Oppenheim-Denkmal: Künstlerinnen und Künstler machen sich ein Bild vom Standort Freiheitsplatz
Hanau will einem seiner größten Söhne ein Monument setzen
In einem Kolloquium haben acht international ausgewiesene Künstlerinnen und Künstler, die für die Teilnahme am Wettbewerb für das geplante Hanauer Oppenheim-Denkmal ausgewählt wurden, Fragen und Ideen für den Wettbewerb diskutiert. Nach einer Einführung in das Leben und Werk des Malers Moritz Daniel Oppenheim, des neben den Grimms und Paul Hindemith international bedeutendsten Hanauers, konnten sich die Jury-Mitglieder und die eingeladenen Künstler kennenlernen. Sie besichtigten die Baustelle Freiheitsplatz – dort ist das Oppenheim-Denkmal vorgesehen – und konnten sich so ein genaues Bild machen. Im November 2013 präsentieren die Künstlerinnen und Künstler der Jury ihre Entwürfe.
Oberbürgermeister Claus Kaminsky wies auf die große Bedeutung des Projektes für Hanau hin. Da Innenstädte heutzutage stets austauschbarer seien, müssten Chancen ergriffen werden, um die Besonderheiten und Alleinstellungsmerkmale einer Stadt zu betonen.
2007 hatten die Stadtverordneten entschieden ein geeignetes Oppenheim-Monument in der Innenstadt zu schaffen. Das Denkmal gehört zu den „Masterprojekten im Rahmen des Stadtumbaus zu Kunst und Kultur im öffentlichen Raum“, die das Stadtparlament 2011 im Detail beschloss. In der entsprechenden Vorlage heißt es, der Stadtumbau biete die Chance, „seit Jahren in der Bürgerschaft und Politik intensiv diskutierte Projekte zur Stadtgeschichte und Stadtidentität“ zu verwirklichen. Werke wie das Oppenheim-Denkmal trügen maßgebend zu einer „lebendigen Stadtgesellschaft und Urbanität“ bei, verkörperten „die Balance zwischen Tradition und Moderne“ und würden „ästhetisch das neue Stadtbild markant umrahmen“.
Für das Oppenheim-Denkmal bietet sich der künftig neu gestaltete Freiheitsplatz an, denn in dessen Nähe in der Nordstraße (ehedem Judengasse) befand sich das Geburts- und Wohnhaus Oppenheims. Der jüdische Maler wurde vor 1800 in Hanau geboren, verbrachte seine Kindheit und Jugend in der Judengasse und erhielt seine Ausbildung an der Hanauer Zeichenakademie. Nach Aufenthalten in München, Paris und Rom kehrte er zurück nach Frankfurt und arbeitete dort bis zu seinem Tod 1882 als gefragter Porträtist. Oppenheim führte erstmals jüdische Themen in die Malerei ein und ist als Porträt- und Historienmaler und Maler des jüdischen Alltags weltweit bekannt.
Bei der vorangegangenen Diskussion, bevor der Freiheitsplatz besichtigt wurde, nahm die Diskussion um eine Platzwahl für ein Kunstwerk einen breiten Raum ein, bei der auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Kulturbeauftragter Klaus Remer mehrfach das Wort ergriffen. Dazu der Kulturbeauftragte: „Wir haben sehr deutlich gemacht, dass es außerhalb der bereits entschiedenen Baumaßnahmen für Gebäude und Busbahnhof sowie der Linienführung für Busse und Taxen keine wesentlichen weitere Festlegungen gibt. Die künstlerische Freiheit für die beteiligten Künstler ist damit gewahrt. Dies wurde von den anwesenden Künstlern mit Genugtuung zur Kenntnis genommen“.
Da das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe über einen außerordentlich großen Sammlungsbestand der Werke von Moritz Daniel Oppenheim verfügt, erfreut es wie alle Jury-Mitglieder auch die Direktorin der Museen der Stadt Hanau, Dr. Katharina Bechler, sowie den Vorsitzenden des Hanauer Geschichtsverein, Martin Hoppe, dass die Stadt diesen bedeutenden Hanauer Maler nunmehr mit einem Denkmal ehren wird.
Pressekontakt: Stadt Hanau, Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266
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