Kugelsonnenuhr im Herrenkrug befindet sich nach heutigem Verständnis auf dem 52. Breiten- und dem 11. Längengrad.




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