Pressemitteilung vom23. April 2013
Landkreis Kassel startet Werbeaktion für mehr Pflegefamilien in Stadt und Kreis

Stadt und Kreis Kassel. Die gemeinsame Fachstelle Adoptionen und Pflegekinder von Stadt und Landkreis Kassel startet eine Werbeaktion zur Gewinnung zusätzlicher Pflegefamilien in der Region. „Vor dem Hintergrund des weiterhin hohen Bedarfs und der stagnierenden Zahl der Pflegeeltern haben wir uns dafür entschieden, die professionelle Beratung  einer Kommunikationsagentur aus Kassel zu nutzen“, informiert Vizelandrätin Susanne Selbert. Ergebnis dieser Beratung war, vorhandene Pflegefamilien in die Werbekampagne als „Werbeträger“ einzubeziehen. So habe die Agentur vorgeschlagen, Pflegefamilien als „positive Beispiele“ zu gewinnen, die auf einem Flyer für das Engagement als Pflegeeltern werben. Selbert: „Dafür danke ich den drei Familien von ganzem Herzen, da diese Art der Überzeugungsarbeit besser ihr Ziel erreicht, als das Aufzählen guter Gründe durch die Mitarbeiter eines Jugendamtes“.

Einen positiven Effekt habe diese Vorgehensweise bereits gebracht: „Der Leiter der Agentur hat sich mit seiner Frau dazu entschieden, selbst Pflegefamilie zu werden“, berichtet Selbert.

 

Rund 300 Kinder in Stadt und Landkreis Kassel leben in Pflegefamilien. Wenn die leiblichen Eltern – aus welchen Gründen auch immer – ihrem Erziehungsauftrag nicht nachkommen können, bieten die Sozialen Dienste des zuständigen Jugendamtes Unterstützung an. Doch manchmal bleiben auch solche Hilfestellungen erfolglos.

 

Dann bleibt nichts anderes übrig, als das Kind aus seiner leiblichen Familie herauszunehmen, da für eine gute Entwicklung des Kindes eine feste Familienstruktur sehr wichtig ist. Hier kommt die Fachstelle für Adoptionen und Pflegekinder für Stadt und Landkreis Kassel in Spiel.

 

„Wir kümmern uns darum, in den von uns qualifizierten Pflegefamilien für die Kinder ein neues Zuhause zu suchen“, berichtet Thomas Strecker  von der Fachstelle. So würde erreicht, dass die Kinder wieder eine verlässliche Bezugsperson und ein geregeltes Familienleben erhalten. Dadurch haben die Kinder bessere Entwicklungs-  und Fördermöglichkeiten als in ihrer Herkunftsfamilie. Neben der reinen Vermittlung übernimmt die Fachstelle auch die Vorbereitung und Qualifizierung von geeigneten Pflegefamilien, die Beratung und die Fortbildung sowie Angebote zum Erfahrungsaustausch.

 

Yvonne Schneider und Johannes Vennemann konnten durch die beste Freundin ihrer Tochter miterleben, was eine Heimunterbringung für ein Kind bedeutet. „So entstand der Wunsch, Kindern ein familiäres Zuhause zu bieten und dass es für alle Beteiligten so gut läuft und anfängliche Bedenken weitgehend ausblieben, liegt nicht zuletzt an der guten Vorbereitung durch die Fachstelle“, betonen Schneider und Vennemann.

 

„Bevor wir Spendengelder ins Ausland schicken, wollten wir bei den Problemen vor unserer Haustür helfen“, beschreiben Rosemarie und Rüdiger Hungerland ihre Motivation. Durch ihre sechsjährige Pflegetochter unternehmen sie heute wieder Dinge, die sie lange nicht unternommen haben: Plätzchen backen zur Weihnachtszeit, Laternenumzüge und Drachen steigen lassen. „Wir sind wieder viel aktiver geworden und erfreuen uns an den Fortschritten und der Dankbarkeit unserer Kleinen“, so Rosemarie und Rüdiger Hungerland weiter.

 

„Für meine Frau und mich war das Thema Pflegekinder bis zur Kontaktaufnahme mit dem Landkreis neu“, berichtet Robert Köster von der Agentur Roberts. Nach kurzer Einarbeitung seien sie auf die Idee gekommen, sich selbst als Pflegeeltern zur Verfügung zu stellen. „Wir haben keine Pflegeeltern erlebt, die ihren Schritt bereut haben“, stellt Köster klar.

Köster: „Wir glauben, dass es in Kassel und in der Region noch viele potenzielle Eltern gibt, die den Raum, die Struktur und die Lust haben, sich mit diesem Thema zu beschäftigen, um zu schauen, ob sie  Pflegeeltern sein können“.

 

Diese Eltern sollen mit einer breit angelegten Informationsoffensive gewonnen werden. „Es macht keinen Sinn, einfach Flyer irgendwo auszulegen und darauf zu hoffen, dass sie ihre Zielgruppe finden“, betont Köster. Es komme vielmehr darauf an, mit Vorträgen und Kurzinformationen in Vereinen und Verbänden „vom Rotary-Club bis zu den Landfrauen“ durch die direkte Ansprache weitere Bevölkerungsgruppen zu interessieren.



Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn



Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:


P101011
Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Vizelandrätin Susanne Selbert, Fachdienstleiter Thomas Strecker, Rosemarie Hungerland, Rüdiger Hungerland (Pflegefamilie), Yvonne Schneider und Johannes Vennemann (Pflegefamilie), Sabine Scherer (Leiterin Fachbereich Jugend) und Robert Köster (Agentur Roberts).


LANDKREIS KASSEL
Pressesprecher
Harald Kühlborn
Wilhelmshöher Allee 19 - 21
34117 Kassel
Tel.: 0561/1003-1506
Fax: 0561/1003-1530
Handy: 0173/4663794
E-Mail: pressestelle@landkreiskassel.de
http://www.landkreiskassel.de

presse-service.de Die Pressestelle Pressestelle LANDKREIS KASSEL ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.